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Coburg

Letzter Feinschliff am Pfarrhaus

In Meeder sind die Arbeiten an dem historischen Gebäude fast fertig. Im Juni zieht die neue Pfarrersfamilie ein.



Vertretungspfarrer Alexander Rosenmeyer (von links), Kirchenpflegerin Monika Grambs, Vertrauensfrau Doris Mönch, Diakon Rainer Mattern, Kirchenvorstandsmitglied Martin Albrecht und Architekt Thomas Peetz sind froh, die Sanierung des Pfarrhauses gemeistert zu haben. Foto: Henning Rosenbusch
Vertretungspfarrer Alexander Rosenmeyer (von links), Kirchenpflegerin Monika Grambs, Vertrauensfrau Doris Mönch, Diakon Rainer Mattern, Kirchenvorstandsmitglied Martin Albrecht und Architekt Thomas Peetz sind froh, die Sanierung des Pfarrhauses gemeistert zu haben. Foto: Henning Rosenbusch   » zu den Bildern

Meeder - Nach langen Vorbereitungen, dem Bangen um die Finanzierbarkeit, der mühsamen Suche nach Handwerkern und rund einem Jahr Bauzeit sind nun die Arbeiten am Pfarrhaus von Meeder bis auf wenige Kleinigkeiten abgeschlossen. "Wir sind hochzufrieden, dass wir das Bauwerk erhalten konnten und im Kostenrahmen geblieben sind", freut sich Diakon Rainer Mattern, der als Geschäftsführer im Kirchengemeindeamt für die Immobilie zuständig ist. Rund 460 000 Euro waren für die Sanierung veranschlagt. 263 000 Euro kommen von der Landeskirche, 11 000 Euro gibt die Oberfrankenstiftung dazu. Für die Kirchengemeinde bleiben letztlich etwas mehr als 100 000 Euro, die aus verschiedenen Töpfen stammen, so Mattern. Nun müssen nur noch einige Fugen verschlossen und das ganze Haus gründlich gereinigt werden.

Im Sommer 2016 war der frühere Pfarrer aus dem Haus ausgezogen. Daraufhin ließ die Gesamtkirchenverwaltung routinemäßig Überprüfungen etwa an der Elektrik und den Wasserleitungen durchführen. Dabei fiel auf, dass Stromleitungen teils noch aus den 1950ern stammten. Immerhin: Schadstoffe wurden keine gefunden. Im Herbst wurde ein Statiker hinzu gezogen, weil schadhafte Balken sichtbar waren. Die Schadensbilanz in dem denkmalgeschützten Haus aus dem 17. Jahrhundert wurde immer schlimmer.

"Im oberen Stock ist von der einen Seite des Bodens auf die andere ein Gefälle von insgesamt 25 Zentimeter", erklärt der Architekt Thomas Peetz. Ein klarer Hinweis darauf, dass sich das Haus massiv gesetzt hat und irgendwas mit der Statik im Argen liegen könnte. Im Februar 2017 fand ein spezieller Holzstatiker morsche, tragende Balken in der Nord- und Westfassade des Hauses. Unklar war, in welchem Zustand nicht sichtbare Holzteile waren. Zudem drohte oben unter dem Dach die hölzerne Verblendung nach vorne weg zu kippen. Einige Dachbalken wurden quasi nur noch von Cellulose und Farbe zusammengehalten. "Bei einer Altbausanierung sind Schäden normal, aber das war schon extravagant, die Balken waren ja nicht mehr da", fasst es Peetz zusammen.

Er ist froh, dass heimische Handwerker für die Sanierung gewonnen werden konnten. "Sie haben einen Ruf zu verlieren und arbeiten ganz anders als fremde Firmen", meint er. So wurden während des Baus immer wieder individuelle Wege gesucht und gefunden, um die Kosten gering zu halten und eine Krise nach der anderen zu entschärfen. Etwa, als beim Einbau einer Zwischenwand im Erdgeschoss unter den Dielen ein weiterer tragender Balken entdeckt wurde, der völlig morsch war. Normalerweise hätte man die Fachwerkfassade teils öffnen müssen, um das Bauwerk abzustützen. Die Handwerker fanden jedoch eine andere Lösung, um das Haus während des Austauschs des Balkens stabil zu halten. So musste die erst 2008 sanierte Fassade nicht beschädigt werden.

Nach dem Baubeginn im Frühling 2018 wurde zunächst das Dach abgedeckt und Balken im Sims und im Fachwerk erneuert. Auch die Fenster wurden ausgetauscht, eine zweite Toilette gebaut und das Bad modernisiert. Während der Wintermonate wurde die komplette Elektrik erneuert und im Erdgeschoss eine Trennwand eingebaut. So hat die Pfarrersfamilie zukünftig mehr Privatsphäre, da das Pfarramt separat zugänglich ist. "Das Haus wurde an verschiedenen Punkten optimiert", sagt Mattern, der sich darüber freut, nun auch die seit Jahren vakante Pfarrstelle neu besetzt zu wissen. "Wir sind froh, dass die Sanierung abgeschlossen ist", sagt Kirchenvorstandsmitglied Martin Albrecht. Die lange Vakanz sei zudem für die Gemeinde schwer gewesen, auch wenn Albrecht dem Vertretungspfarrer Alexander Rosenmeyer aus Coburg ein dickes Lob ausspricht.

Pfarrerin Krisztina Kollei aus Rödental war bisher als ehrenamtliche Pfarrerin tätig und wird am 1. Juli ihre Stelle antreten. Bereits Mitte Juni will sie mit ihrer Familie, dem Ehemann und den vier Kindern im Alter von drei bis elf Jahren, in das frisch sanierte Pfarrhaus einziehen. "Es ist richtig schön, dieses Haus mit vier Kindern voll machen zu können, das war immer ein Traum", verrät Rainer Mattern.

"Die Entscheidung, das Haus zu erhalten, war richtig. Es wäre ja schrecklich, wenn es weg gewesen wäre, es gehört zum Ensemble", meint Kirchenpflegerin Monika Grambs. Das Haus ist Teil eines Gebäudekomplexes auf einer Anhöhe in Meeder. Dazu gehören auch das ehemalige Rathaus und die Kirche. Früher war das Gotteshaus von einer Mauer umschlossen und diente als sogenannte Fluchtkirche, in der sich die Menschen aus der Umgebung bei einem Angriff in Sicherheit bringen konnten.

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Christiane Schult

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Veröffentlicht am:
15. 04. 2019
17:10 Uhr

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15. 04. 2019
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