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Coburg

Lichtenfels wuchert mit 3D-Druck

Spätestens 2023 soll das "Forschungs- und Anwendungszentrum für digitale Zukunftstechnologien" starten. Im Boot ist die Hochschule Coburg - mit einem neuen Studiengang.



Mehr als 800 angemeldete Patente, hohe Innovationskraft: Lichtenfels sei der ideale Standort für das "Forschungs- und Anwendungszentrum für digitale Technologien", sind sich Hochschul-Präsidentin Prof. Dr. Christiane Fritze, Bürgermeister Andreas Hügerich, Unternehmer Frank Carsten Herzog sowie die Professoren Dr. Markus Stark und Ercole Erculei (von links) sicher.
Mehr als 800 angemeldete Patente, hohe Innovationskraft: Lichtenfels sei der ideale Standort für das "Forschungs- und Anwendungszentrum für digitale Technologien", sind sich Hochschul-Präsidentin Prof. Dr. Christiane Fritze, Bürgermeister Andreas Hügerich, Unternehmer Frank Carsten Herzog sowie die Professoren Dr. Markus Stark und Ercole Erculei (von links) sicher.   Foto: Christoph Scheppe » zu den Bildern

Lichtenfels/Coburg - Von der Korbstadt zum Hightech-Standort: In Lichtenfels wird ein "Forschungs- und Anwendungszentrum für Zukunftstechnologien" (FADZ) etabliert. Dieses zukunftsweisende Projekt ist eine Gemeinschaftsaktion von Stadt und Landkreis Lichtenfels, der Hochschule Coburg und des Unternehmers Frank Carsten Herzog. Der Schwerpunkt liegt auf der additiven Fertigung, dem 3D-Druck.

Kirschbaummühle wird zur Hightech-Schmiede

Der Standort steht schon fest: Das künftige "Forschungs- und Anwendungszentrum für digitale Technologien" (FADZ) wird in der Kirschbaummühle eingerichtet. Das 1880 in der Coburger Straße 43 erbaute und nach einem Brand 1950 erweiterte Gebäude ist inzwischen im Besitz der Kommune und sei wegen der "Lage mitten in der Stadt" und guter Verkehrsanbindung die optimale Immobilie, sagte der Lichtenfelser Bürgermeister Andreas Hügerich.

Vorgesehen ist ein Umbau des teilweise siebenstöckigen Mühlenanwesens. Für die Umsetzung des FADZ-Konzepts stehen rund 2300 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung. Hügerich: "Es ist geplant, die Kirschbaummühle durch Modernisierungsmaßnahmen im Rahmen der Städtebauförderung zu einem Blickfang im Stadtbild zu machen."

Studenten der Hochschule haben für das FADZ bereits ein Raum- und Nutzungskonzept erarbeitet. Inwieweit die Vorschläge realisiert werden können, ist Gegenstand weiterer Gespräche.

Bei einer "Kick-Off-Veranstaltung" wollen die FADZ-Initiatoren am 26. September Unternehmen aus Industrie, Handwerk und weiteren Institutionen das Konzept vorstellen. Ziel ist es, einen Förderverein zu gründen. Veranstaltungsort ist die Kirschbaummühle.

"Das ist für unsere Stadt ein historischer Tag", sparte der Lichtenfelser Bürgermeister Andreas Hügerich bei der Vorstellung der Pläne am Dienstag nicht mit Superlativen. Wenn alles nach Plan läuft, geht das FADZ in der Kirschbaummühle ( siehe Infobox ) Ende 2022 oder Anfang 2023 an den Start. "Es soll vor allem mittelständischen Unternehmen und jungen Leuten aus der Region Zugang zu den neuen und innovativen Fertigungsverfahren ermöglichen", erläuterte Herzog die Intention. Die Digitalisierung stelle Wirtschaft und Gesellschaft vor große Herausforderungen. So verändere 3D-Druck beispielsweise ganze Produktionslinien. Lichtenfels verfüge bei der additiven Fertigung über eine 30-jährige Erfahrung und habe sich nicht zuletzt durch mehr als 800 angemeldete Patente inzwischen "zum weltweiten Zentrum" entwickelt, stellte der 3D-Druck-Pionier sowie Gründer und Gesellschafter von Concept Laser fest.

 

Mit den drei Säulen "Angewandte Forschung für regionale Unternehmen", Anwendungsberatung und Wissenstransfer" sowie "Aus- und Weiterbildung" will das FADZ (Handwerks-)Betriebe, Unternehmen und Institutionen als kompetenter Partner bei den Herausforderungen der Digitalisierung unterstützen. Herzog: "Wer das verpasst, wird Schwierigkeiten bekommen. Unsere Aufgabe ist es, Wirtschaft und Schulen auf die digitale Reise mitzunehmen und Zugang zu digitalen Zukunftstechnologien zu schaffen."

Dabei kommt der Hochschule Coburg eine tragende Rolle zu. Zunächst sollen in Kooperation mit dem dort angesiedelten Institut für Prototypen- und Modelltechnik der Fakultät Maschinenbau und Automobiltechnik Machbarkeitsstudien durchgeführt, Forschungsprojekte mit Partnern aus der Wissenschaft angestoßen und Prototypen, Werkzeuge oder Bauteile produziert werden - auch als Auftragsarbeiten. Weitere Schwerpunkte sind Datengenerierung, Bauteilgestaltung und Qualitätssicherung, sagte Institutsleiter Prof. Dr. Markus Stark.

Darüber hinaus plant die Hochschule laut Präsidentin Prof. Dr. Christiane Fritze die Einführung des neuen Master-Studiengangs "Additive Fertigung und Leichtbau". Ziel sei es, mit 30 Teilnehmern zu starten und die Zahl in fünf Jahren auf 120 zu steigern. Fritze erklärte, in enger Zusammenarbeit mit weiteren oberfränkischen Innovationsinitiativen die Region in ihren jeweiligen Kompetenzen durch maßgeschneiderte Angebote stärken zu wollen. Im Lichtenfelser FADZ werde die Hochschule sich mit Personal und Know-how einbringen, um den Wissens- und Technologietransfer zu forcieren. Für das Themenspektrum 3D-Druck sei die Korbstadt "einfach der ideale Kristallisationspunkt". Im Master-Studiengang sehe sie ein probates Mittel, die Kompetenzen in der additiven Fertigung auszubauen und potenziellen Nachwuchskräften Zugang zu regionalen Formen zu schaffen, unterstrich Fritze.

Erste Schritte dazu hat das FAZD mit einem Projekt am Meranier-Gymnasium in die Wege geleitet. Dort haben Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, sich an 3D-Druckern mit der Herstellung von Kunststoffbauteilen zu befassen. Für die Öffentlichkeit ist das FADZ-Lab geplant. Pate stand der Creapolis-Makerspace auf dem ehemaligen Coburger Schlachthofgelände.

Jetzt hoffen die Initiatoren, dass möglichst alle Betriebe, Kammern und Institutionen über den Förderverein das FADZ unterstützen. Gleiches wird von der Politik erwartet. Denn klar ist auch: Stadt und Landkreis sind auf Finanzhilfen angewiesen.

Bürgermeister Andreas Hügerich zufolge belaufen sich die einmaligen Kosten für Immobilienkauf, Umbau und Erstausstattung auf 8,4 Millionen Euro. Für den laufenden Betrieb ist - inklusive Hochschule - jährlich eine Million Euro veranschlagt.

Autor
Christoph Scheppe

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Veröffentlicht am:
30. 07. 2019
17:18 Uhr

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Christoph Scheppe

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Veröffentlicht am:
30. 07. 2019
17:18 Uhr



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