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Coburg

Lob und Kritik für Tessmer

Die SPD-Stadtratsfraktion begrüßt die Stellungnahme zum geplanten Hotel. Dagegen beklagt sich die Gemeinschaft Benzel.



Vor allem die Höhe des geplanten Hotels am Anger in Coburg ist heftig umstritten. Die SPD fordert einen Architektenwettbewerb, die Gemeinschaft Benzel eine Überarbeitung des Bebauungsplans.
Vor allem die Höhe des geplanten Hotels am Anger in Coburg ist heftig umstritten. Die SPD fordert einen Architektenwettbewerb, die Gemeinschaft Benzel eine Überarbeitung des Bebauungsplans.  

Coburg - Oberbürgermeister Norbert Tessmer hat am Donnerstag mitgeteilt, den vom Stadtrat beschlossenen Verkauf des Grundstücks am Ketschenanger in Coburg für den geplanten Hotelneubau nicht umzusetzen. Stattdessen will er dazu nochmals Gespräche führen (Neue Presse vom Freitag).

Petra Schneider, Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion, betont in einer Stellungnahme, die SPD bleibe bei ihrer Forderung, für das Vorhaben an diesem neuralgischen Punkt einen Architektenwettbewerb auszuschreiben. Dies hatte sie bereits vor der Stadtratssitzung im April eingefordert. Ein Wettbewerb wurde aber sowohl vom Investor als auch im Bau- und Umweltsenat abgelehnt.

Auch der Mindestforderung der Fraktion, den Verkauf von der Zustimmung des Beirats für Baukultur abhängig zu machen, stimmte der Stadtrat nicht zu. Die SPD-Fraktion fordert ihre Kolleginnen und Kollegen im Stadtrat erneut auf, "ihre ablehnende Haltung zu überdenken und einem Wettbewerb zuzustimmen, der Architektur und die städtebauliche Überprüfung der Höhe und Orientierung eines Hotels am südlichen Eingang zur Coburger Altstadt zum Ziel hat". Die SPD-Stadtratsfraktion wolle das Beste für ihre Stadt im Einklang mit den Bürgern, die in das Verfahren einzubinden seien. Die Fraktion unterstütze den OB ausdrücklich darin, dies erneut an den Investor heranzutragen.

Den Standort eines Hotels im Rosengarten sehe die SPD-Stadtratsfraktion derzeit kritisch und halte ihn eher für ungeeignet. Es bestehe kein Baurecht, da das Grundstück im Flächennutzungsplan als "Grünfläche" und im Bebauungsplan als "öffentliche Parkanlage" ausgewiesen ist. Mit einem Hotel direkt am Kongresshaus verfestige sich dieses am Rosengarten, was 2015 von mehreren Fraktionen nicht gewollt gewesen sei. Sie hätten deshalb den Abbruch des Gebäudes beantragt. In Gutachten aus dem Jahr 2007 (Schwägermann und Schollen) sei unter anderem davon die Rede, dass das "Kongresshaus schlecht geeignet für Tagungen und Kongresse" und es "wenig funktional" sei. Ob dies durch einen Umbau mit hohen Kosten und Rücksicht auf die vorhandene Architektur zu ändern ist, sei mehr als fraglich.

Es sei, so die SPD-Stadtratsfraktion weiter, nachvollziehbar, dass es Stimmen gibt, "die einen Hotelstandort im Grünen dem an einem Parkplatz beziehungsweise zeitweisem Vergnügungsareal vorziehen". Deshalb müsse im Zusammenhang mit einem Hotelneubau am Anger darüber nachgedacht werden, wie sich das Hotel zum Rosengarten hin ausrichten lasse. Die SPD nennt hier eine verkehrsberuhigte Ketschendorfer Straße mit Öffnung des Rosengartens und Orientierung des Hotels dazu.

Die Stadträte Wolf-Rüdiger Benzel und Martina Benzel-Weyh (parteilos) weisen dagegen darauf hin, dass die Überprüfung der Pläne für ein Hotel am Ketschenanger nicht auf die Einsicht des Oberbürgermeisters und des Stadtrats erfolge, "sondern nur aufgrund des heftigen Drucks seitens der Coburger Bevölkerung". "Überfallartig" und "unter Ausschluss der Öffentlichkeit" seien die Beschlüsse durch die Senate "gejagt" worden. "Wobei hier zu hinterfragen ist, ob eine Bauvoranfrage und der Verkauf eines städtischen Grundstücks überhaupt nicht öffentlich behandelt werden sollten." Auch seien "Teile des Stadtrats, die nicht fraktionsgebunden sind, "bis zu den Senatssitzungen ebenfalls nicht in den Genuss einer Vorabinformation gekommen. Wäre die Coburger Bevölkerung nicht noch kurzfristig über das Bauvorhaben informiert worden, es wäre ihr nicht einmal die Zeit geblieben, wenigstens noch einen Leserbrief vor der Stadtratssitzung zu veröffentlichen", kritisieren Martina Benzel-Weyh und Wolf-Rüdiger Benzel.

Der OB habe verlauten lassen, dass die Hotelpläne noch einmal überprüft werden sollen. Das heiße im Umkehrschluss, dem Verkauf des Grundstücks solle nicht widersprochen werden. "Anscheinend soll auch keine Überarbeitung des veralteteten Bebauungsplans erfolgen, wie es die Gemeinschaft Benzel im Stadtrat "abermals beantragt" habe. Es könne sich also nur um geringfügige Änderungen der Hotelplanungen handeln. Ob das die Bürger befriedige und dem Wohle der Stadt diene, "mögen wir bezweifeln". Auch sollte die Stadtspitze damit rechnen, dass sie "aufgrund ihres Verhaltens" ein Bürgerbegehren provoziert.

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Veröffentlicht am:
10. 05. 2019
16:58 Uhr

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10. 05. 2019
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