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Coburg

Meeder will weiter gegen Stromtrassen kämpfen

Im Gemeinderat sieht man keinen Grund dafür, von bisherigen Beschlüssen abzuweichen. Skeptisch sieht man die geplante Raststätte an der A 73.



Im November 2018 präsentierten Kommunalpolitiker aus Stadt und Land symbolische Stromkreuze, um damit überall im Coburger Land gegen neue Trassen zu demonstrieren. Die meisten sind mittlerweile wieder eingesammelt, weil das Thema als erledigt galt. Müssen sie jetzt wieder herausgeholt werden?	Foto: NP-Archiv
Im November 2018 präsentierten Kommunalpolitiker aus Stadt und Land symbolische Stromkreuze, um damit überall im Coburger Land gegen neue Trassen zu demonstrieren. Die meisten sind mittlerweile wieder eingesammelt, weil das Thema als erledigt galt. Müssen sie jetzt wieder herausgeholt werden? Foto: NP-Archiv   » zu den Bildern

Meeder - Die eigentlich schon überstanden geglaubte Diskussion über neue Stromtrassen durch das Coburger Land feiert fröhliche Urständ (die Neue Presse berichtete). Kryptisch klingende Trassenbezeichnungen wie "P 44" oder "P 44 mod" kursieren wieder in den politischen Gremien. Fast ein wenig genervt sagte Bürgermeister Bernd Höfer in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates Meeder am Montag: "Der Protest wird sicherlich weitergehen müssen." Er werde an den bisherigen Beschlüssen und Stellungnahmen der Gemeinde festhalten.

Genügend Holzkreuze in den Lagern

Rot-gelb angestrichene Andreaskreuze haben in den vergangenen Monaten das Bild von Straßen im Coburger Land geprägt. Sie standen für den Protest gegen den Bau neuer Stromleitungen.

Nachdem die Wirtschaftsminister Peter Altmaier (Bund) und Hubert Aiwanger (Land) im Juni mitgeteilt hatten, dass die 380-kV-Leitung P 44 zwischen Schalkau, dem Coburger Land und dem Raum Schweinfurt nicht kommen wird, wurden die Kreuze abmontiert.

Seit Montag ist die Situation eine andere. Die P 44, gegen die es massive Proteste in der Stadt und im Landkreis Coburg gibt, ist trotz der Zusagen der Minister Bestandteil des Netzentwicklungsplans 2030. Deshalb wird darüber nachgedacht, die Holzkreuze wieder aufzuhängen. Zwar sind einige verschwunden, "aber wir haben in Lagern der Gemeinden und des Landratsamtes noch genügend Exemplare", sagte Klimaschutzbeauftragter Christian Gunsenheimer der Neuen Presse auf Anfrage. Die Wiederaufnahme des Protestes hängt auch vom Ausgang einer Informationsveranstaltung heute Abend in Erfurt ab, die Coburger Kommunalpolitiker besuchen werden. Gunsenheimer: "Wir könnten sofort mit unserer Aktion starten." wb


Die Planfeststellung zum Bau einer Tank- und Rastanlage an der Autobahn A 73 bei Drossenhausen in der Gemeinde Meeder geht voran. Der Gemeinderat Meeder und die Einwohner von Drossenhausen sind nach wie vor keine Freunde des Vorhabens. Nicht einmal der vom Gemeinderat favorisierte Wunsch-Name "Lange Berge" steht mehr zur Debatte. "Coburger Land" ist angesagt. "Wir wollen aus der Not das Beste machen", verkündete Bürgermeister Höfer bei der Diskussion über eine Stellungnahme. Bis zum 2. September konnte die Öffentlichkeit die Planungsunterlagen einsehen. Bis zum 2. Oktober können noch Einwendungen geltend gemacht werden. Einige Forderungen hat die Gemeinde schon formuliert. Dabei geht es unter anderem um einen effektiven Lärmschutz, vor allem entlang der Brückenbauwerke. Die Zufahrtswege sollen so gestaltet werden, dass es zu keiner Verkehrszunahme in Drossenhausen kommen kann. Die Bürger wollen eine naturnahe Gestaltung der Rastanlage, also viel Grün und wenig Bodenversiegelung. Weitere Themen sind die Lichtverschmutzung, die Trinkwasserversorgung und Abwasserbeseitigung, die Übernahme der Gewässerunterhaltungspflicht durch den Autobahnträger und gut ausgearbeitete Brandschutz- und Rettungszufahrtsregelungen. Kurzfristig können vor Ende September die Meederer Bürger noch ergänzende Stellungnahmen abgeben. Ob vor einer finalen Stellungsnahme noch eine Sondersitzung des Gemeinderates stattfinden soll, blieb zunächst offen.

Die Firma Rosenbauer IT Systems aus Neustadt soll die Medientechnik für die Anna-Bernhardine-Eckstein-Schule in Meeder liefern. Die Kosten dafür betragen rund 18 500 Euro. Knapp 16 500 Euro soll die Regierung von Oberfranken beisteuern. Dann bleiben rund 1850 Euro für die Gemeinde Meeder als Eigenanteil. "Das ist ein wichtiger Schritt für unsere Grundschule", freute sich Bürgermeister Höfer. Thorsten Huld und Ulrike Halboth wollen in Kösfeld ein Einfamilienhaus mit Doppelgarage errichten. Ein Bebauungsplan existiert aber nicht. Der Gemeinderat stimmte der Bauvoranfrage grundsätzlich zu. Die Erschließung sei realisierbar, also unkomplizierte Zufahrt, Trinkwasserversorgung und Abwasserbeseitigung.

Dem Gemeinderat lag noch ein Bauantrag vor. Es geht um die Errichtung eines Einfamilienhauses mit Carport in Meeder. Eigentlich hat das Gremium nichts dagegen. Allerdings hapert es mit der Erschließung. "Die Wasserversorgung ist nicht gesichert, die Abwasserbeseitigung ist nicht gesichert", hieß es. Darum müssen sich die Bauherren selber kümmern im Rahmen einer Privaterschließung.

In Meeder gibt es für Verkehrsverstöße, vor allem Falschparken, demnächst eine "Gelbe Karte". Die "Gelben Karten" will die Gemeinde als "freundlichen Hinweis" verstanden wissen. Ein Bußgeld wird nicht fällig.

Der Sängerkranz Ahlstadt und der Gesangverein Ottowind laden am Samstag, 9. November, in die Turnhalle Ottowind zu einem gemeinsamen Konzert ein. Anlass ist der 30. Jahrestag der Maueröffnung und des Beginns des Wiedervereinigungsprozesses.

Steffen Sauerbrey, bisher Kommandant der Feuerwehr Wiesenfeld, hat seinen Rücktritt erklärt. Eine Neuwahl hat noch nicht stattgefunden.

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Martin Koch
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Veröffentlicht am:
10. 09. 2019
17:24 Uhr

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Autor

Martin Koch

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Veröffentlicht am:
10. 09. 2019
17:24 Uhr



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