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Coburg

Mehr Gäste, weniger Defizit

Die ThermeNatur ist auf einem guten Weg. Doch ohne Gelder von Stadt und Landkreis geht es auch künftig nicht. Deshalb verlängert der Kreistag den Vertrag bis 2026.



Die erfreuliche Entwicklung bei der ThermeNatur belohnt der Kreistag. Das Gremium unterstützt bis Ende 2026 weiter die Bad Rodacher Bäder GmbH mit 150 600 Euro jährlich.
Die erfreuliche Entwicklung bei der ThermeNatur belohnt der Kreistag. Das Gremium unterstützt bis Ende 2026 weiter die Bad Rodacher Bäder GmbH mit 150 600 Euro jährlich.   Foto: Henning Rosenbusch

Coburg - Der Abwärtstrend scheint gestoppt: Die ThermeNatur verzeichnet wieder steigende Besucherzahlen und Umsätze. Gleichwohl ist die Bad Rodacher Einrichtung noch längst nicht aus dem Gröbsten heraus, denn die Weiterentwicklung erfordert hohe Investitionen, die von der Stadt Bad Rodach nicht allein geschultert werden können. Deshalb unterstützen Stadt und Landkreis Coburg seit 2015 die mit der Betriebsführung beauftragte Bad Rodacher Bäder GmbH mit jährlich jeweils 150 600 Euro. Am Donnerstag hat der Kreistag den Ende 2020 auslaufenden Vertrag vorzeitig um weitere sechs Jahre verlängert.

Damit folgte das Gremium der Empfehlung des Kreis- und Strategieausschusses (NP vom 26. Oktober) und reagierte zugleich auf den Ende September vom Bad Rodacher Stadtrat um weitere sechs Jahre verlängerten Betriebsführungsvertrag mit der Bäder GmbH, deren Geschäftsführer Lutz Lange und Stine Michel sind (NP vom 5. November). Ausschlaggebend für dieses Vorgehen war neben Planungssicherheit auch die Gewähr eines reibungslosen Betriebsverlaufs.

Fakt ist: Seit Lange und Michel als Betreiber für die ThermeNatur verantwortlich zeichnen, sind Abwicklungs-Szenarien, die damals durchaus in Betracht gezogen wurden, endgültig passé. Vielmehr gehe es langsam wieder aufwärts, erläuterte der Bad Rodacher Bürgermeister und SPD-Kreisrat Tobias Ehrlicher. Seinen Angaben zufolge stieg seit 2015 die Besucherzahl von 205 140 zum Jahresende 2018 auf 211 672, während sich die Umsätze von 2,8 Millionen Euro auf rund 3,5 Millionen Euro erhöhten. Im gleichen Zeitraum habe sich das Defizit um 500 000 auf 716 000 Euro verringert.

Diese "erfreuliche Entwicklung" sei neben einer stringenten Ausgabendisziplin auf zahlreiche Investitionen zurückzuführen. Laut Ehrlicher flossen seit 2015 zwei Millionen Euro unter anderem in die Erweiterung der Sauna und des Wohnmobilstellplatzes. Letzterer laufe "richtig gut" und beschere der Stadt in diesem Jahr voraussichtlich 18 000 Übernachtungsgäste. Zudem wurden Duschen und Technik modernisiert, eine weitere Liegewiese angelegt und mit dem "Georgenblick" ein zusätzlicher Ruheraum geschaffen.

Gleichwohl erfordere der sukzessive Ausbau zum "Wellnesstempel" weitere finanzielle Anstrengungen. Es gelte, mit gezielten Maßnahmen die Wohlfühl-Atmosphäre insgesamt und das Angebot beispielsweise durch Trinkkuren zu verbessern, sagte Ehrlicher. Konkret sei bereits beschlossen, das Thermenrestaurant auf Vordermann zu bringen.

Auf die vor der Abstimmung von Dagmar Escher (SPD) gestellte Frage, ob die Stadt Coburg auch vorzeitig um sechs Jahre verlängere, wollte Ehrlicher dem Ergebnis der Stadtratssitzung am 21. November nicht vorgreifen: "Es gibt Signale, dass Coburg den Vertrag nicht kündigt, aber die Laufzeit zunächst auf drei Jahre begrenzt." Grund sei, dass im März nächsten Jahres ein neuer Stadtrat gewählt werde, dem das aktuelle Gremium keine langfristige Bindung mit auf den Weg geben wolle.

Das rief Peter Jakobi (FDP) auf den Plan. "Der Kreistag wird auch neu gewählt", beantragte er für die ÖDP/FDP-Fraktion, den Kontrakt nicht um sechs, sondern vorerst um drei Jahre zu verlängern. "Wir sollten unseren Nachfolgern mit auf den Weg geben, dass der amtierende Kreistag wünscht, den Vertrag zu verlängern. Aber die Neuen sollten auch die Möglichkeit haben, sich der jetzigen Haltung anzuschließen", argumentierte Peter Jakobi. Dadurch werde die Planungssicherheit der Therme nicht gefährdet.

Dem widersprach Bernd Reisenweber (FW) energisch. "Ein Nein wäre eine Steilvorlage", warnte er und appellierte an den Kreistag, den vorgeschlagenen sechs Jahren zuzustimmen und damit ein klares Zeichen für die "Perle im Landkreis" zu setzen. Dem pflichtete Martin Finzel (SPD) bei: "Hier ist Verlässlichkeit nötig. Wir sollten Ruhe in die Investitionen unserer Leuchttürme bringen."

Die Appelle verhallten nicht ungehört: Bis auf Christoph Raabs und Thomas Büchner (beide ÖDP) sowie Peter Jakobi votierte der Kreistag für die längere Laufzeit.

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Christoph Scheppe

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Veröffentlicht am:
07. 11. 2019
20:16 Uhr

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Christoph Scheppe

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07. 11. 2019
20:16 Uhr



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