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Coburg

Miniaturen von Weltformat

Wenn es um Modellbahnzubehör geht, stößt man unweigerlich auf Thomas Oswald aus Neustadt. Seine Werke werden von Kunden aus vielen Ländern geschätzt.



Thomas Oswald präsentiert ein Modell des Bahnhofs in Fürth am Berg, das er natürlich maßstabsgetreu kreiert hat. Fotos: Tischer
Thomas Oswald präsentiert ein Modell des Bahnhofs in Fürth am Berg, das er natürlich maßstabsgetreu kreiert hat. Fotos: Tischer   » zu den Bildern

Neustadt - Wenn man von einem Weltmarktführer spricht, denkt man an große Konzerne. Doch bei Thomas Oswald ist das anders: Er stellt Modellbahnzubehör her. Bei Gebäudemodellen für die Spuren N und Z ist er ebenfalls führend. Kleine Kunstwerke, die noch eine weitere Besonderheit haben: Sie sind aus Pappkarton. "Alles fing an, weil mich mein Vater Ernst mit Modelleisenbahnen versorgt hatte", erzählt Oswald. "Da war ich vier Jahre alt und baute diese bis zum 20. Lebensjahr selbst." Doch er war mit der Qualität nicht zufrieden und schaute sich auf dem Markt um. "Das kann ich besser", analysierte er. Auf der Spielwarenmesse sei er über einen Laser "gestolpert". Den nutzte der gelernte Fotograf zunächst für seinen Beruf, später für den Modelleisenbahnbau.

Allmählich perfektionierte der Autodidakt seine Vorgehensweise. "Zuerst baute ich Pflanzen und Zäune, dann wurde angefragt, ob ich auch Häuser konstruieren könnte, dann sogar ganze Anlagen", blickt Oswald zurück. Im Jahr 2005 hatte er bereits 80 Gebäude gebaut. "Das hört sich wenig an, aber es ist eben sehr zeitaufwendig", erklärt er. "So wurde ich einer der Karton-Laser-Pioniere." Dabei betont er, dass er zu 100 Prozent das Original nachbaue, zunächst im Maßstab H0. Das überträgt er dann in andere Maßstäbe. "Manche Details, so wie ich sie mit Karton herstelle, sind mit Kunststoff nicht herstellbar beziehungsweise zu teuer", sagt der Modellbauer.

Kunden aus der ganzen Welt schätzen mittlerweile seine Modelle. "Ich bin der einzige, der in dieser Qualität produziert." Seine Modelle seien außerdem höchst umweltfreundlich. Drei bis 1000 Euro kosten sie. Zu kaufen gibt es sie nur als Bausätze. "Aber ich liefere dazu auch Farben und gebe natürlich Tipps", sagt Oswald.

Derzeit hat er mehr als 2600 Bausätze im Angebot, "wobei ich noch weitaus mehr Anfragen habe, die ich aus Zeitgründen aber nicht aufarbeiten kann". Trotz seiner 65 Jahre denkt er nicht ans Aufhören. 14 bis 16 Stunden arbeite er täglich, sagt er.

Eines seiner ersten Werke ist die Semperoper. "Sie ist 1,06 Meter lang, und selbst die Figuren daran sind aus Karton", zeigt er stolz. In seinem Musterzimmer stehen vom Bahnhof über die Gründerzeit-Villa bis zum Biergarten illustre Miniaturen. "Langweilig wird’s dabei nicht", schmunzelt der Experte und geht wieder in seinen Arbeitsraum, in dem rund zehn Monitore stehen, es permanent nach Kaffee duftet und die Zigarette ein nicht ausgehendes Utensil ist.

Autor

Peter Tischer
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Veröffentlicht am:
11. 06. 2019
16:16 Uhr

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Peter Tischer

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11. 06. 2019
16:16 Uhr



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