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Coburg

Mit Lebensqualität punkten

Mit familienfreundlichen Angeboten wollen die Kommunen im Landkreis ihre Einwohner halten und neue anlocken. Fast jeder Ort geht dabei eigene Wege.



Damit sich Familien wohl fühlen, legen sich die Kommunen im Landkreis besonders ins Zeug. Foto: JenkoAtaman /Adobe Stock
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Coburg - Im Süden des Freistaates wächst die Einwohnerzahl, im Norden sinkt sie. Der Anteil an älteren Menschen steigt. Das ist an sich nichts Neues. In Bayern herrscht in dieser Hinsicht ein klares Nord-Süd-Gefälle. Als einziger Regierungsbezirk im Freistaat verliert Oberfranken künftig Einwohner. Auch der Landkreis Coburg ist davon betroffen. Erstaunlich ist allerdings, dass für einige Kommunen im Coburger Land vom Bayerischen Landesamt für Statistik ganz unterschiedliche Entwicklungen vorausgesagt werden.

Ausreißer nach oben mit einer positiven Bevölkerungsentwicklung ist die Gemeinde Lautertal im nördlichen Landkreis: Hier errechnen die Statistiker sogar ein Anwachsen der Einwohnerzahl bis zum Jahr 2031 um 6,1 Prozent oder 255 Personen. Bürgermeister Karl Kolb führt das auf den Zuzug vieler junger Familien zurück, "da wir ausreichend Bauland zur Verfügung gestellt haben." Er ergänzt: "Außerdem hat Lautertal viel in Sachen Familienfreundlichkeit getan: Wir haben ausreichend Kinderkrippen- und Kindergartenplätze, einen neuen Mehrgenerationenspielplatz und einen guten ÖPNV, insbesondere die Stadtbusanbindung bis Oberlauter ist hier anzuführen." Lautertal habe zudem ein vielfältiges Vereinsleben, eine hervorragende Gastronomie, gute Bäckereien und Metzgereien, Apotheke, Ärzte. Und nicht zu vergessen sei die reizvolle Landschaft. "Man kann in Lautertal ruhig leben und muss trotzdem auf nichts verzichten."

Auch Bad Rodach steht bei der Bevölkerungsentwicklung innerhalb des Landkreises gut da. In der Kurstadt soll laut Prognose die Einwohnerzahl steigen, um 53 oder 0,84 Prozent auf 6400 im Jahr 2031. Bürgermeister Tobias Ehrlicher nennt dafür mehrere Faktoren: "Es gibt in der Stadt 4500 Arbeitsplätze, Einkaufsmöglichkeiten, eine vielseitige Gastronomie und attraktiven Wohnraum. Bei uns lässt sich über Generationen Familienleben gestalten. Außerdem bildet das Heilbad einen nicht zu unterschätzenden Attraktionsfaktor. Wir haben Zuzüge auch von weiter her. Von den Angeboten und Veranstaltungen profitieren nicht nur die Kurgäste, sondern auch die Einwohner."

Dritter im Landkreis-Ranking ist die Gemeinde Ahorn. Die Einwohnerzahl der Kommune soll zwar bis 2031 etwas schwinden, jedoch nur um 29 Personen oder 0,69 Prozent. Das ist lediglich ein Zehntel des Wertes, den die Statistiker im Coburger Landkreis für die nächsten 20 Jahre errechnen. 2. Bürgermeister Wolfgang Beyer nennt ebenfalls Investitionen in die Lebensqualität als ausschlaggebenden Faktor: "Die Kooperation im Rahmen der Initiative Rodachtal bringt uns einen Fördermittelbonus. Beim Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept ‚ISEK Ahorn 2035’ steht die Innenentwicklung der Kommune ganz klar im Fokus. Das heißt, wir wollen unsere Ortskerne nicht verwaisen lassen. Uns gelingt es damit, extra Fördermittel zu gewinnen, etwa für den Umbau des in die Jahre gekommenen Freizeitzentrums Witzmannsberg, um attraktive Räumlichkeiten für Begegnung und überregionale Veranstaltungen zu schaffen. Andere Kommunen schließen ihre Bäder - unsere Grundschule soll ein Lehrschwimmbecken erhalten. Die Schule bekommt ein digitales Klassenzimmer und ein neues Raumprogramm. Für die Konstanz unserer Bevölkerung haben wir also kräftig investiert", betont Beyer.

Den größten Bevölkerungsschwund im Landkreis prognostizieren die Statistiker für Dörfles-Esbach. Bürgermeister Udo Döhler ist die Lage durchaus bekannt: "Die Einwohnerzahl ist seit dem Spitzenwert von 1998 mit 4149 Einwohnern kontinuierlich zurückgegangen." Das Gemeindeoberhaupt führt dies unter anderem darauf zurück, dass Dörfles-Esbach aufgrund seines kleinen Gebietes im Gegensatz zu Nachbargemeinden keine weiteren Bauflächen für Wohnbebauung ausweisen könne. Baulücken gebe es kaum mehr, da bereits in den letzten Jahren intensiv "nachverdichtet" wurde. Außerdem sei aufgrund der Lärmvorschriften keine weitere Wohnbebauung an die Trassen der ICE-Neubautrasse und der Autobahn A73 möglich. Künftig will die Gemeinde besonderes Augenmerk darauf legen, den vorhandenen Baubestand bei Freiwerden kontinuierlich neu zu belegen und vor allem an den heutigen Anspruch für moderne Wohnverhältnisse anzupassen.

Innerhalb des Landkreises sind die Gegebenheiten der einzelnen Kommunen recht unterschiedlich und von verschiedenen Faktoren geprägt. Allen gemeinsam ist der Wunsch, über qualitätvolle Angebote die Menschen im Ort zu halten.

Autor

Katrin Lyda
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Veröffentlicht am:
23. 08. 2019
20:10 Uhr

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Katrin Lyda

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Veröffentlicht am:
23. 08. 2019
20:10 Uhr



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