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Coburg

Mit einem Ticket an die Noris

Im Stadtbus Coburg zahlen und bis ins Altmühltal fahren: Das könnte der Verkehrsverbund Großraum Nürnberg bieten. Landkreis und Stadt prüfen jetzt den Beitritt.



Bislang haben der Stadtrat und der Kreistag von Coburg den Beitritt zum Verkehrsverbund Großraum Nürnberg abgelehnt. Nachdem Bayerns Verkehrsminister Hans Reichhart eine Förderung in Aussicht gestellt hat, dreht sich die Stimmung.	Foto: Daniel Karmann / dpa
Bislang haben der Stadtrat und der Kreistag von Coburg den Beitritt zum Verkehrsverbund Großraum Nürnberg abgelehnt. Nachdem Bayerns Verkehrsminister Hans Reichhart eine Förderung in Aussicht gestellt hat, dreht sich die Stimmung. Foto: Daniel Karmann / dpa  

Bislang haben der Stadtrat und der Kreistag von Coburg den Beitritt zum Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) abgelehnt. Zu teuer, zu kompliziert, zu wenig Nutzen, hieß es bisher. Dabei ist ein Verbundticket für Fahrgäste günstiger als die Summe der Fahrkarten mehrerer Verkehrsunternehmen, die man heute lösen muss, wenn man beispielsweise von Rottenbach nach Erlangen fahren möchte. Im Gegenzug sinken in einem solchen Verbundsystem die Einnahmen von Buslinienbetreibern. Diesen finanziellen Verlust müssen Städte und Landkreis ausgleichen. Dagegen haben sich Stadtrat und Kreistag bislang gesträubt.

Seit dieser Woche beginnt sich die Stimmung zu drehen. Der Grund: Bayerns Verkehrsminister Hans Reichhart (CSU) hat Landräten und Oberbürgermeistern aus Coburg, Hof, Kronach, Kulmbach und Wunsiedel eine hohe staatliche Förderquote für den VGN-Beitritt und die dafür notwendigen vorbereitenden Arbeiten in Aussicht gestellt. Landrat Sebastian Straubel (CSU) und Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD) hörten das gerne. Die Zuschussrichtlinie werde derzeit im bayerischen Verkehrsministerium erarbeitet, erläutert David Schmitt, Pressesprecher der Stadt Coburg.

Er erklärt, dass ein Verkehrsverbund "Fahrgästen den kostenfreien Umstieg zwischen verschiedenen Verkehrsmitteln ermöglicht, egal ob Einzel- oder Monatskarte". Im Coburger Land besteht ein solches System bereits zwischen dem Stadtbus und den Regionalbussen, aber noch nicht zur Schiene.

Würden Stadt und Landkreis Coburg dem VGN beitreten, "kann ein Fahrgast dann bereits im Stadtbus eine Fahrkarte bis ins Altmühltal kaufen", erläutert David Schmitt. Oder: "Wer aus Scheuerfeld zum Markt in Nürnberg möchte, kauft im Coburger Stadtbus die Fahrkarte die dann im Bus, im Zug und der U-Bahn gilt." Das treffe auch für einen Fahrgast in Weitramsdorf zu, der ein Heimspiel des "Clubs" im Max-Morlock-Stadion besuchen will.

Das einzurichten kostet Geld. Um Fahrgäste nicht zusätzlich zu belasten (Schmitt: "Es gibt mehr Kunden, die innerhalb Coburgs fahren als Richtung Nürnberg!"), sei mit dem VGN ein Ausgleich zu vereinbaren. Wie hoch die Kosten für Stadt und Landkreis sind, werde nun berechnet. Dazu seien unter anderem Fahrgastzählungen, eine Auswertung der Ticketverkäufe und die Feststellung notwendig, wo und wann zwischen den einzelnen Linien des Öffentlichen Personennahverkehrs umgestiegen wird. Darüber hinaus sind, so Schmitt, "weitere Fragen zu klären, zum Beispiel, wie Übergangstarife zu den Landkreisen Sonneberg und Hildburghausen gestaltet werden können oder wie mit den Tarifdifferenzen in den Stadtbusverkehren umgegangen wird". Die Ergebnisse der "sehr umfangreichen Erhebungen und Berechnungen" würden "die Grundlage für weitere Entscheidungen und Vereinbarungen bilden". Ziel sei es, "bis längstens 2023 eine Entscheidung zu haben".

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Wolfgang Braunschmidt

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Veröffentlicht am:
15. 03. 2019
18:02 Uhr

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Wolfgang Braunschmidt

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