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Coburg

Nachmittags zum Nulltarif

Der Stadtrat bewilligt das kostenlose Freizeitticket für Kinder und Jugendliche. Es soll Anreize zur Nutzung des Busverkehrs schaffen. Die Stadt kostet der Versuch 92 000 Euro.



Ab Januar 2020 dürfen Kinder und Jugendliche nachmittags, an Wochenenden und Feiertagen die Stadtbuss kostenlos nutzten.	Archivbild: Stephan Thomas
Ab Januar 2020 dürfen Kinder und Jugendliche nachmittags, an Wochenenden und Feiertagen die Stadtbuss kostenlos nutzten. Archivbild: Stephan Thomas  

Coburg - Schüler und Auszubildende können im Jahr 2020 an den Nachmittag, an Wochenenden und in den Ferien kostenlos die Stadtbusse benutzen. Das hat der Coburger Stadtrat am Donnerstag mit großer Mehrheit beschlossen. Der zunächst auf ein Jahr ausgelegten Test soll die Stadt voraussichtlich 92 000 Euro kosten und wird von vielen Stadträten als Anreiz gesehen, vom Individualverkehr auf den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) umzusteigen.

Zu einem größeren Schritt - nämlich Kinder und Jugendliche generell kostenlos fahren zu lassen - konnten sich die Politiker im Moment noch nicht durchringen. Die enormen Kosten - der SÜC-Busbetrieb rechnet mit 1,25 Millionen Euro - sowie die Tatsache, dass dann weitere Busse angeschafft und mehr Fahrer eingestellt werden müssen, ließ die Kommunalpolitiker davor zurückschrecken. Außerdem fehlt ihnen noch ein eindeutiges Signal, dass sich Bund und Land an einem Gratis-ÖPNV mit Zuschüssen beteiligen.

Die Idee, von Schülern und Azubis kein Geld mehr für das Busfahren zu verlangen, hat mehrere Väter. Im November 2018 stellten Mathias Zimmer (CSU), Kurt Knoch und Maximilian Forkel (beide Junge Coburger) den Antrag, in Zukunft alle Coburger Schüler kostenlos zu den Schulen zu transportieren. Ein paar Tage später folgenden die Stadträte Martin Lücke und Dominik Sauerteig (beide SPD) mit der Forderung, Kinder und Jugendliche generell kostenlos zu transportieren - also auch an den Nachmittagen.

In mehreren internen Gesprächen einigten sich dann alle Antragsteller darauf, zunächst einmal einen einjährigen Probebetrieb mit einem sogenannten Freizeitticket zu starten, das zum kostenlosen Busfahren ab 14 Uhr berechtigt.

Marita Nehring, die ÖPNV-Beauftragte von Stadt und Landkreis, machte deutlich, dass schon heute etwa 14 500 Fahrgäste die Stadtbusse nutzen. Müsste man bei völliger Kostenfreiheit noch mal mit knapp 5000 Schülern rechnen, dann - so Nehring - müssten die SÜC noch 17 Busse dazukaufen. Abgesehen von der Tatsache, dass jetzt schon kaum Busfahrer zu bekommen wären, würde das den Haushalt der Stadt enorm belasten. Einnahmeverluste und zusätzlichen Aufwand bezifferte die ÖPNV-Beauftragte auf zusammen rund 1,6 Millionen Euro pro Jahr.

Gegen die Einführung des Freizeittickets stimmten am Ende nur Petra Schneider (SPD) und Friedrich Herdan (CSU). Die Fraktionsvorsitzende legte Wert auf die Feststellung, dass sie nicht gegen die jetzt gefunden Lösung sei, sondern bedauere, "dass das große Ziel noch nicht umfasst ist."

Auch Oberbürgermeister Norbert Tessmer räumte ein, dass er ursprünglich gegen den Versuch war: "Weil wir sehen müssen, dass uns nicht der Haushalt um die Ohren fliegt." Wenn man aber das Klimaschutzkonzept der Stadt ernst nehme, müssen man sich einen Ruck geben und ein Zeichen setzten.

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Norbert Klüglein

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Veröffentlicht am:
26. 09. 2019
19:38 Uhr

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Norbert Klüglein

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26. 09. 2019
19:38 Uhr



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