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Coburg

Neida: Luftamt spricht immer noch mit

Ralf Wielgosch will auf seinem Grundstück eine Nisthilfe errichten. Doch trotz längst beerdigter Pläne für einen Flugplatz braucht er dafür eine besondere Genehmigung.



Ralf Wielgosch freut sich über den großen Mast, den er geschenkt bekommen hat. Foto: Frank Wunderatsch
Ralf Wielgosch freut sich über den großen Mast, den er geschenkt bekommen hat. Foto: Frank Wunderatsch  

Neida - Mehr als 15 Meter hoch ist der Mast, den Ralf Wielgosch auf seinem Grundstück am Ortsrand von Neida aufstellen möchte. Hoch über den Dächern des Dorfes sollen zukünftig Störche nisten. "Ich habe schon als kleiner Junge gerne Vögel beobachtet und habe noch mein erstes Fernglas, das ich mit zehn geschenkt bekam", schildert Wielgosch. Eigentlich sollte der Mast schon stehen. Doch die Genehmigung erwies sich als kompliziert.

Population wächst

2019 sind alle acht Brutpaare von vergangenem Jahr ins Coburger Land zurückgekommen und brüten.

 

Aus diesem Grund hat die Arbeitsgruppe Weißstorch des LBV unter Leitung von Hans Schönecker an vielen weiteren Stellen im Landkreis Coburg Storchennisthilfen selber aufgebaut.

 

Auch Privatleute und Gemeinden werden fachlich beraten, wenn sie selbst Nisthilfen errichten wollen.

 

Wichtig ist für die Störche, dass ihr Horst die umliegenden Gebäude deutlich überragt und sich an einer exponierten Lage befindet. Gerne nutzen sie immer den gleichen Horst.

 

Vor zwei Jahren kam dem Busfahrer die Idee, eine Nisthilfe für Störche zu bauen. Lange hielt er Ausschau nach einem passenden Mast, fragte überall herum. Schließlich bot ihm die SÜC einen ehemaligen Strommast an. Baujahr 1993, hochwertig verzinkter Stahl, rund 16 Meter hoch. Bisher stand der Mast bei Holzhausen in Thüringen. Im Februar wurde er ohnehin abgebaut und statt ihn zu entsorgen, ließ die SÜC den Mast nach Neida liefern. "Der ist in einem super Zustand und richtig stabil, da habe ich ein ruhiges Gewissen", freut sich Wielgosch.

 

Um das Aufstellen des Mastes genehmigen zu lassen, zog er einen Statiker und Architekten hinzu und reichte die Unterlagen schließlich bei Gemeinde und Landratsamt ein. Dort gab es eigentlich keine Einwände gegen das Bauvorhaben. Weil jedoch noch immer das Planfeststellungsverfahren für den Neubau des Verkehrslandeplatzes bei Neida läuft, und Wielgoschs Haus dann in der Einflugschneise läge, muss auch das Luftamt Nordbayern sein Okay geben. "Ich habe dann wahrscheinlich den einzigen Mast, der vom Luftamt genehmigt wurde", sagt Wielgosch kopfschüttelnd. Ohne das Planfeststellungsverfahren wäre die Genehmigung weitaus weniger aufwendig.

Telefonisch hat er von der Behörde bereits erfahren, dass der Mast genehmigt wird. Schriftlich muss diese Erlaubnis nun jedoch erst ans Landratsamt, dann an die Gemeinde Meeder und von dort schließlich zu Wielgosch geschickt werden, schildert er. Sobald das Schreiben da ist, will er mit den Bauarbeiten beginnen. Mehr als 2,5 Meter wird das Fundament in den Boden gehen, mit einem Autokran soll der schwere Mast an seinen Platz gehoben werden.

Sobald er steht, kann dann die eigentliche Nisthilfe eingerichtet werden. "Die Unterstützung im Dorf ist riesig", freut sich der 59-Jährige. So haben ihm Nachbarn aus den ehemaligen Auslegern des Strommastes, an denen einst die Kabel verliefen, ein Kreuz geschweißt. Dieses wird oben auf den Mast geschraubt, mit Eichenbohlen abgedeckt und darauf schließlich wie ein niedriger Zaun ein Weidengeflecht angebracht. Als Starthilfe soll etwas altes Stroh auf der Plattform dienen. "Störche sind faul", meint Wielgosch, der sich darauf freut, sie ganz in seiner Nähe beobachten zu können. Dafür investiert er auch gerne "die Summe für einen sehr schönen Urlaub", wie er es formuliert.

Dass er gerade diesen Standort für den Mast auswählt, kommt nicht von ungefähr. Schließlich kann er immer wieder Störche beobachten, die in den Wiesen hinter seinem Haus auf Nahrungssuche gehen. Ein Nest gibt es in Neida bisher nicht.

"Wenn ein Stangenhorst bei uns angeboten wird, muss dieser ausreichend hoch und exponiert die Umgebung überragen, damit die Chance besteht, dass er auch angenommen wird", erklärt Frank Reißenweber, Kreisgruppenvorsitzender beim Landesbund für Vogelschutz in Coburg. Bisher hätten Störche im Coburger Land bevorzugt ganz traditionell auf Gebäudedächern, Schornsteinen und Türmen gebrütet. Derzeit seien acht Brutplätze in Coburg besetzt, ein Paar nutzt bereits jetzt einen Stangenhorst. "Da die Storchenpopulation aber weiter ansteigt und neue Brutpaare verstärkt nach neuen Horstunterlagen suchen, werden Stangenhorste im dörflichen Umfeld für junge Storchenpaare auch bei uns zukünftig zunehmend interessanter", so die Einschätzung von Reißenweber.

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Christiane Schult

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Veröffentlicht am:
05. 05. 2019
18:16 Uhr

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Christiane Schult

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05. 05. 2019
18:16 Uhr



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