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Coburg

Neuer Anlauf für Baugebiet Rögen

2016 war es zwischen Löbelsteiner Straße und Am Eichholz noch zu laut, um dort zu wohnen. Ein neues Gutachten sieht das jetzt anders. Aber Käufer müssen gewarnt werden.



1,4 Hektar groß und mit 18 Baurechten: Für das Gebiet zwischen Löbelsteiner Straße und Am Eichholz wird nun doch ein Vorhaben- und Erschließungsplan aufgestellt. Foto: Frank Wunderatsch
1,4 Hektar groß und mit 18 Baurechten: Für das Gebiet zwischen Löbelsteiner Straße und Am Eichholz wird nun doch ein Vorhaben- und Erschließungsplan aufgestellt. Foto: Frank Wunderatsch  

Coburg / Rögen - Alles wieder auf Anfang heißt es für ein 1,4 Hektar großes Gebiet in Rögen zwischen Löbelsteiner Straße und Am Eichholz, das ein Vorhabenträger mit Einzel- und Doppelhäusern bebauen will. Das Gebiet sieht Platz für 18 Baurechte vor und der Plan dazu ist nicht neu. Bis September 2016 war er sogar richtig weit gediehen. Doch dann machte das Luftamt Nordbayern den Planern einen Strich durch die Rechnung.

Im Rahmen der öffentlichen Auslegung gab dieses eine negative Stellungnahme ab. Darin hieß es, dass aufgrund der Nähe des Plangebietes zum Verkehrslandeplatz Brandensteinsebene eine "Konfliktsituation zwischen dem Ruhebedürfnis der zukünftigen Bewohner und den Schallimmissionen durch den Flugbetrieb als absehbar erachtet wurde", erinnerte Referentin Christina Schug in der Sitzung des Bau- und Umweltsenats am Mittwoch.

Eine schalltechnische Untersuchung, die ein Büro aus Gundelsheim vorgenommen hatte, sei zum Ergebnis gekommen, dass die Immissionsrichtwerte für den Tagzeitraum "deutlich überschritten werden". "Das Verfahren zum Vorhaben- und Erschließungsplans wurde daraufhin vom Bau- und Umweltsenat im Oktober 2017 eingestellt", so Schug.

Doch der Vorhabenträger wollte nicht klein beigegeben und ging erneut auf das Coburger Stadtbauamt zu. Er teilte mit, "dass im Rahmen einer Neubeurteilung der Lärmsituation und verschiedenen Gegenmaßnahmen eine Lösung für die Konflikte zwischen dem Landeplatz und dem Ruhebedürfnis der zukünftigen Bewohner gefunden werden könnte." Und tatsächlich: Das Gutachten, das Christina Schug am Mittwoch im Senat präsentierte, kam zu einem ganz anderen Ergebnis als das aus dem Jahr 2017. "Die Orientierungswerte für Allgemeine Wohngebiete werden am Tag unterschritten. Die Maximalpegelgrenze wird nicht erreicht", zitierte sie aus der neuen Expertise. Ihr Fazit: "Eine Bebauung ist denkbar und es gibt keine Gründe, die gegen einen neuen Vorhaben- und Erschließungsplan sprechen." Allerdings müssten die potenziellen Grundstückskäufer auf eine mögliche Beeinträchtigung durch Fluglärm hingewiesen werden.

Ein Ergebnis, das einige Stadträte verwunderte. "Erstaunlich. Heute so und übermorgen anders", schüttelte Andreas Gehring (SPD) den Kopf. Auch im Namen des Bürgervereins Rögen stellte er klar, dass man nichts dagegen hätte, dass es Zuzug in den Stadtteil gibt. "Aber ich will keinen Ärger mit Neubürgern, die dann Unruhe in den Bürgerverein bringen, weil ihnen es dann doch zu laut ist", erklärte er.

Auch Wolfgang Weiß (Grüne) hielt das für ein Argument. "Ich befürchte auch, dass es Unruhe geben wird. Gerade nachts ist es dort laut. Ich bin gespannt, wie die Leute reagieren", meint er.

Petra Schneider (SPD) wollte sich nicht damit zufrieden geben, dass zwei Gutachten zu zwei so unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Referentin Christina Schug ging daher noch einmal auf die Vorgehensweise ein. Während das eine Büro 2017 Flugbewegungszahlen der sechs verkehrsreichsten Monate in 2012 vom Verkehrslandeplatz Brandensteinsebene als Grundlage genommen hatte, nutzte das neue Gutachten eine Prognose der Flugbewegungen aus dem Planfeststellungsverfahren für den Verkehrslandeplatz Meeder-Neida. Außerdem sei auch die Berechnungsmethode verändert worden, so Schug. Stadtbauamtsleiter Karl Baier ergänzte, dass die Zahlen aus Meeder auf noch mehr Flugbewegungen als auf der Brandensteinsebene und auch größeren Maschinen fußen. Trotzdem seien die Höchstwerte nicht überschritten worden. Weil auch das Luftamt Nordbayern seine Bedenken aus dem Jahr 2016 revidiert hat, winkte das Gremium bei zwei Gegenstimmen die Aufstellung des Vorhaben- und Erschließungsplans jetzt durch.

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Steffi Wolf

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Veröffentlicht am:
17. 07. 2019
19:10 Uhr

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Bau Gefahren Gerät Karl Baier Ortsteil SPD Stadträte und Gemeinderäte Ärger
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Steffi Wolf

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17. 07. 2019
19:10 Uhr



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