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Coburg

Neustadt: Eine S-Bahn bis Sonneberg?

Die Freien Wähler fordern eine bessere Bahn-Anbindung für Neustadt. Dabei schielt man auch in Richtung Nürnberg.



Schon 2009 protestierten Bürger aus Haarbrücken gegen eine Schließung des Drehkreuzes an der Coburger Straße und setzten sich auch für einen Bahnhalt in diesem Bereich ein. Detlef Heerlein von der Verkehrsbehörde (rechts) zeigte mögliche Varianten auf.
Schon 2009 protestierten Bürger aus Haarbrücken gegen eine Schließung des Drehkreuzes an der Coburger Straße und setzten sich auch für einen Bahnhalt in diesem Bereich ein. Detlef Heerlein von der Verkehrsbehörde (rechts) zeigte mögliche Varianten auf.   Foto: Tischer

Neustadt - Die Fraktion der Freien Wähler (FW) hält die Verkehrspolitik der Bundesregierung für verfehlt, weil der ländliche Raum vernachlässigt werde. Das nähmen die FW zum Anlass, dass man Neustadt und die Region an das Verbundsystem der Metropolregion Nürnberg anbinden wolle. So fasst FW-Fraktionsvorsitzender Michael Weyh einen Antrag zusammen, der in der nächsten Stadtratssitzung auf die Tagesordnung kommen soll.

Alte Forderung

Ein Blick in die jüngere Geschichte Neustadts zeigt, dass der Antrag der Freien Wähler nicht neu ist. Bereits in einer Bürgerversammlung im Januar 2009 war der Wunsch nach weiteren Haltestellen vorgebracht worden. Oberbürgermeister Frank Rebhan sagte damals, dass der Bahnhalt in Haarbrücken seit Jahren ein Anliegen der Stadt sei: "Wir stellen seit mindestens acht Jahren ständig und intensiv diese Forderung an die Bahnstellen."

 

Dazu sollen Vertreter der hiesigen Kommunen mit der Deutschen Bahn und dem Freistaat Kontakt aufnehmen, um mittelfristig ein S-Bahn-System mit kurzen Taktungen entlang der Trasse Coburg-Sonneberg mit einem sozialverträglichen Tarif-System einzuführen. "Dabei wäre es nötig, im Stadtgebiet zwei weitere Haltestellen, zum Beispiel im Schottenholz (Wildenheid) und in Haarbrücken zu installieren", sagt Weyh.

 

Bisher stieß dieses Anliegen bei der Bahn auf taube Ohren. Allerdings wollen die FW nicht lockerlassen. Durch den Ausbau der B4 sei kein Anreiz erkennbar, die Bahn zu nutzen, zumal die aktuellen Fahrpreise nicht sozialverträglich seien. "Eine Einzelfahrt von Neustadt nach Coburg kostet 4,90 Euro. Beim Münchner Verkehrsverbund beispielsweise kostet eine Einzelfahrt in allen Tarifzonen 2,90 Euro, eine Tageskarte für Singles 7,80 Euro und eine Tageskarte für eine Gruppe von bis zu fünf Personen lediglich 14,80 Euro. Hier besteht ein extremes Gefälle zu den Metropolen, das es abzuschaffen gilt", erläutert Weyh. Zudem sei eine Verkürzung der bestehenden Einstunden-Taktung wünschenswert.

Verbesserungspotenzial sieht Weyh auch bei der Zahl der Haltestellen. Derzeit sei der Zustieg nur am Bahnhof möglich. "Dass die Bahn der Installation weiterer Haltemöglichkeiten aufgeschlossen gegenübersteht, zeigt aktuell die Tatsache, dass der Coburger Stadtteil Beiersdorf eine zusätzliche Haltestelle erhalten soll", ergänzt der Fraktionsvorsitzende. Allerdings habe man mit der Deutschen Bahn "einen schwierigen und nicht immer zuverlässigen Verhandlungspartner". Deshalb müsse man die anderen Kommunen der Region ins Boot holen. Zudem müsse man alle anderen ÖPNV-Systeme miteinander harmonisieren.

Natürlich sei das mit hohen Kosten verbunden, räumt Weyh ein. Dennoch könne ein solches System den Standort Neustadt attraktiver machen. Und: "Das langfristige Ziel sollte letztendlich in ein überregionales Verbundsystem mit der Metropolregion Nürnberg münden."

Autor

Peter Tischer
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Veröffentlicht am:
30. 10. 2019
16:02 Uhr

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Autor

Peter Tischer

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Veröffentlicht am:
30. 10. 2019
16:02 Uhr



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