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Coburg

Neustadt: Freisportanlage eindeutig ein Sanierungsfall

Bis an der Freisportanlage die Bagger anrollen, wird es wohl noch eine Weile dauern. Feststeht nun immerhin, dass sich dort tatsächlich Schadstoffe befinden. Nun ist die Stadt gefordert.



Die Idylle trügt: Unter der Freisportanlage schlummern Schadstoffe, die eine Sanierung unabdingbar machen, und zwar schnell. Foto: Tischer
Die Idylle trügt: Unter der Freisportanlage schlummern Schadstoffe, die eine Sanierung unabdingbar machen, und zwar schnell. Foto: Tischer  

Neustadt - Als "Neverending Story" bezeichnen inzwischen Bürger und Vereine den Status der Freisportanlage. Die ist zwar seit Jahren augenscheinlich sanierungsbedürftig, doch so recht voran wollte es dennoch nicht gehen. Bislang wurde zwar untersucht und gebohrt, doch bis dato hat sich keine der zuständigen Stellen zu einem endgültigen Urteil hinreißen lassen. Nun stand die Maßnahme erneut auf dem Plan, dieses Mal vor dem Bausenat.

Zur Geschichte: Bis einschließlich 2017 führte das Ing.-Büro Umwelt-Geologie Sonneberg GmbH (UGS)die Boden- und Grundwasseruntersuchungen durch . Die Ergebnisse wurden dem Landratsamt Coburg und dem WWA Kronach zur weiteren Beurteilung weitergeleitet. Doch den zuständigen Stellen waren die Untersuchungen nicht aussagekräftig genug. Man forderte weitere Sondierungen und die Bohrprotokolle sollten noch einmal ausgewertet werden. Demnach sollte eine weitere Grundwassermessstelle errichtet bzw. die Grundwassermessstelle 2 außerhalb der Ablagerung versetzt werden. Auch bei der Auswertung der chemischen Untersuchungen des Grundwassers sah man Mängel. Basisparameter sowie Antimon, Barium, Cyanid und Fluorid seien unter anderem bei weiteren Probenahmen noch zu untersuchen.

Bei den beauftragten Büros gab es dann allerdings aufgrund von Personalproblemen immer wieder Verzögerungen. Anfragen bei anderen geeigneten Büros wurden wegen Überlastung abgelehnt. Auch das bereits in Verbindung mit der Sanierung der Deponie Wildenheid beauftragte Sachverständigenbüro Dr. Pedall konnte wegen längerer krankheitsbedingter Abwesenheit der erforderlichen Fachkraft erst zum 30. April 2018 ein Angebot abgeben. Und auch hier gab es durch Kündigung eine Verzögerung.

Schließlich gab es am 14. Februar 2019 dann doch im Rathaus eine Ergebnisbewertung. Demnach sollten die vorhandenen Grundwassermessstellen 1 bis 3 sowie drei temporäre Messstellen nochmals beprobt werden. Zudem sollten zwei weitere Sondierungen im nordwestlichen Teil des Grundstücks erfolgen. Die Vorlage des Untersuchungsberichts wurde mit dem Ingenieurbüro bis Ende April 2019 vereinbart, um die weitere Planung bzw. Umsetzung der Maßnahme voranzutreiben. Trotz mehrfacher, kontinuierlicher Anmahnung durch die Liegenschaftsverwaltung wurde das Gutachten seitens der Firma Pedall erst zum 8. Juli 2019 fertig und der Stadt zur Verfügung gestellt. Bei der Prüfung des Gutachtens wurde ermittelt, dass dieses vermutlich auf falschen Schlussfolgerungen fußt. Dies wurde dem Ingenieurbüro am 18. Juli mitgeteilt und eine ergänzende zeitnahe Stellungnahme gefordert.

Trotz mehrfacher Anmahnung wurde der Ergänzungsbericht der Liegenschaftsverwaltung durch das Büro erst am 30. September übermittelt. Nach Sichtung der Unterlagen wurde sowohl die ergänzende Detailuntersuchung sowie die ergänzende Stellungnahme zum Gutachten vom 8. Juli dem Wasserwirtschaftsamt Kronach und dem Landratsamt Coburg zur Prüfung mit Schreiben vom 8. Oktober zugeschickt und ein Besprechungstermin für den 5. November vereinbart. Wesentliche Ergebnisse aus dem Besprechungstermin mit den Fachbehörden im Landratsamt und Wasserwirtschaftsamt Kronach sowie dem Ingenieurbüro Pedall und Vertretern der Stadt waren: Die durchgeführten Voruntersuchungen und ergänzenden Teiluntersuchungen werden von den Vertretern vorgenannter Fachstellen als abgeschlossen betrachtet.

Entsprechend den dort enthaltenen Untersuchungsergebnissen befinden sich im untersuchten Bereich Schadstoffe, die Sanierungsmaßnahmen erforderlich machen. Die Stadt erhält ein Schreiben des Landratsamtes bezüglich der Sanierungserfordernisse und Sanierungsmöglichkeiten sowie im Hinblick auf eventuelle Fördermöglichkeiten. Der Vorgang ist insbesondere im Hinblick auf die Sportplatznutzung dringlich. Die Vereine bzw. Betroffenen wurden seitens der Stadt informiert. "Man sucht jetzt seitens der Stadt nach einer tragfähigen, finanziell machbaren Lösung, die von Dauer ist", so 3. Bürgermeister Martin Stingl.

 
Autor

Peter Tischer
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Veröffentlicht am:
02. 12. 2019
16:22 Uhr

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Peter Tischer

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Veröffentlicht am:
02. 12. 2019
16:22 Uhr



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