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Coburg

Neustadt gibt Gas bei der Entschleunigung

Elke Protzmanns Idee, alle 100 Meter eine Bank zum Ausruhen und Verweilen aufzustellen, schlägt voll ein. Das Netz an Sitzgelegenheiten ist auf Expansionskurs.



Die Initiatoren Elke Protzmann und Dr. Gerhard Beyer haben schon einmal Platz genommen auf einer der neuen Bänke, die an der kultur.werk.stadt ihren Platz gefunden hat. Foto: Tischer
Die Initiatoren Elke Protzmann und Dr. Gerhard Beyer haben schon einmal Platz genommen auf einer der neuen Bänke, die an der kultur.werk.stadt ihren Platz gefunden hat. Foto: Tischer  

Neustadt - Neustadt sagt von sich selbst, behinderten- und seniorengerecht zu sein. Zahlreiche Projekte, beispielsweise auch mit dem Seniorenbeirat der Stadt initiiert, zeugen davon. Nun geht eine Aktion in die zweite Runde, die von 2. Bürgermeisterin Elke Protzmann ins Leben gerufen worden war. Sie hatte das Projekt bei einem Besuch in Heiligenstadt vom dortigen Bürgermeister Helmut Krämer erfahren und war begeistert von der Initiative. "Mein erster Gedanke war: Das machen wir in Neustadt auch. Schnell habe ich unseren Seniorenbeauftragten Dr. Gerhard Beyer informiert, dass wir solch ein Projekt starten wollen." Und der war auch gleich Feuer und Flamme. Die Aktion "Alle 100 Meter 1 Bank" hatte auch für das Jahr 2019 Erfolg.

"Nach Bestückung der ersten ausgewählten Strecke 2018 ausgehend vom Alten- und Pflegeheimen Phönix, über AWO und ASB in Richtung Innenstadt mit elf neuen gespendeten Bänken, können wir in diesem Jahr weitere 15 Bänke aufstellen. Dieses Mal ausgehend vom Freizeitpark "Villeneuve sur Lot" Richtung Innenstadt", dankte Protzmann den Sponsoren. "Warum halten wir solch ein Projekt für sinnvoll und gut?", hinterfragt Protzmann und antwortet selbst: "Der demographische Wandel zeigt sich überall. Barrierefreiheit und der Inklusions-Gedanke stellen uns auch in Neustadt vor immer neu zu bewältigenden Herausforderungen. Und manchmal sind es kleine Dinge, die hier Erleichterung bringen." Ziel soll es sein, mit Bänken Ausruhemöglichkeiten zu bieten.

Die Bänke sollen an gut befestigten und altengerechten Fuß- und Radwegen, aber auch an den sogenannten "Präferenz-Wegen" älterer Menschen, wie auf dem Weg zur Kirche, zum Friedhof, zum Arzt oder zu anderen zentralen Punkte der Stadt aufgestellt werden. "Insbesondere ist es uns hier auch ein Anliegen, den Weg in die Innenstadt erreichbarer für Senioren zu machen. Gerade da sich rund um unseren Stadtkern doch allerhand in der nächsten Zeit bewegt", erläutert Protzmann. Die angesprochenen Personengruppen, wie Menschen mit Gehbehinderungen, sei es wegen Herzerkrankungen oder auch anderen Mobilitätseinschränkungen, brauchen in Abständen, die ihrer Kraft und Ausdauer entsprechen, Gelegenheit zur Pause und Erholung. "Hierfür sollte in der Regel in einem Abstand von 100 Meter eine Ruhebank vorhanden sein", weiß Beyer. Zumal der Weg scheinbar kürzer wirkt, wenn die nächste Ruhebank schon in Sichtweite steht. Die Bänke wurden in den Rummelsberger Werkstätten bestellt und vom Bauhof abgeholt, die Stellplätze präpariert und mit Spender-Schildchen versehen. "Hier danken wir der Stadt, die von der Idee ebenfalls begeistert ist und auch die Pflege der Bänke, die ja ganzjährig aufgestellt sind, übernimmt", führte Protzmann weiter aus.

Es ist geplant die Aktion auch im Jahr 2020 fortzuführen. Zusammen mit Demographie-Beauftragten in der Stadt, Detlef Heerlein und Bauhofleiter, Gerhard Reh, wird schon eine mögliche nächste Strecke geplant, um weitere Präferenz-Wege zu erschließen und zu verbessern. Für diese 3. Aktion gibt es bereits wieder Sponsoren, die sich mit ihren Spenden engagieren. "Unsere Aktion hat mittlerweile überregionale Aufmerksamkeit erregt und wird bei "Oberfranken offensiv" zur Nachahmung beworben", freuen sich Protzmann und Beyer über die Akzeptanz.

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Peter Tischer
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Veröffentlicht am:
26. 07. 2019
16:14 Uhr

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Peter Tischer

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Veröffentlicht am:
26. 07. 2019
16:14 Uhr



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