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Coburg

Nürnberg will Coburg im Boot haben

Die Frankenmetropole möchte 2025 Europäische Kulturhauptstadt werden. Coburg wird angeboten, die Bewerbung finanziell zu unterstützen. Nächste Woche fällt die Entscheidung.



Das Ziel ist ambitioniert: Nürnberg will 2025 Europäische Kulturhauptstadt werden und hofft auf die Unterstützung aus der Region. Bis auf Coburg haben bereits alle kreisfreien Mitgliedsstädte der Europäischen Metropolregion Nürnberg ihre Unterstützung zugesagt.
Das Ziel ist ambitioniert: Nürnberg will 2025 Europäische Kulturhauptstadt werden und hofft auf die Unterstützung aus der Region. Bis auf Coburg haben bereits alle kreisfreien Mitgliedsstädte der Europäischen Metropolregion Nürnberg ihre Unterstützung zugesagt.   Foto: Dan Race - stock.adobe.com

Coburg - Aufgeschoben ist nicht aufgehoben: Was eigentlich am Dienstag bei der gemeinsamen Sitzung von Finanzsenat und Kultur- und Schulsenat beschlossen werden sollte, ist jetzt alleinige Sache des Finanzsenats. Das Gremium muss nächste Woche entscheiden, ob Coburg als Mitglied der Europäischen Metropolregion Nürnberg (EMN) die Bewerbung der Frankenmetropole zur Europäischen Kulturhauptstadt 2025 unterstützt. Weil noch einige Finanz- und Personalfragen offen sind, verständigten sich beide Senate nach langer Diskussion auf dieses Prozedere. Allerdings sprach der Kultur- und Schulsenat eine einstimmige Unterstützungs-Empfehlung aus.

Seit 2004 im Doppelpack

Die Kulturhauptstadt Europas (von 1985 bis 1999 Kulturstadt Europas) ist ein Titel, der jährlich von der Europäischen Union (EU) und seit 2004 an mindestens zwei Städte vergeben wird.

 

Die Benennung soll dazu beitragen, Reichtum, Vielfalt und Gemeinsamkeiten des kulturellen Erbes in Europa herauszustellen und ein besseres Verständnis der Bürger Europas füreinander zu ermöglichen.

 

Nach dem EU-Vergabeverfahren erhalten im Jahr 2025 eine deutsche und eine slowenischen Stadt den Titel Europäische Kulturhauptstadt.

 

Zuvor hatte der Leiter des Bewerbungsbüros, Prof. Dr. Hans-Joachim Wagner, die Intention der Bewerbung erläutert. Damit biete sich die Chance, die Vielfalt von Kunst und Kultur in Nürnberg und der Region für Europa sichtbar zu machen und umgekehrt Kultur und Kunst aus ganz Europa einzuladen. Ziel sei es, ein neues Gefühl des Zusammenhalts in der Stadtgesellschaft zu schaffen, das internationale Profil der Stadt zu stärken und die kulturelle Landschaft neu zu beleben.

 

Diese Vision stieß bei einer Zusammenkunft der EMN-Kommunen auf Zustimmung. Seither haben sich Wagner zufolge bis auf Coburg alle kreisfreien Städte für eine finanzielle Unterstützung der Bewerbung ausgesprochen. Damit einher gehe die Verpflichtung, ab 2020 fünf Jahre lang pro Einwohner einen Euro zu zahlen, falls die Frankenmetropole als Sieger der nationalen Entscheidung hervorgehe.

Die Frist für die Absichtserklärung endet am 25. Juli. Deshalb muss der Finanzsenat in seiner nächsten Sitzung abstimmen, ob sich Coburg mit 210 000 Euro an der Bewerbung beteiligt. Dazu kommen noch Personalkosten, die in der Beschlussvorlage am Dienstag mit 95 000 Euro ausgewiesen waren.

Gerhard Amend (CSB) monierte, dass das Thema - obwohl schon länger bekannt - erst jetzt und kurz vor Ablauf der Frist auf die Tagesordnung komme. "Das ist die Pistole auf die Brust setzen", lautete sein Vorwurf. Außerdem könne er auf Anhieb keinen Mehrwert für Coburg erkennen, zumal die angesetzten Personalkosten zu niedrig seien. Die vorgesehenen zwei zeitlich befristeten Stellen reichten bei weitem nicht aus, warf er der Verwaltung vor, mit falschen Zahlen zu operieren. "Projekte müssen entwickelt werden. Deshalb ist der Personalansatz unrealistisch", befürchtete der CSB-Politiker weitere Kostensteigerungen. Amend: "Ich habe keine Lust, immer wieder Mittel nachbewilligen zu müssen."

Ähnlich argumentierten Hans-Herbert Hartan, Jürgen Oehm (beide CSU) und Wolf-Rüdiger Benzel (parteilos). Deshalb wurde der Vorschlag von Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD) angenommen, den Beschluss mit validen Zahlen zu finanziellen und personellen Folgen zu überarbeiten und dem Finanzsenat zur Entscheidung vorzulegen.

Nicht unkommentiert lassen wollte der Bewerbungsbüro-Leiter Bedenken, Coburg ziehe aus der Bewerbung Nürnbergs keinen Nutzen. "Dass ist eine unglaubliche Möglichkeit, sich im europäischen Kontext zu präsentieren. Coburg wäre in weit größerem Umfang auf dem europäischen Radar", sagte Wagner. Zudem fließe das Geld in Form von Projekten und Veranstaltungen nach dem Cashback-Prinzip 1:1 wieder zurück, sprach er von einer "klassischen Win-win-Situation".

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Christoph Scheppe

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Veröffentlicht am:
10. 07. 2019
00:00 Uhr

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Christoph Scheppe

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10. 07. 2019
00:00 Uhr



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