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Coburg

OB offenbar nicht eingeweiht

Die Nachricht von der möglichen Schließung des Krankenhauses sorgt für Verwunderung. Hausärzte schätzen die wohnortnahe Versorgung ihrer Patienten.



Die Klinik in Neustadt steht offenbar auf dem Prüfstein. Regiomed-Geschäftsführer Bovelet hat am Donnerstag angekündigt, dass das Haus 2022 geschlossen wird. Am Montag will er weitere Details auf einer Pressekonferenz nennen. Foto: Tischer
Die Klinik in Neustadt steht offenbar auf dem Prüfstein. Regiomed-Geschäftsführer Bovelet hat am Donnerstag angekündigt, dass das Haus 2022 geschlossen wird. Am Montag will er weitere Details auf einer Pressekonferenz nennen. Foto: Tischer  

Neustadt - Der Neustadter Oberbürgermeister Frank Rebhan ist sichtlich überrascht, als er am Freitag auf die Ankündigung von Regiomed-Hauptgeschäftsführer Joachim Bovelet angesprochen wird, die Klinik in Neustadt zu schließen, sobald der Gesundheits-Campus in Coburg in Betrieb geht.

Bovelet hatte am Donnerstag vor dem Coburger Stadtrat darauf hingewiesen, dass der Klinikverbund, zu dem auch die Häuser in Coburg, Neustadt und Sonneberg gehören, seine Kräfte konzentrieren will. So soll bis 2022 ein neues Akut-Krankenhaus auf dem ehemaligen BGS-Gelände in Coburg errichtet werden. Das Haus könnte am Anfang 750 Betten haben. Das wären rund 200 mehr, als es jetzt im Klinikum Coburg gibt. Diese deutliche Kapazitätsausweitung geht offenbar zulasten kleinerer Häuser, wie dem Krankenhaus Neustadt.

Laut Regiomed-Informationen hat Neustadt 73 Planbetten und beschäftigt zur Zeit rund 109 Mitarbeiter. Die Klinik verfügt über drei Fachabteilungen, die im Moment von Prof. Dr. Andreas Suckel (Edoprothetik, Orthopädie, Unfallchirurgie), Prof. Dr. Johannes Brachmann (Innere Medizin) und Dr. Steffen Probst (Anästhesie) geleitet werden.

Einzelheiten zu der Frage, welche Fakten der überraschenden Entscheidung zugrunde liegen, das Krankenhaus der Puppenstadt in voraussichtlich vier Jahren zu schließen, will Oberbürgermeister Frank Rebhan am Freitag nicht nennen. "Dazu gibt es am kommenden Montag eine Pressekonferenz mit Regiomed", sagt er. Allerdings lässt das Stadtoberhaupt durchblicken, dass die Strategie des Klinikkonzerns mit ihm offenbar nicht abgestimmt war: "Die Ankündigung widerspricht allen Gesprächen, die ich bisher geführt habe", betont Rebhan gegenüber der Neuen Presse.

Verwunderung und Bestürzung herrscht am Freitag in Neustadter Hausarztpraxen. "Das ist ein großer Verlust für die Bevölkerung", urteilt Allgemeinmediziner Helmut Lehmann. Er würde es sehr bedauern, wenn seine Patienten in Zukunft nicht mehr im Neustadter Krankenhaus versorgt werden könnten. "Die Zusammenarbeit klappt sehr gut", urteilt der Mediziner. Gerade die Orthopädie und die Innere Abteilung seien sehr wichtige Partner.

Ähnlich sieht es auch Dr. Hans-Christian Foerster. Er arbeitet mehrmals wöchentlich mit den Fachabteilungen des Neustadter Krankenhauses zusammen und hält es für einen herben Verlust, wenn die wohnortnahe Versorgung der Patienten wegfallen würde. Diese Entwicklung sei leider bezeichnend für das deutsche Gesundheitswesen, dessen Ziel es offenbar wäre, Dienstleistungen weiter zu zentralisieren, meint Foerster.

Unter dieser Prämisse müssten wohl auch die anstehenden Änderungen beim hausärztlichen Nacht- und Wochenenddienst betrachtet werden, die im Sommer dieses Jahres auf die Patienten in Neustadt und Rödental zukommen werden. "Früher", erzählt Dr. Foerster, "haben die Neustadter Hausärzte die Dienste übernommen. Später haben wir uns dann mit den Kollegen aus Rödental da hinein geteilt. Und in Zukunft wird es nur noch einen Arzt geben, der für die Landkreise Coburg, Kronach und Lichtenfels zuständig ist." Alle anderen hausärztlichen Fälle müssten über die Notfallpraxen in den Kliniken abgewickelt werden.

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Norbert Klüglein

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Veröffentlicht am:
26. 01. 2018
17:36 Uhr

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Norbert Klüglein

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Veröffentlicht am:
26. 01. 2018
17:36 Uhr



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