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Coburg

Offenes Ohr für Kinderwünsche

Heute ist Weltkindertag. Das hat Oberbürgermeister Norbert Tessmer zum Anlass genommen, die jüngsten Bürger nach ihren Wünschen zu fragen.



Versprechen kann er nichts, aber Oberbürgemeister Norbert Tessmer teilt viele Forderungen der Kinder und Jugendlichen. Fotos.
Versprechen kann er nichts, aber Oberbürgemeister Norbert Tessmer teilt viele Forderungen der Kinder und Jugendlichen. Fotos.   Foto: Henning Rosenbusch

Coburg - "Wow, die Türen sind ja golden." Den kleinen Besuchern fallen am Donnerstag im Rathaus viele Dinge auf, die denjenigen, die hier sonst ein und aus gehen, normal erscheinen. Zum Beispiel auch, dass die Stühle der Stadträte im Rathaussaal ganz schön groß sind, da passen sogar zwei Kinder drauf. Die Jungen und Mädchen sind gekommen, um Oberbürgermeister Norbert Tessmer zu sagen, was sie machen würden, wenn sie seinen Job hätten. Die jüngsten Gäste stammen aus den evangelischen Kindergärten der Stadt, die ältesten vom Jugendzentrum Domino. Die Initiative für die Aktion zum heutigen Weltkindertag ging vom Coburger Kinderschutzbund aus.

Stadt der Kinderrechte

Die Veranstaltung am Donnerstag war die erste ihrer Art seit etlichen Jahren. Früher habe es laut Thomas Apfel, Kinderbeauftragter der Stadt Coburg, zwar bereits ein Kinderparlament in der Vestestadt gegeben, die Initiative sei aber mit den Jahren eingeschlafen. "Unser Ziel ist es in jedem Fall, so etwas wieder aufleben zu lassen", sagt Apfel. Er ist froh, dass so viele Kinder der Einladung des Kinderschutzbundes gefolgt sind und Forderungen erarbeitet haben. "Man merkt deutlich, dass die Wünsche wirklich von den Kindern kommen und nicht von den Erwachsenen diktiert worden sind", merkt er an. Sein Ziel sei es, dass Coburg langfristig zur Stadt der Kinderrechte wird, da gehöre auch das Recht auf Mitbestimmung dazu.

Der Kinderschutzbund hat Statements von Erwachsenen zum Welt-kindertag gesammelt und in einem kleinen Büchlein zusammengefasst. "Kinder sind unsere Zukunft. Daher ist es wichtig, dass Kinder - ebenso wie Erwachsene - ihre Zukunft selbst mitgestalten können. Hierfür sind Kinderrechte unabdingbar. Sie garantieren die Möglichkeit der Mitbestimmung und Beteiligung und nehmen Kinder als aktive Mitglieder unserer Gesellschaft ernst", schreibt zum Beispiel Landrat Sebastian Straubel.

Für die Kleinsten sprechen die Erzieherinnen und Erzieher. Sie haben in den vergangen Wochen die Forderungen mit den Kindern erarbeitet. Weil man mit vier oder fünf Jahren noch nicht so genau weiß, was ein Bürgermeister macht, haben sie sich laut Bettina Dörfling, Vorsitzende des Kinderschutzbundes Coburg, vorgestellt, dass er König wäre.

Unter den Wünschen, die sie vortragen, finden sich unrealistische, wie der, dass Coburg am Meer liegen sollte. Aber die Kleinen haben bewiesen, dass sie sich sehr wohl Gedanken um das Wohl der Stadt machen. Sie fordern zum Beispiel, dass weniger Autos fahren sollen, dafür mehr Spielplätze gebaut werden, dass sie mehr Zeit mit der Familie verbringen können und dass alle glücklich sind. Einigen können sich die Kinder auch darauf, dass sie sich mehr Eisdielen in der Stadt wünschen.

Die Kids von der Kita Augustenstift wollen einen Bürgermeister, der nett und süß ist. Deswegen haben sie für Tessmer eine Krone und eine Kette mit Süßigkeiten gebastelt, die das Stadtoberhaupt prompt anzieht. Einen Wunsch der Kinder erfüllt er gleich: Er verspricht, dass sie nach der Veranstaltung ein Eis bekommen. Ansonsten muss er die Kleinen vertrösten, denn er ist schließlich kein König: "Hier sitzen normalerweise 40 Stadträte, die solche Wünsche nicht immer gut finden", erklärt Tessmer. Er unterstütze die Forderungen zwar generell, könne aber auch nicht alles möglich machen: "Ein Meer werden wir hier nie haben, auch wenn ich das selbst ziemlich schön fände."

19.09.2019 - Kinderwünsche an König Tessmer - Foto: Henning Rosenbusch

Kinderwünsche an König Tessmer
Kinderwünsche an König Tessmer
Kinderwünsche an König Tessmer
Kinderwünsche an König Tessmer
Kinderwünsche an König Tessmer
Kinderwünsche an König Tessmer
Kinderwünsche an König Tessmer
Kinderwünsche an König Tessmer
Kinderwünsche an König Tessmer
Kinderwünsche an König Tessmer
Kinderwünsche an König Tessmer
Kinderwünsche an König Tessmer

Die Größeren haben sich im Kinder- und Jugendzentrum Domino zusammengesetzt und dabei ziemlich konkrete Forderungen an die Stadtspitze erarbeitet. So wollen sie zum Beispiel, dass Geschäfte keine Lebensmittel mehr wegwerfen dürfen und dass Busfahren kostenlos wird. Damit alle sicher mit dem Fahrrad ans Ziel kommen, sollen die Wege ausgebaut werden.

Den Jugendlichen liegt vor allem der Sport in der Vestestadt am Herzen, deswegen fordern sie neue Bolzplätze und einen Skatepark, denn der alte hat gerade geschlossen. Auch ein Trampolin soll es in Coburg geben, und sie wünschen sich, dass die Straßen sauber sind. Auch ein Verbot von Drogen und kostenloses Schulessen standen auf den Wunschzetteln.

Die Jugendlichen haben ihre Forderungen auf Holzschilder geschrieben, die ein bisschen an eine Demonstration erinnern. Aber zu demonstrieren brauchen sie am Donnerstag nicht, denn der Oberbürgermeister hört ihnen aufmerksam zu. Versprechungen machen will Tessmer aber nicht, auch wenn er viele der Forderungen unterstütze. Immerhin gibt es ja noch die 40 Stadträte, die seine Meinung nicht immer teilen. Aufgeschrieben hat er sich die Wünsche jedenfalls alle.

Dann ist aber Schluss und die Kinder und Jugendlichen stürmen auf den Marktplatz, denn dort gibt es für alle ein Eis auf Kosten der Stadt.

 
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Katja Diedler

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Veröffentlicht am:
19. 09. 2019
18:18 Uhr

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Katja Diedler

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19. 09. 2019
18:18 Uhr



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