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Coburg

Protestaktion gegen Raststätte

Junge Leute demonstrieren vor dem Sitzungssaal des Kreisrates. Sie lehnen den geplanten Bau an der A 73 bei Drossenhausen ab. Auch im Gremium entbrennt darüber eine hitzige Debatte.



Mit selbst gemalten Plakaten demonstrierten einige junge Leute gegen den geplanten Bau der Tank- und Rastanlage an der A73 bei Drossenhausen.	Foto: Göller
Mit selbst gemalten Plakaten demonstrierten einige junge Leute gegen den geplanten Bau der Tank- und Rastanlage an der A73 bei Drossenhausen. Foto: Göller  

Coburg - Die Diskussion über den geplanten Bau der Tank- und Rastanlage an der A 73 bei Drossenhausen hat bei der Sitzung des Kreistages am Donnerstagnachmittag den bei Weitem größten Raum eingenommen. Dabei gab es den einen oder anderen hitzigen rhetorischen Schlagabtausch, der bereits vom bevorstehenden Kommunalwahlkampf zeugte.

Eine Gruppe von jungen Drossenhäusern hatte sich zudem am Landratsamt eingefunden, um im Vorfeld der Sitzung für ihre Anliegen zu demonstrieren. Ihre Anführerin Liesa Mikolajczak betonte, man erhoffe sich durch die Aktion, dass die anwesenden Politiker sähen, dass es in der Gesellschaft Widerstand gegen den geplanten Bau gebe. Kernpunkt ihrer Kritik ist, dass der betreffende Streckenabschnitt nur sehr gering befahren sei und dass bereits in Eisfeld, nur wenige Kilometer entfernt, ein Autohof existiere.

In der Sitzung des Kreistages schickte Geschäftsleiter Dieter Pillmann voraus, dass der Kreistag lediglich eine Stellungnahme zu dem Planfeststellungsverfahren des Bauvorhabens abgeben könne, man am Bau der Tank- und Rastanlanlage aber nichts ändern könne. Ihm schloss sich Landrat Sebastian Straubel an. Er verwies darauf, dass bei diesem Projekt "die Messe schon gelesen sei". Daraufhin entbrannte eine hitzige Diskussion.

Kreisrat Josef Brunner (SPD) regte zunächst an, Punkte wie die Problematik der Emissionen sowohl von Licht wie auch Lärm und Abgasen, die Frage der Rettungseinrichtungen, der Optimierung der Parkplanung und eine mögliche Geschwindigkeitsbegrenzung im Auge zu behalten. Man müsse der Bevölkerung die Ängste nehmen.

Die Aussage des Klimaschutzbeauftragten Christian Gunsenheimer, man schaffe mit der Errichtung der Anlage teure Infrastruktur, die bereits in wenigen Jahren obsolet sein könne, stieß allerdings mehreren Kreisräten, vor allem aus dem konservativen Lager, sauer auf. Dies erregte wiederum den Unmut der Fraktion der Grünen und veranlasste Thomas Kreisler, ein umfangreiches vorbereitetes Statement zu verlesen, in dem er zum Rundumschlag gegen die Umweltpolitik in Kommunen ausholte. Er signalisierte, dass seine Fraktion die Stellungnahme komplett ablehne.

Frank Rebhan (SPD) kritisierte daraufhin die "verbale Aufrüstung" anlässlich des bevorstehenden Kommunalwahlkampfes und erinnerte Kreisler daran, dass bei aller Kritik gegen Bodenversiegelung die grünen Politiker wohl auch gerne die Parkplätze des Landratsamtes nutzen würden. Rainer Mattern (CSU) monierte, dass inzwischen viele Lkw-Fahrer in ihren Ruhezeiten die Parkplätze im Rödentaler Stadtbereich belegen würden. Er sei deshalb ein Befürworter der geplanten Tank- und Rastanlage. Bei der Beschlussfassung entschied man sich bei sechs Gegenstimmen, die Aussage des Klimaschutzbeauftragten zu streichen.

Zu den weiteren wichtigen Inhalten der Kreistagssitzung gehörte die Vorstellung der neuen Umweltreferentin Ujvesa Pronaj. Sie vertritt ihre Vorgängerin Lisa Güntner während ihrer Elternzeit und hat vor, nach deren Ende sich mit ihr die Stelle zu teilen.

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Christian Göller
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Veröffentlicht am:
27. 09. 2019
15:30 Uhr

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Autor

Christian Göller

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Veröffentlicht am:
27. 09. 2019
15:30 Uhr



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