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"Quadratisch- praktisch zum Gespött"

Michael Stoschek schließt nicht aus, dass das Globe-Theater am Güterbahnhof kein Rundbau wird. Das wäre eine Provinzposse, sagt CDO-Vorsitzender Auwi Stübbe. Die Entscheidung fällt am Donnerstag im Stadtrat.



Coburg - Der Coburger Stadtrat ist am Dienstagabend in nichtöffentlicher Sitzung über Entwürfe für den Bau eines Globe-Theaters als Ausweichspielstätte für die Zeit der Generalsanierung des Landestheaters informiert worden. Die endgültige Entscheidung über das Projekt am Güterbahnhofgelände soll in einer öffentlichen Sitzung am Donnerstag fallen. Beginn ist um 13 Uhr.

Michael Stoschek, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der Brose-Gruppe, unterstützt den Globe, ebenso die Unternehmen Kaeser und HUK. Gemeinsam wollen sie jeweils eine Million Euro für die Ersatzspielstätte spenden, die insgesamt 15 Millionen Euro kosten soll. Zehn Millionen Euro hat Finanzminister Markus Söder zugesagt, zwei Millionen Euro soll die Stadt Coburg beisteuern.

In einem Interview, das er dem Internetfernsehen itv und dem Coburger Rundfunksender Radio Eins gab, sagt Stoschek, dass zwei Architekten - einer aus Coburg, einer von außerhalb - "sich Gedanken machen, wie man das Gebäude am besten anlegen kann". Zielsetzung sei "ein rundes Gebäude'" nach englischem Vorbild. Der Globe soll nach dem Ende der Generalsanierung des Landestheaters am Schlossplatz weiter genutzt werden können. Stoschek nennt Veranstaltungen, Kongresse, Messen, Tagungen, Seminare, Konzerte, Theater und einen neuen Studiengang der Hochschule für Theater- und Veranstaltungstechnik.

Für solche Zwecke sei ein Rundbau mit Zuschauerbereich "nicht so gut geeignet". Deshalb versuchten die Architekten, "einen Kompromiss zu finden, sodass wir beide Funktionen abdecken können". Michael Stoschek bringt hier einen eckigen Bau ins Spiel. Er hoffe aber sehr, "dass es die Rundform wird".

Auwi Stübbe, Vorsitzender des Coburger Designforums Oberfranken (CDO), hält überhaupt nichts von einer eckigen Architektur. Ihn erschrecke die Botschaft, "wir könnten das Globe auch quadratisch machen". Das Globe-Theater, dessen Ursprünge in der Shakespeare-Zeit liegen und das grundsätzlich rund ist, dürfe jetzt in Coburg nicht zur Provinzposse verkommen. "Wir werden mit quadratisch-praktisch zum internationalen Gespött, das darf nicht passieren", betont der CDO-Vorsitzende.

Stübbe weist darauf hin, dass er von der ersten Idee, einen Globe in Coburg zu bauen, mit dem Architekten Andrew Todd, der Büros in London und Paris unterhält, in Kontakt gestanden habe. Er hat einen solchen Rundbau in Hardelot in Frankreich gebaut "und war für den Coburger Architekten Lutz Wallenstein und mich die Referenz", so der CDO-Vorsitzende. Ohne Todd und seine Ermutigung, dass ein Globe in relativ kurzer Zeit zu planen und zu bauen ist, "hätte ich mich nicht aus der Deckung gewagt", sagt Stübbe. Todd habe ihm geschrieben, dass das Hardelot-Theater in nur vier Monaten geplant und in einem Jahr gebaut war. Stübbe: "Das ist für uns die Messlatte."

In dem Interview spricht sich Michael Stoschek dafür aus, die Betriebsgenehmigung für das Landestheater um ein Jahr zu verlängern. Derzeit läuft sie im September 2019 aus. Bei einem 180 Jahre alten Gebäude sei das Feilschen um ein paar Monate nicht akzeptabel, wenn man das Theater am Schlossplatz umbauen und mit einer Übergangsspielstätte eine nachhaltige Lösung erreichen wolle, so Stoschek. Er sehe kein Problem darin, den Beginn der Generalsanierung des Landestheaters "von Anfang 2020 auf Ende des Jahres zu verschieben (...) Wir sollten uns nicht wegen einiger Monate das Leben schwer machen."

Nach Informationen der Neuen Presse wird derzeit geprüft, ob die Betriebsverlängerung für das Landestheater über den Sommer 2019 hinaus möglich ist und die Planung für die Spielzeit 2019/2020 noch auf das historische Haus zugeschnitten wird. Bisher war dies stets kategorisch ausgeschlossen worden. Zuständig für die Betriebsgenehmigung ist die Stadt Coburg als Betreiberin des Landestheaters, nicht der Freistaat Bayern. Dem Land gehört das Gebäude seit den 1920er Jahren.

 
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Wolfgang Braunschmidt

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Veröffentlicht am:
13. 02. 2018
19:33 Uhr

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13. 02. 2018
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