Lade Login-Box.
Topthemen: Vor 40 Jahren in der Neuen PresseBlitzerwarnerGlobe-TheaterHSC 2000 Coburg

Coburg

Rechenspiele um Kita-Neubau

Heiß her ging es im Feriensenat Bad Rodach. Für Diskussionen sorgten die Themen Kinderbetreuung und Bahnlückenschluss.



Bad Rodach - Nachdem die Stadtverwaltung von Bad Rodach zuletzt klären musste, wer eigentlich Anträge stellen darf (die NP berichtete), kam es zu einem gewissen Bearbeitungsstau. Die Folgen bekam nun der Feriensenat zu spüren. In seiner jüngsten Sitzung hatte sich das Gremium mit neun Gesuchen zu beschäftigen.

Nein zum Fußgängerüberweg

Eine Ortsbesichtigung mit der Polizei Coburg ergab, dass weder die Zahlen der Fußgänger noch die Verkehrsfrequenz der Fahrzeuge einen Fußgängerüberweg in der Lempertshäuser Straße auf Höhe des Parkplatzes am Friedhof rechtfertigen.

Auf Antrag der SPD Fraktion wird die Stadt prüfen, inwieweit Fördermittel zur Errichtung eines autonomen E-Busses zur Verfügung stehen.

In einem schlechten Zustand befindet sich die Brücke über den Hetschbach in Heldritt. Als Sofortmaßnahme wurde das Höchstgewicht auf 3,5 Tonnen beschränkt.


Die CSU-Fraktion wollte wissen, wie es um die Bedarfsdeckung im Bereich der Kinderbetreuung in der Kurstadt steht. Geschäftsleiter Uwe Schmidt konnte hier "Entwarnung" geben. "Für das Kindergartenjahr 2019/2020 besteht kein Handlungsbedarf", betonte Schmidt. Weiter sollte nach Vorstellung der CSU-Fraktion die Überlegung angestellt werden, ob sich ein Neubau einer sechsgruppigen Kindertagesstätte und die Schaffung von vier Hortgruppen unter Berücksichtigung, dass die Liegenschaft des bisherigen städtischen Kindergartens veräußerst wird, finanziell umsetzbar ist. Bürgermeister Tobias Ehrlicher rechnete vor, dass für ein solches Projekt etwa sechs Millionen Euro veranschlagt werden müssen. Bei einer Förderung von maximal 53 Prozent würde die Stadt mit ungefähr drei Millionen Euro "dabei sein". Kämmerer Michael Fischer ergänzte, dass der Verkauf des städtischen Kindergartens nicht mehr als 500 000 Euro einbringen würde. Tobias Ehrlicher fasste zusammen: "Das ist seriös nicht machbar." Der Bürgermeister weiter: "Wir haben einen funktionierenden Kindergarten." Diese Einstellung rief Stephan Schink (CSU) auf den Plan. Er betonte: "Kinderbetreuung ist nicht eine Frage der Seriosität, sondern der Qualität." Es könne seiner Meinung nach nicht angehen, dass in einer integrativen Gruppe 20 anstatt der vorgesehenen 15 Kinder betreut werden.

Größeren Diskussionsbedarf warf der Antrag der Stadtratsfraktion "Zunkuftsforum" auf, der darauf abzielte, dass die Stadt eine Projektgesellschaft mit dem Ziel gründet, den Bahnlückenschluss zwischen Bayern und Thüringen voranzubringen. Ohne den Antrag abwerten zu wollen, verwies Ehrlicher darauf, dass der öffentliche Personennahverkehr Sache des Landkreises ist und er sich überhaupt nicht sicher sei, ob die Stadt eine solche Gesellschaft gründen dürfe. Axel Dorscht (SPD) verwies indes auf einen Beschluss des Kreistages aus dem Jahr 2018, der genau darauf abzielt. Ehrlicher will den Weg gehen mit der IHK, dem Landkreis und der Stadt Coburg ins Gespräch zu kommen. Dies ist Rainer Möbus zu wenig. "Nur wenn wir laut werden, werden wir in München gehört." Möbus weiter: "Wir dürfen uns nicht kleiner machen, als wir sind." Deutlich forderte er, dass Ehrlicher die Sache in die Hand nehmen solle. "Wir sollten uns auf unsere Kernaufgaben konzentrieren", vertrat Ehrlicher indes seine Haltung gegen die Schaffung einer Projektgesellschaft. Zwar wollte er dem Zukunftsforum eine Brücke bauen, indem er vorschlug, den Antrag abzuändern. Diesen Weg wollte die Fraktion aber nicht mitgehen. Mit sechs zu vier Stimmen wurde der Antrag abgelehnt.

Die Fraktion der SBB (Klaus Geuther und Herbert Müller) forderte ein Konzept zur Schaffung einer Buslinie zu erarbeiten, um die Stadtteile besser an die Kernstadt sowie Bad Rodach über Veilsdorf an das Netz der Deutschen Bahn anzubinden. "Der Rufbus fährt praktisch im Stundentakt", führte Ehrlicher vor Augen und ergänzte: "Leider ist dessen Auslastung sehr gering." Dies werfe demnach die Frage auf, ob ein Bedarf überhaupt gegeben sei, zumal auch die kostenlose Nutzung des Schulbusses nicht gut angenommen werde. Erschwerend kommt für Ehrlicher hinzu, dass eine Buslinie den Stadtsäckel mit rund 600 000 Euro im Jahr belasten würde. Herbert Müller verwies darauf, dass die Stadt für ihre Buslinien bei Förderung durch den Landkreis Coburg mit 20 000 Euro und die Einnahmen von Fahrgeldern in Höhe von ebenfalls 20 000 Euro am Ende 150 000 Euro aufwenden muss. Stephan Schink stellte den Antrag, den Tagesordnungspunkt abzusetzen und die Ergebnisse des "runden Tischen" zum Thema ÖPNV abzuwarten. Einstimmig wurde dieser Vorschlag angenommen.

Autor

Martin Rebhan
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
20. 08. 2019
17:24 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Betreuung von Kindern Bürgermeister und Oberbürgermeister CSU Deutsche Bahn AG Fahrzeuge und Verkehrsmittel Fußgänger Herbert Müller Kinder und Jugendliche Kommunalverwaltungen Michael Fischer Omnibuslinien Polizei SPD Stadt Coburg Städte Uwe Schmidt Öffentlicher Nahverkehr Öffentlichkeit
Bad Rodach
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Tagesmutter kümmern sie sich um Kinder von null bis 14 Jahren. Symbolbild.

21.08.2019

Eine Alternative zur Kita

Immer mehr Eltern brauchen Betreuungsplätze für ihre Kinder. Auch in Coburg. Tagesmütter wie Andrea Oppel decken den zusätzlichen Bedarf. » mehr

Etwa 900 000 Euro soll die Sanierung der Rückertschule kosten. Für einige Stadträte ist das zu viel des Guten.

28.05.2019

Sanierung der Schule muss warten

Die Kosten für die Maßnahmen schätzt der Architekt auf 900 000 Euro. Das ist manchen Stadträten in Bad Rodach zu viel. » mehr

Auch von den Obstbäumen im Bad Rodacher Wallgraben dürfen Passanten die Früchte ernten. Initiatorin Anne Habermann und Bürgermeister Tobias Ehrlicher haben gerade die Schilder angebracht. Foto: PR

29.08.2019

Pflücken ausdrücklich erlaubt

Süße Früchte vom Baum am Wegesrand ernten: Im Gemeindegebiet von Bad Rodach weisen nun Schilder daraufhin, wo das Abernten sogar erwünscht ist. » mehr

In der Straße "Schmückerwiesen" wurde ein provisorischer Fußweg angelegt.

30.04.2019

Bürgermeister reagiert auf Kritik

Der Bau- und Umweltausschuss der Stadt Bad Rodach hat sich unter anderem mit der neuen Brücke über den Wallgraben beschäftigt. Der Stadtwald bereitet den Räten große Sorgen. » mehr

Rund 12 000 Euro zusätzlich wird die Stadt Bad Rodach in den Spielplatz am Schlossplatz investieren. Einstimmig billigte der Bauausschuss vor Ort den Vorschlag von Bürgermeister Tobias Ehrlicher Foto: Martin Rebhan

17.09.2019

Umbau-Kosten steigen weiter

Die Arbeiten am Bad Rodacher Jagdschloss und an der Rückertschule werden voraussichtlich teurer als geplant. Unter anderem wegen eines weiteren Fluchtweges. » mehr

Ideologische Scheuklappen: Große Betroffenheit bei der Wirtschaft

26.07.2019

Ideologische Scheuklappen: Große Betroffenheit bei der Wirtschaft

Das Hochschulprojekt "Creapolis" hatte zu einer Diskussion über "Nachhaltige Mobilität in der Stadt" eingeladen. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Klima-Demo in Haßfurt Haßfurt

Klima-Demo in Haßfurt | 20.09.2019 Haßfurt
» 56 Bilder ansehen

Klima-Demo in Kronach

Klima-Demo in Kronach | 20.09.2019 Kronach
» 66 Bilder ansehen

Weltweiter Klimastreik - Fridays for future in Coburg

Klima-Demo in Coburg | 20.09.2019 Coburg
» 16 Bilder ansehen

Autor

Martin Rebhan

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
20. 08. 2019
17:24 Uhr



^