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Coburg

Regiomed macht 25,1 Millionen Euro Miese

Der Klinikverbund legt genaue Abschlusszahlen für 2018 vor. Und die sind noch einmal schlechter als die bereits im Juli prognostizierten.



Coburg - Der Regiomed-Klinikenverbund schließt das Jahr 2018 mit einem Defizit von 25,1 Millionen Euro ab. Diesen Konzernjahresabschluss hat der Aufsichtsrat am Montag im Rahmen seiner planmäßigen Sitzung festgestellt. Der Verlust wird auf das neue Jahr vorgetragen. 2017 hatte der Jahresabschluss des Konzerns noch ein Plus von 1,1 Millionen Euro ausgewiesen. "Diese Entwicklung ist für uns als neue Geschäftsführung, für den Aufsichtsrat, den Träger und alle anderen Beteiligten nach wie vor erschreckend", erklärt Hauptgeschäftsführer Alexander Schmidtke. Nun sei es wichtig nach vorne zu schauen und die Sanierung mit aller Kraft voranzutrei-ben.

"In den letzten Monaten haben wir intensiv daran gearbeitet, Transparenz herzustellen und ein funktionierendes Berichtswesen aufzubauen", so Schmidtke. Nur so könne man einen Konzern dieser Größenordnung steuern und systematisch an allen Aspekten arbeiten, die zu diesem enormen Defizit geführt haben. "Jetzt kennen wir alle wichtigen Kennzahlen, auch aus 2018, im Detail und wissen, an welchen Stellschrauben wir drehen müssen."

Die Leistungsentwicklung war in nahezu allen Regiomed-Kliniken zum Teil deutlich rückläufig. Zeitgleich waren laut Mitteilung die Personalaufwendungen auf Grund von tariflichen Entwicklungen und Anpassungen an den nicht tarifgebundenen Standorten gestiegen. Hinzukam ein Personalzuwachs: insgesamt 56 Vollkräfte wurden - fast die Hälfte davon im Bereich der Pflege - eingestellt.

Auch bei den Materialaufwendungen und den sogenannten "sonstigen betrieblichen Ausgaben", hinter denen sich zum Beispiel Rechts- und Beratungskosten, Mieten und Pachten und Instandhaltung verbergen, waren die Kosten gestiegen. "Man hatte also, ganz einfach gesagt, deutlich mehr ausgegeben als eingenommen", betont Schmidtke. Dass sich das Konzernergebnis im Vergleich zu den im Juli 2019 kommunizierten 22 Millionen Euro jetzt noch einmal deutlich verschlechtert habe, läge vor allem an Abschreibungen und Rückstellungen. "Damit wir jetzt für 2019 und die folgenden Jahre be-lastbar planen können, haben wir uns außerdem entschieden, einen endgültigen Schlussstrich unter nicht realisierte Projekte zu ziehen und diese sofort bilanzwirksam abzuschreiben, was in den Sonderabschreibungen zu Buche schlägt", macht Schmidtke deutlich. Des Weiteren mussten Rückstellungen für Steuern gebildet werden, die sich aus der Betriebsprüfung der Jahre 2011 bis 2014 und einer Hochrechnung für die Folgejahre bis 2018 ergeben hatten.

Aber es gibt auch gute Nachrichten: Die ersten Maßnahmen der Sanierung greifen bereits. "Die wirtschaftliche Entwicklung 2019 zeigt einen Aufwärtstrend", erklärt Schmidtke. Der Verbund läge derzeit zwei Millionen Euro besser als der Wirtschaftsplan. Die Personal- und Sachkosten seien leicht herunter gegangen. Nach dem aktuellen wirtschaftlichen Verlauf könne man aller Voraussicht nach den hohen Verlust aus 2018 schon in diesem Jahr halbieren. "Dennoch liegt noch ein weiter Weg vor uns: Um Regiomed auf einem stabilen wirtschaftlichen Fundament in die Zukunft zu führen, müssen wir genug Überschüsse erwirtschaften", so Schmitke.

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Veröffentlicht am:
25. 09. 2019
15:04 Uhr

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25. 09. 2019
15:04 Uhr



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