Lade Login-Box.
Topthemen: Vor 40 Jahren in der Neuen PresseBlitzerwarnerGlobe-TheaterHSC 2000 Coburg

Coburg

Regiomed steht Bundesminister Spahn Rede und Antwort

Der Gast aus Berlin verlangt nach Erklärungen. Hauptgeschäftsführer Alexander Schmidtke liefert sie und zeigt auf, wie man das 25-Millionen-Euro-Loch stopfen will.



Regiomed-Hauptgeschäftsführer Alexander Schmidtke (links) erläutert der Thüringer Landtagsabgeordneten Beate Meißner und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (rechts) seine Vorstellungen zur Zukunft des ländergrenzenübergreifenden Klinikverbundes. Fotos: Schaller/Beer (2)
Regiomed-Hauptgeschäftsführer Alexander Schmidtke (links) erläutert der Thüringer Landtagsabgeordneten Beate Meißner und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (rechts) seine Vorstellungen zur Zukunft des ländergrenzenübergreifenden Klinikverbundes. Fotos: Schaller/Beer (2)  

Sonneberg - Auf Einladung der Landtagsabgeordneten Beate Meißner ist kürzlich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zu Gast im Regiomed-Klinikum Sonneberg gewesen. Meißner kam recht schnell auf die aktuelle finanzielle Schieflage von Regiomed zu sprechen. Und darauf, dass diese Situation große Verunsicherung zur Folge hat. Spahn wollte von Hauptgeschäftsführer. Alexander Schmidtke wissen, wie man denn auf ein Loch von 25 Millionen Euro komme.

Schmidtke, seit 1. Juni im Amt, sprach von teilweise guten Visionen für die kommunale Klinik-Allianz, die 2018 und zuvor entwickelt wurden, doch habe darunter erkennbar das Kerngeschäft gelitten. Allein beim operativen Geschäft liefen vergangenes Jahr 13 Millionen Euro Verlust auf. Ziel in Zukunft müsse es somit sein, eine nach wie vor bestmögliche medizinische Versorgung vorzuhalten, gleichzeitig aber den Verbundgedanken nach vorne zu rücken, um Wirtschaftlichkeitspotenziale zu erschließen.

Wie berichtet, hatte Sonnebergs Kreistag im August einen Kassenkredit über drei Millionen Euro ausgereicht, um Regiomed flüssig zu halten. Dieses Geld muss bis Jahresende dem Landratsamt allerdings zurücküberwiesen werden. "Der Aufsichtsrat unterstützt die Sanierungsnotwendigkeit", äußerte Sonnebergs Landrat Hans-Peter Schmitz im Beisein von Spahn. Gleichwohl mahnte Schmitz, Regiomed müsse jetzt mit der Restrukturierung beginnen, um in kürzester Zeit die Kurve zu kriegen. Auf die Dauer werde eine Alimentierung nicht möglich sein. Nach dem 1. Januar 2020, so Schmitz, werde es einen unter den Gesellschaftern abgestimmten Beschluss geben zur Höhe der Mittel, die es braucht zur Defizit-Auskehr.

Inzwischen gibt es Hoffnung, die Lohnunterschiede zwischen den Häusern auf bayrischer Seite und jenen in Thüringen zu egalisieren. "Die Ungleichbehandlung macht bis zu 21 Prozent aus", erläuterte Meißner. Da nun der Konzern derart in Schwierigkeiten geraten sei, würden mittlerweile viele Beschäftigte fürchten, dass auch in nächster Zukunft Regiomed kaum in der Lage sei, die Angleichung zu stemmen. Vielleicht könne ja der Bundesgesetzgeber helfen. Der Bundesgesundheitsminister konnte diesbezüglich auf ein aktuelles Gesetz zur Stärkung des Pflegepersonals verweisen. Im stationären Bereich regelt es die Refinanzierung von Ausgaben durch die Krankenkassen neu, außerdem eine Herausnahme der Pflegepersonalkosten aus den Fallpauschalen und die Festlegung von Pflegepersonaluntergrenzen.

In Kurzform: Die Kassen müssen den Kliniken den Aufwand für jede zusätzliche und jede aufgestockte Pflegestelle am Krankenbett vollständig begleichen. Bislang vorzuhaltende Eigenanteile entfallen. Und schließlich sollen Tariflohnsteigerungen im pflegerischen Dienst zu hundert Prozent ebenfalls von den Krankenkassen aufgefangen werden. Zum 1. Januar 2020 würde damit die damit die von Meißner angesprochene 21-Prozent-Lücke verfüllt.

Das Beisammensein mit Spahn nutzte Schmidtke ansonsten, um den Verbund zwischen Lichtenfels und Coburg, Hildburghausen und Sonneberg ins Gespräch zu bringen für einen speziellen Fördertopf des Bundesgesundheitsministeriums.

Wie berichtet, hat der Konzern kürzlich einen eigenen Geschäftsführer für den Bereich der medizinischen Informationstechnologie, Digitalisierung und Telemedizin eingestellt. Da Regiomed nicht nur Kliniken, sondern ebenso mehrere Pflegeheime betreibt, böte es sich geradezu an der Region ein Modellprojekt zuzugestehen, innerhalb dessen die neuen IT-Möglichkeiten gebündelt zum Einsatz kommen, um so all die unterschiedlichen Bereiche der Gesundheitsversorgung intersektoral zu vernetzen - inklusive der Patientendaten der niedergelassenen Ärzte.

Den Vorstoß unterstützte Meißner sofort: "Ein Digitalisierungsprojekt im Gesundheitswesen über zwei Bundesländer hinweg für den ländlichen Raum, das wäre schon etwas ganz besonderes."

Autor

Andreas Beer
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
11. 10. 2019
15:50 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Arztpraxen Beate Meißner Bundesgesundheitsminister Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung CDU Jens Spahn Krankenhäuser und Kliniken Kreistage Landräte Landtagsabgeordnete Pflegeheime Pflegepersonal Pflegestellen Ärzte
Sonneberg
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
An der Hochschule Coburg sollen voraussichtlich ab dem Wintersemester 20/21 Hebammen ausgebildet werden.

16.07.2019

Hebammenstudium made in Coburg

Pflegeberufe sollen stärker akademisiert werden, um junge Leute anzulocken. Auch in der Vestestadt gibt es hierzu Pläne. » mehr

Professor Dr. Stefan Piltz, Ärztlicher Direktor des Regiomed-Klinikums Coburg: "Wir werden weiterhin klug in das Krankenhaus Coburg investieren. Notwendige Maßnahmen werden selbstverständlich ergriffen, wenn sie erforderlich sind und dem Wohle des Patienten dienen - und hier sind wir auch finanziell in der Lage.

09.05.2019

"Wir erwarten ehrliche Kommunikation"

Was denken Mitarbeiter des Krankenhauses Coburg über die finanzielle Schieflage von Regiomed, was sagen Patienten? Stefan Piltz, Ärztlicher Direktor hat Antworten. » mehr

Mit Gulmira Stoll (Mitte) konnte die erste Medizinstipendiatin im Klinikum Coburg begrüßt werden. Willkommen geheißen wurde sie von Dr. Christian Pohlig, Landrat Sebastian Straubel, Constanze Scheibl und Dr. Oliver Gregor (von links).

16.10.2019

Ein gutes Rezept gegen den Landarzt-Mangel

Die erste Stipendiatin des Kreises Coburg hat ihre Ausbildung zur Allgemeinmedizinerin im Klinikum begonnen. Derzeit durchlaufen noch acht weitere Studenten das Programm. » mehr

Professor Dr. Johannes Brachmann, Chefarzt am Klinikum Coburg und Geschäftsführer der Regiomed Medical School, im Gespräch mit Studierenden des ersten Jahrgangs, die jetzt ihre praktische Ausbildung im bayerisch-thüringischen Krankenhausverbund beginnen.	Foto: Frank Wunderatsch

30.09.2019

Auf dem Weg zum Traumberuf

Die Studentinnen und Studenten des ersten Jahrgangs der Regiomed Medical School beginnen jetzt ihre praktische Ausbildung. Politiker hoffen, dass die künftigen Ärzte in der Region bleiben. » mehr

Ehrliche Worte: Dustin Struwe interviewt Jens Spahn. Foto: Struwe

05.06.2019

Harte Töne gegen den Pflegenotstand

Dustin Struwe arbeitet als Pflegefachkraft. In seiner Musik verarbeitet er Erfahrungen aus seinem Alltag. Auch mit Politikern hat er schon gesprochen. » mehr

Das Krankenhaus Neustadt hat eine Zukunft, die Schließung ist vom Tisch. Derzeit wird im Regiomed-Verbund ein medizinisches Konzept für die Klinik entwickelt. Foto: Archiv Frank Wunderatsch

09.09.2019

Bestandsgarantie für Klinik Neustadt

Regiomed hält den Standort in den nächsten Jahren für unverzichtbar. Das gilt auch mit Blick auf eine mögliche Sanierung oder einen Krankenhausneubau in Coburg. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

BBC Coburg - Gießen 46ers Rackelos 101:78 (58:34) Coburg

BBC Coburg - Gießen 46ers Rackelos 101:78 (58:34) | 17.11.2019 Coburg
» 46 Bilder ansehen

Rathaussturm in Steinberg Steinberg

Rathaussturm in Steinberg | 16.11.2019 Steinberg
» 8 Bilder ansehen

HSC 2000 Coburg - ThSV Eisenach 31:23 (15:14) Coburg

HSC 2000 Coburg - ThSV Eisenach 31:23 (15:14) | 16.11.2019 Coburg
» 47 Bilder ansehen

Autor

Andreas Beer

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
11. 10. 2019
15:50 Uhr



^