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Coburg

Regiomed unterstützt Staatsanwaltschaft

Der Aufsichtsrat betont, mit den Ermittlern kooperieren zu wollen. Anlass ist eine Anzeige wegen des Verdachts der Untreue.



Der Regiomed-Aufsichtsrat des Regiomed geht davon aus, dass sich das kommunale Unternehmen mit seinen rund 5400 Beschäftigten "voraussichtlich selbstständig aus der angespannten Finanzlage befreien kann".	Foto: Archiv Rosenbusch
Der Regiomed-Aufsichtsrat des Regiomed geht davon aus, dass sich das kommunale Unternehmen mit seinen rund 5400 Beschäftigten "voraussichtlich selbstständig aus der angespannten Finanzlage befreien kann". Foto: Archiv Rosenbusch  

Coburg - Gegen den früheren Hauptgeschäftsführer des Regiomed-Klinikverbunds, Joachim Bovelet, ist bei der Staatsanwaltschaft Coburg Anzeige erstattet worden. Im Raum steht unter anderem der Verdacht der Untreue. Der bayerisch-thüringische Krankenhauskonzern werde mit der Staatsanwaltschaft kooperieren "und die behördlichen Ermittlungen unterstützen". Das teilte der Regiomed-Aufsichtsrat am Mittwoch mit.

In der Pressemitteilung heißt es, dass der Aufsichtsrat bereits einige Monate vor der Strafanzeige ein unabhängiges Strategie- und Kontrollgremium beauftragt habe, "Unternehmensentscheidungen in der Vergangenheit auf mögliche Unregelmäßigkeiten zu prüfen". Darüber hinaus sei eine Rechtsanwaltskanzlei beauftragt worden, "eine unabhängige, interne Untersuchung durchzuführen, um mögliche Pflichtverletzungen vollständig aufzuklären". Dabei geht es beispielsweise um mutmaßlich überhöhte Honorarzahlungen (die NP berichtete). Die Untersuchung dauere noch an. "Regiomed wird alle erforderlichen Maßnahmen ergreifen", betont der Aufsichtsrat.

Das Gremium räumt ein, dass der Gesundheitsverbund vor "finanziellen Herausforderungen" stehe. Damit wird der Millionenverlust umschrieben, den Regiomed derzeit schreibt. Der Aufsichtsrat weist darauf hin, dass sich deutschlandweit immer mehr Kliniken schwierigen Aufgaben gegenüber sähen: "die weitere Verlagerung von stationären Leistungen in den ambulanten Bereich, die Forderung von Mindestmengen, die Fokussierung der Krankenhausplanung auf Vorgaben zur Strukturqualität und insbesondere der durch Fördermittel nicht mehr gedeckte Investitionsbedarf". Diese könnten jedoch durch innovative Konzepte und zunehmende Vernetzung sowie Digitalisierung beherrschbar bleiben.

Die Gründung des bundeslandübergreifenden Regiomed-Verbundes im Jahr 2008, an dem die Stadt Coburg sowie die Landkreise Hildburghausen, Sonneberg, Lichtenfels und Coburg beteiligt sind, biete als "herausragendes, zukunftsgerichtetes Konzept die Möglichkeit, die medizinische und pflegerische Versorgung in Oberfranken und Südthüringen nachhaltig zu sichern. Unternehmensinterne Strukturentwicklungen, die den Verbundgedanken bestmöglich untermauern, und die Verwirklichung der Vorteile müssen nun noch stärker als in der Vergangenheit vorangetrieben werden."

Die Mitglieder des Aufsichtsrats sowie die Geschäftsführung von Regiomed "bekennen sich zu diesem kommunalen Unternehmen und den 5400 Beschäftigten". Trotz der "herausfordernden Situation" würden sie das Potenzial sehen, die Wirtschaftlichkeit der Einrichtungen zu heben, "sodass das Unternehmen sich voraussichtlich selbstständig aus der angespannten Finanzlage befreien kann". Künftig würden eine schnellere und konsequentere Entscheidungsfindung, klare Verantwortlichkeiten, eine direktere und offenere Kommunikation sowie die Einbindung der Mitarbeiter die Unternehmenskultur bei Regiomed prägen. Ein strategisch ausgerichtetes Entwicklungsprogramm werde derzeit umgesetzt.

Die Aufsichtsratsmitglieder könnten "die Verunsicherung der Patienten, der Öffentlichkeit und der Mitarbeiter durch die aktuelle Berichterstattung nachvollziehen, betonen aber, dass die medizinische Versorgung in der Region nicht gefährdet ist", heißt es in der Mitteilung. wb

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Veröffentlicht am:
15. 05. 2019
16:34 Uhr

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15. 05. 2019
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