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Coburg

Riesen-Wirbel um Logo der AfD

Die Werbung der rechten Partei auf einigen Eintrittskarten für die MesseCoburg erhitzt die Gemüter. Am Mittwoch war das Logo verschwunden. Aber nur vorübergehend.



Am Dienstag war die AfD-Werbung auf den Online-Tickets noch zu sehen (Bild links), am Mittwoch ist sie dann verschwunden (rechts).
Am Dienstag war die AfD-Werbung auf den Online-Tickets noch zu sehen (Bild links), am Mittwoch ist sie dann verschwunden (rechts).  

Wer sich im Vorverkauf ein E-Ticket für die Oberfrankenausstellung bestellte, bekam ein Exemplar mit Werbung. So weit, so normal. Aber: Viele Coburger hat das AfD-Werbe-Logo auf den elektronischen Eintrittskarten massiv gestört (die NP berichtetet). Die Ausstellung öffnet am Donnerstag ihre Pforten. Einige Ticket-Käufer machten ihrem Ärger über die Werbung am Dienstag auf Facebook Luft. Der Coburger SBC-Stadtrat René Hähnlein zum Beispiel. Unter seinem Post ist am Dienstagabend eine rege Diskussion im Gange. Einige Nutzer rufen sogar zum Boykott der Veranstaltung auf. Auch auf der Facebook-Seite der Neuen Presse sind ähnliche Stimmen zu finden.

Allerdings hat sich die Lage am Mittwoch geändert. Auf einem Online-Ticket, das die Redaktion der Neuen Presse bestellte, ist keine Werbung mehr zu sehen. Das hat zwei Gründe. Zum einen hat sich die BayWa mit Kinold-Messen in Verbindung gesetzt - und darum gebeten, ihr Logo zu entfernen. Es war zusammen mit dem der AfD angezeigt worden. "Die BayWa würde sich in keiner Weise mit der AfD gemein machen. Unser Logo wurde vom Veranstalter ohne unser Wissen und ohne unseren Auftrag auf die Tickets gedruckt. Wir haben den Veranstalter direkt aufgefordert, das Logo umgehend aus der Vorlage zu entfernen, was mittlerweile auch geschehen ist", schreibt BayWa-Pressereferentin Antje Krieger in einer Pressemitteilung am Mittwoch.

Zum anderen hat die Entfernung des BayWa-Logos zu einem technischen Problem bei der Firma Kinold geführt. "Weil wir einen Schriftzug gelöscht haben, ist der andere auch verschwunden", erklärt Messeveranstalter Peter Kinold. Die beiden Logos seien in einer gemeinsamen Datei hinterlegt gewesen. Ihm zufolge versuchen seine Mitarbeiter am Mittwoch eine technische Lösung zu finden, die es ermöglicht, lediglich ein Logo einzublenden. Es sei also nur vorübergehend verschwunden. "Die Partei hat den Werbeplatz gebucht. Jetzt sind wir vertraglich verpflichtet, ihr den Platz zu geben", erklärt Kinold. Wann es soweit sei, könne er aber nicht sagen. Kinold macht darauf aufmerksam, dass ohnehin nicht sehr viele Online-Tickets für die Veranstaltung verkauft worden seien. Bis Mittwoch seien es 44 Stück mit dem umstrittenen Logo gewesen. Er betont, dass auf den Eintrittskarten aus Papier überhaupt keine Werbung abgebildet sei.

In der Coburger Politik stößt Kinold mit seiner Entscheidung auf harsche Kritik. "Es ist Unding, wenn er diese Partei auf seinen Tickets werben lässt", sagt CSB-Stadtrat Gehard Amend. Den Juristen stört vor allem, dass Kinold in der NP vom Mittwoch von einer rechtlichen Grauzone spricht. Der Messe-Organisator hatte darauf aufmerksam gemacht, dass die AfD weit mehr Werbung rund um die Ausstellung machen wollte. Kinold habe das verhindert - übrig geblieben seien das Logo auf den Online-Tickets und im Ausstellerverzeichnis. Werbeplätze, die er allen Parteien angeboten habe. "Er ist der Veranstalter. Er kann entscheiden, wer auf seiner Veranstaltung wirbt", erklärt Amend. Die Argumentation des Messeveranstalters kann er nicht nachvollziehen. "Da gibt es für mich nur zwei Möglichkeiten: Entweder er hat das Problem übersehen oder er wollte einfach Geld verdienen", fährt der Stadtrat fort.

Die SPD sieht das ähnlich: "Die Oberfrankenausstellung hat eine lange Tradition im Coburger Land und gilt bis heute als Anziehungspunkt für viele Bevölkerungsgruppen. Das ist auch der Grund, warum wir uns als SPD-Kreisverband Coburg-Land und als SPD-Stadtverband Coburg daran beteiligen", schreibt der SPD-Kreisverbandsvorsitzende, Carsten Höllein, in einer Mitteilung. Für ihn belebt es den politischen Wettbewerb, wenn auch andere Parteien die Plattform nutzen. "Allerdings sind wir verwundert, dass dem Veranstalter der Oberfrankenausstellung wohl das richtige Händchen abhanden gekommen ist", betont Höllein weiter.

"Die AfD stellt mit ihren Äußerungen die Demokratie immer wieder infrage. Der Partei einen solche Werbemöglichkeit zu geben, halten wir weder für akzeptabel noch für hinnehmbar", fährt der SPD-Kreisverbandsvorsitzende fort. Er fordert das Unternehmen Kinold deswegen auf, die Karten sofort aus dem Verkehr zu ziehen - und auf Parteiwerbung darauf zu verzichten.

Höllein bringt noch einen weiteren Aspekt ins Spiel: "Es ist auffällig, dass die AfD in den vergangenen Wochen im Coburger Land erhebliche finanzielle Mittel im Wahlkampf einsetzt. Für eine Partei, die bisher weder im Landtag noch in kommunalen Gremien vertreten ist, erscheint dies fragwürdig." Deswegen fordert der Sozialdemokrat die AfD und ihre Kandidaten auf, ihre Geldgeber offen zu legen. "Bisher kann die Partei auf Bundesebene nicht widerlegen, dass sie auf dubiose finanzielle Mittel zurückgreift", kritisiert Höllein.

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Katja Diedler

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Veröffentlicht am:
10. 10. 2018
19:00 Uhr

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10. 10. 2018
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