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Coburg

Rundum-Sorglos-Paket für Ärzte

"Coburgin" soll Mediziner in die Region locken. Es ist Teil einer Kampagne der Gesundheitsregion Plus, die bereits Wirkung gezeigt hat.



Die Kampagne preist die Vorteile des Landlebens an. Bildmontage Neue Presse
Die Kampagne preist die Vorteile des Landlebens an. Bildmontage Neue Presse  

Coburg - Das Leben in und um Coburg hat viel für junge Ärzte zu bieten. In der Natur und in den Parks finden sie Entschleunigung, Abwechslung bietet das reichhaltige kulturelle Angebot und während des Sambafestivals steppt der Bär. Genug Gründe also, sich in der Region anzusiedeln. Das fanden auch die Mitarbeiter der Gesundheitsregion Plus von Stadt und Landkreis Coburg und entwickelten eine Kampagne. Die Ergebnisse haben sie am Mittwoch im Landratsamt vorgestellt.

"Während die Kollegen in der Großstadt noch im Stau stehen, genießen die Ärzte in Coburg schon ihre Freizeit", sagte Constanze Scheibl, Geschäftsstellenleiterin der Gesundheitsregion Plus. Sie ist auch für die neue Kampagne verantwortlich. Die wird nach außen vor allem durch Postkarten und Plakate sichtbar. Schöne Bilder sollen Medizinern und Studenten die Vorzüge des Lebens in der Region vorstellen. Weil die Zielgruppe jung ist, sind auch die Motive modern gestaltet und mit provokativen Statements versehen. Auf einer Karte steht zum Beispiel "Burnout, mal anders". Zu sehen sind Menschen, die gemütlich um ein Lagerfeuer im Freien sitzen. Auf diese Weisen wollen die Macher Vorbehalte gegenüber dem Landleben ausräumen und Lust darauf machen, die Ballungsräume zu verlassen.

Von den Karten hat die Gesundheitsregion insgesamt 63 000 Stück drucken lassen, die an allen Universitäten verteilt werden. Gunnar Geuter vom Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit konnte sogar schon von ersten Erfolgen der Kampagne berichten: "In Erlangen ist Coburg in aller Munde, das hat sicher etwas mit dieser Initiative zu tun." Neben den Postkarten gibt es noch Plakate, Poster, Kugelschreiber, Flyer, Notizbücher - und kleine Tablettenschachteln mit der Aufschrift "Coburgin forte". Da drin stecken Minzbonbons und ein Beipackzettel, der als Nebenwirkungen die Vorzüge des Lebens in der Region Coburg erklärt.

Das eigentliche Herzstück der Kampagne aber ist die Homepage. Auf ihr erhalten die Interessenten kompakt alle Infos über das Leben im Coburger Land, lokale Förderprogramme - und lernen vor allem die Ansprechpartner kennen, denn: "Es ist uns wichtig, persönlich mit den jungen Medizinern ins Gespräch zu kommen", erklärte Scheibl. Bei der Beratung werde natürlich auch an die Familie der potenziellen Landärzte gedacht. So gebe es zum Beispiel Unterstützung bei der Jobsuche des Partners. Wenn die Finanzierung steht, soll es auch noch Werbung im Internet und in den Sozialen Medien geben.

Konzipiert wurde die Kampagne in Zusammenarbeit mit dem Hausarztverein, einer weiteren Besonderheit, die der Raum Coburg zu bieten hat. Dr. Oliver Gregor, der 3. Vorsitzende des Vereins, pries am Dienstag dessen Vorzüge, die natürlich auch auf der Homepage erklärt werden: Zum Beispiel könnten die Ärzte dank des Vereins die verpflichtenden Fortbildungen kostenlos absolvieren. Außerdem nehme der Pflegestützpunkt gerade Hausärzten viel Arbeit ab, denn sie könnten ihre Patienten ruhigen Gewissens in kompetente Hände weitervermitteln und dank der Bereitschaftspraxis am Klinikum müssen die Mediziner nur eine überschaubare Zahl von Diensten leisten, die sich auch noch finanziell lohnten.

Gunnar Geuter betonte die Wichtigkeit des Vorhabens, die gerade in der Region Coburg hoch sei. Laut Scheibl ist die medizinische Versorgung hier zwar sichergestellt, trotzdem seien sechs Kassensitze aktuell zu besetzen und etliche Mediziner über 60 Jahre alt. "Das, was Sie hier haben, ist bezogen auf den Umfang in Bayern und wahrscheinlich sogar in Deutschland einmalig", lobte Geuter. Ihn begeistere, dass die Website alle relevanten Informationen auf einen Blick biete.

Lob kam auch von Elisabeth Nordgauer-Ellmaier vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege. "Es ist eine Herausforderung, die medizinische Versorgung sicherzustellen und zukunftsfähig zu machen. Da ist diese Aktion ein wichtiger Beitrag", sagte sie. Sie skizzierte die Maßnahmen, die ihr Ministerium in diesem Zusammenhang ergriffen hat: So sei bereits die 550. Niederlassung eines Mediziners gefördert worden und auch das Stipendienprogramm für künftige Landärzte laufe gut. "Aber wir können immer nur Rahmenbedingungen zur Verfügung stellen. Dafür, dass die Ärzte in die Region kommen, muss vor Ort Sorge getragen werden", erklärte sie - und da sei die Arbeit in Coburg vorbildlich.

Landrat Sebastian Straubel nutzte die Gelegenheit, sich bei allen Beteiligten zu bedanken - und war zuversichtlich, dass die Kampagne ihr Ziel erreicht. Dem schloss sich Coburgs
3. Bürgermeister Thomas Nowak an. Mit der Erstellung des Materials hatte die Gesundheitsregion eine Agentur aus Berlin beauftragt. In vielen Workshops sorgten Mitarbeiter in Coburg dafür, dass Bilder, Texte und Inhalte zur Region passen.

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Katja Diedler

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Veröffentlicht am:
18. 09. 2019
20:50 Uhr

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Katja Diedler

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Veröffentlicht am:
18. 09. 2019
20:50 Uhr



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