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Coburg

Sanierung der Schule muss warten

Die Kosten für die Maßnahmen schätzt der Architekt auf 900 000 Euro. Das ist manchen Stadträten in Bad Rodach zu viel.



Etwa 900 000 Euro soll die Sanierung der Rückertschule kosten. Für einige Stadträte ist das zu viel des Guten.
Etwa 900 000 Euro soll die Sanierung der Rückertschule kosten. Für einige Stadträte ist das zu viel des Guten.  

Bad Rodach - Auf den Boden der finanziellen Tatsachen ist der Stadtrat Bad Rodach in seiner Sitzung am Dienstag zurückgeholt worden, als Architekt Michael Schoener vom Büro Schoener und Panzer in Leipzig Pläne zum Umbau des Jagdschlosses und der Rückertschule vorgestellt hat. Als er das Gremium informierte, dass bei der kompletten Umsetzung mit einem Investitionsvolumen von etwa 1,1 Millionen Euro zu rechnen sei, herrschte im Sitzungssaal betroffenes Schweigen.

Stadtrat in Kürze

Einer Teilsanierung der Ortsverbindungsstraße Lempertshausen-Heldritt, wie von Matthias Thumser (ÖDP) gewünscht, erteilte Bürgermeister Tobias Ehrlicher eine Absage. "Wir würden 30 000 Euro aus dem Fenster werfen." In etwa eineinhalb Jahren solle die gesamte Straße ausgebaut werden.

 

Die SBB-Fraktion fordert die Erarbeitung eines Konzeptes zur Schaffung einer Buslinie innerhalb Bad Rodachs. Von der SPD kam die Eingabe, dass die Verwaltung Fördermöglichkeiten für einen autonomen Elektrobus prüft.

 

Durch den Austritt von Klaus Geuther, Herbert Müller und Matthias Thumser aus der SPD-Fraktion mussten Ausschüsse neu besetzt werden. Hermann Liebermann (SPD) sowie Klaus Geuther (SBB) gehören nun dem Bau- und Umweltausschuss an. Herbert Müller (SBB) ist im Ferienausschuss präsent. Neu im Ausschuss Therme Natur ist Michael Pertsch (SPD). Neue Mitglieder im Rechnungsprüfungsausschuss sind Axel Dorscht (SPD) und Klaus Geuther (SBB).

 

Beim Markt- und Fischerfest findet am 2. Juni von 12 bis 17 Uhr ein verkaufsoffener Sonntag statt. Darauf einigte sich der Stadtrat einstimmig.

 

In der Max-Roesler-Straße entstehen 18 neue Wohnungen. 25 Anfragen liegen bereits vor.

 

Schoener erläuterte, dass der Einbau eines Fahrstuhls im Jagdschloss, um dieses barrierefrei zu gestalten, mit 200 000 Euro zu Buche schlagen würde. Für die Sanierung der Rückertschule müssten 900 000 Euro aufgewendet werden.

 

Für Stephan Schink (CSU) waren die Zahlen nicht nachvollziehbar: "Im Jahr 2017 hat man von 590 000 Euro gesprochen, zwei Jahre später sollen es plötzlich 1,1 Millionen Euro werden. Das Gebäude ist seit zwei Jahren kein anderes." Der Architekt erklärte, dass die Baukosten in den vergangenen Jahren um mehr als 20 Prozent gestiegen seien. Seine Kostenschätzung enthalte auch Eventualitätspositionen, deren Ausführungen nicht zwingend notwendig aber ratsam erschienen. Außerdem sei bei der ersten Kostenschätzung auf die Beurteilung von Fachplanern verzichtet.

900 000 Euro für den "Umbau einer Bücherei" seien einfach zu viel, meinte Michael Pertsch (SPD). Der Hinweis von Kämmerer Michael Fischer, dass im Haushalt zwar die 200 000 Euro für den Fahrstuhl eingeplant seien, der Finanzplan bis 2022 aber keine entsprechenden Ausgaben vorsehe, tat ein Übriges. Der Stadtrat beschloss, die Barrierefreiheit im Jagdschloss umzusetzen, die geplanten Arbeiten an der Rückertschule jedoch einer genaueren Betrachtung zu unterziehen. Bürgermeister Tobias Ehrlicher (SPD) gab das Ziel aus, das Projekt Rückertschule bis zum Stadtjubiläum im Jahr 2024 umzusetzen. Den finanziellen Kraftakt will er unter anderem durch weitere Fördergelder stemmen, etwa von der Oberfrankenstiftung. Von staatlicher Seite habe man eine Förderzusage über 60 Prozent der förderfähigen Kosten.

Keinen besonderen Diskussionsbedarf gab es bei der Flächennutzungsplanänderung und Erweiterung des Bebauungsplans "Unterm Dammüllersweg" und bei der Flächennutzungsplanänderung "Am Rodacher Weg" in Lempertshausen. Nach Würdigung der Hinweise der Träger öffentlicher Belange fasste der Stadtrat einstimmig die entsprechenden Beschlüsse. Geschäftsleiter Uwe Schmidt ging auf einen Antrag des "Zukunftsforums" ein, der darauf abzielt, bei der Kommunalwahl den stimmberechtigten Bürgern Briefwahlunterlagen unaufgefordert zukommen zu lassen, um die Wahlbeteiligung zu erhöhen. Schmidt verlas ein Schreiben des bayerischen Innenministeriums, aus dem hervorgeht, dass ein solches Verfahren dem verfassungsrechtlichen Leitbild einer geheimen Wahl widerspreche und daher nicht möglich sei.

Christoph Herold (CSU) bat im Namen des Elternbeirates und der Leitung der Grund- und Mittelschule, dass sich die Stadt der Parksituation vor dem Schulgebäude annimmt. Außerdem sei der "Dr.-Albin-Schubert-Weg" ein Treffpunkt für rauchende Jugendliche. Hier wünsche sich die Schule, dass das städtische Ordnungsamt einschreitet. "Seitens der Schule wird Rauchen als Einstiegsdroge gesehen", begründete Herold den Vorstoß. Dies sei Aufgabe der Polizei, die über die Situation bereits informiert worden sei, sagte Ehrlicher. Uwe Schmidt ergänzte, dass man auch den Jugendkontaktbeamten eingeschaltet habe - "leider hat ihn noch keiner gesehen".

Auf Nachfrage von Christoph Herold und Stephan Schink stellte der Bürgermeister klar, dass die Stadt keinesfalls Aufgaben auf Bürger übertragen wolle. Beim Aufruf der Stadt, dass man in den Stadtteilen Ansprechpartner suche, die sich um die Spielplätze kümmern, gehe es vielmehr darum, dass Bürger hin und wieder eine Reinigungsaktion organisieren oder sich darum kümmern, dass Spielgeräte gestrichen werden. "Wenn hier etwas missverständlich rübergekommen ist, tut es mir leid", sagte Ehrlicher.

Kritik übte 3. Bürgermeisterin Nina Klett am Verhalten einiger Bürger aus Breitenau. Diese hätten sich kürzlich nach dem Hochwasser "frech und ungezogen" gegenüber der Stadt gezeigt. Zuvor hatte sich Bernd Werner (FW) erkundigt, wie es zu der Überschwemmung kommen konnte. Ehrlicher betonte, dass das Regenrückhaltebecken ausreichend dimensioniert sei: "Durch den Starkregen wurde viel Erdreich aus dem angrenzenden Feld in das Becken gespült, was dann dazu führte, dass die Wassermassen nicht mehr bewältigt werden konnten."

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Martin Rebhan
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Veröffentlicht am:
28. 05. 2019
17:24 Uhr

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Martin Rebhan

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28. 05. 2019
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