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Coburg

Scharfe Waffen in Rocker-Hand

Ein Mitglied der Blood Red Section klagte gegen Einzug der Waffenbesitzkarte. Und gewinnt. Jetzt darf er seine Magnum wohl wiederhaben.



Scharfe Waffen in Rocker-Hand
Scharfe Waffen in Rocker-Hand  

Coburg/Bayreuth - Stand Freitag wird der Rocker seine scharfen Waffen wahrscheinlich zurück bekommen. Nachdem das Landratsamt Coburg sowohl die Waffenbesitzkarte als auch den kleinen Waffenschein des Mitglieds der Blood Red Section eingezogen hatte, widerrief das Verwaltungsgericht Bayreuth am Freitag diese Entscheidung. Der Rocker hatte gegen den Bescheid geklagt (die NP berichtete).

Die Begründung des Urteils wird laut Dietmar Lang, stellvertretender Pressesprecher des Verwaltungsgerichts, in der kommenden Woche erwartet. Lang zufolge hat die Regierung von Oberfranken die Möglichkeit, in Berufung zu gehen. Ob sie davon Gebrauch machen wird, ist noch nicht klar. "Wir müssen erst einmal die Begründung des Urteils abwarten", sagte Jakob Daubner, Pressesprecher, der Regierung von Oberfranken.

In der Verhandlung stand das Verhältnis der Blood Red Section zu den Hells Angels Hof City im Mittelpunkt. Das Landratsamt Coburg hatte den Widerruf unter anderem damit begründet, dass es sich bei dem Club aus dem Raum Coburg um einen Unterstützer-Club der Hells Angels Hof handelt. Es sei nicht auszuschließen, dass die Blood Red Section den Hofern im Rahmen einer gewalttätigen Auseinandersetzung zur Hilfe kommen würde. Außerdem sei der Kläger auf einem Foto im Internet mit einer Jacke zu sehen gewesen, die das Ein-Prozenter-Abzeichen trägt. Dieses Symbol benutzen Rocker, die sich zu dem einen Prozent zählen, die Gesetze missachten. Deswegen fehle dem Kläger die notwendige Zuverlässigkeit zum Führen einer Waffe.

Insgesamt waren auf den Rocker acht Waffen registriert. Nach Informationen unserer Zeitung waren sie alle scharf, eine davon ein Revolver vom Kaliber .357 Magnum und ein Gewehr mit dem Kaliber .308 Winchester, das beim Militär zum Einsatz kommt.

Als Zeuge war unter anderem Kriminalkommissar Claus Hempfling, ein Kenner der Szene, geladen. Er führte aus, dass es sich bei der Blood Red Section um einen Club handelt, der zur Unterstützung der Hells Angels gegründet worden war. Die ebenfalls als Zeugen geladenen Präsidenten der Hofer Hells Angels und der Blood Red Section bestritten dies. Die Clubs seien lediglich freundschaftlich verbunden. Das sich beide Clubs zu den Ein-Prozentern zählen, leugnete sie nicht. Allerdings handle es sich um einen Lebensstil, der nichts mit Kriminalität zu tun habe.

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Katja Diedler

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Veröffentlicht am:
07. 12. 2018
16:08 Uhr

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Katja Diedler

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07. 12. 2018
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