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Coburg

Schlusspunkt unter 15 Jahre Widerstand

Ein Flugplatz bei Neida ist Geschichte. An den hartnäckigen Kampf der "Schutzgemeinschaft Weißer Berg" erinnert eine Info-Tafel.



Flugplatz verhindert: Eine Info-Tafel am Rangesberg zwischen Wiesenfeld und Neida dokumentiert die Stationen des 15-jährigen Widerstands der "Schutzgemeinschaft Weißer Berg". Die Enthüllung feierten Thomas Schreiner, Caroline Höhn, Günter Hesselbach und Vorsitzende Dagmar Escher (von links) mit einem Gläschen Sekt.	Foto: Christoph Scheppe
Flugplatz verhindert: Eine Info-Tafel am Rangesberg zwischen Wiesenfeld und Neida dokumentiert die Stationen des 15-jährigen Widerstands der "Schutzgemeinschaft Weißer Berg". Die Enthüllung feierten Thomas Schreiner, Caroline Höhn, Günter Hesselbach und Vorsitzende Dagmar Escher (von links) mit einem Gläschen Sekt. Foto: Christoph Scheppe  

Neida - Flugplatz abgewehrt, Natur erhalten: 15 Jahre hat die "Schutzgemeinschaft Weißer Berg" gegen einen bei Neida geplanten Verkehrslandeplatz gekämpft. Erfolgreich, denn Ende September vergangenen Jahres zog die Projektgesellschaft ihren Planfeststellungsantrag zurück. Eigentlich sollte mit einem Dank- und Freudenfest am 2. Mai der offizielle Schlusspunkt gesetzt werden, was aber wegen der Corona-Pandemie nicht möglich war. Für die Vorsitzende der Schutzgemeinschaft, Dagmar Escher, steht indes fest: "Das holen wir auf jeden Fall nach."

Als ein Programmpunkt des Festes war die Enthüllung einer Informationstafel am Rangesberg vorgesehen, die in Wort und Bild die wichtigsten Stationen des Flugplatz-Widerstands der Schutzgemeinschaft seit 2005 dokumentiert. Doch warten, bis die Pandemie wieder Feiern erlaubt, wollte das Vorstandsgremium nicht, weshalb die Präsentation am Mittwoch über die Bühne ging. Spaziergänger, Wanderer und Radfahrer können sich laut Escher "informieren und freuen, dass der natürliche Lebensraum, die schöne Landschaft und die Existenz der betroffenen Landwirte erhalten bleiben".

Auf die ursprünglichen Planungen angesprochen, nimmt die Vorsitzende kein Blatt vor den Mund. "Das war Irrsinn. 100 Hektar Land wären verloren gewesen, 1800 Hektar hätten im Callenberg Forst abgeholzt und viele Hügel abgetragen werden müssen." Dass es dazu nicht kam, sei nicht allein das Verdienst der Schutzgemeinschaft, sondern aller Initiativen, die sich zur Verhinderung eines neuen Verkehrslandeplatzes über die Landkreisgrenzen hinaus gründeten, sagt Dagmar Escher. Mit dem Bund Naturschutz habe man zudem einen starken und stets verlässlichen (Klage-)Verbündeten an der Seite gehabt. Gleiches gelte für die Interessengemeinschaft der Grundstückseigentümer. Besonders wichtig sei der 2016 gewonnene Bürgerentscheid gewesen, mit dem der Landkreis Coburg zum Ausstieg aus der Projektgesellschaft Verkehrslandeplatz gezwungen worden sei.

"Es war eine harte Zeit mit vielen schlaflosen Nächten und Anfeindungen", beschreibt 2. Vorsitzender Günter Hesselbach seine Erfahrungen. Wie Escher hebt er den guten und solidarischen Zusammenhalt der Flugplatzgegner hervor. Angesichts der "geballten Verwaltungs- und Wirtschaftskompetenz der Projektgesellschaft" habe er anfangs große Zweifel gehegt, das Vorhaben verhindern zu können. Um so größer sei die Freude, es dann doch geschafft zu haben.

"Jeder Baustein, ob groß oder klein, war wichtig", verweist Escher auf Piloten und viele Helfer, die sich im Laufe der Jahre enormes Wissen in den Bereichen Flora, Fauna sowie Luftfahrt- und Verwaltungsrechts angeeignet hätten. Alles in allem habe die Auseinandersetzung 15 000 Euro gekostet - finanziert aus den Beiträgen der 120 Schutzgemeinschafts-Mitglieder. Gar 40 000 Euro mussten die in der Interessengemeinschaft der Grundstücksbesitzer vereinigen Flugplatzgegner für anwaltschaftliche Vertretungen berappen.

Nachdem das Ziel nun erreicht ist, wird sich die "Schutzgemeinschaft Weißer Berg" demnächst auflösen. Das sei aber kein Freibrief für künftige Flugplatz-Avancen. Escher: "Falls sie wieder anfangen wollen: Wir wissen jetzt, wie es geht."

Autor
Christoph Scheppe

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Veröffentlicht am:
27. 05. 2020
16:00 Uhr

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Christoph Scheppe

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27. 05. 2020
16:00 Uhr



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