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Coburg

Schon wieder Feuer bei Ahorner Trödler

Bei Herchenhahn brennt es zum vierten Mal. Vieles weist auf Brandstiftung hin. Die Feuerwehr verhindert eine Katastrophe.



Wieder Brand mitten in Ahorn.
Wieder Brand mitten in Ahorn.   Foto: Timo Schulz » zu den Bildern

Ahorn - "Fünf Minuten später und es hätte anders ausgeschaut". Timo Schulz, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Ahorn, ist "heilfroh", dass "die Sache halbwegs gut ausgegangen ist". Wieder einmal. Denn in der Nacht zum Montag hat es erneut bei der Familie Herchenhahn gebrannt. Zum vierten Mal innerhalb von drei Jahren. Schon beim letzten Feuer, am 20. Juli vergangen Jahres, sprach man bei der Ahorner Wehr von einer Brandserie. Beweise gibt es nicht, aber im Ort redet inzwischen jeder davon: Zufällig brennt es bei dem umstrittenen Trödelhandel mitten im Ort nicht ein ums andere Mal.

Streit mit der Gemeinde

Seit 1968 betreibt Erich Herchenhahn in der Ringstraße in Ahorn einen Einzelhandel für Neu- und Gebrauchtwaren. Die Gebäude, die er dafür nutzt, liegen in einem Mischgebiet. Hier sind Wohnen und "nicht störendes Gewerbe" erlaubt. Im Laufe der Jahre vergrößerte Herchenhahn seinen Handel. Dem Ahorner Gemeinderat ist das ein Dorn im Auge, weil die Warenpräsentation im Freien das Ortsbild beeinträchtige und die Brandgefahr erhöhe. 2016 strengte die Gemeinde eine Klage beim Verwaltungsgericht in Bayreuth an. Ein Besichtigungstermin endete mit einem Vergleich. Er sah die Verkleinerung der Außenflächen und die Ausweisung von Kundenparkplätzen vor.

Alarmiert wird die Feuerwehr Ahorn am Dienstag um 5.07 Uhr. Fünf Minuten später geht bei der Leitstelle ein weiterer Notruf ein: "Es brennt mehr", hieß es laut Schulz, der inzwischen schon unterwegs ist. Auch die Feuerwehrleute von Schorkendorf werden jetzt alarmiert. Schon von Schafhof aus habe Schulz eine fette schwarze Rauchsäule gesehen, am Ortseingang von Ahorn dann den Feuerschein.

Vor Ort ist der Schutz des angrenzenden Hauses das Wichtigste. Zwar steht ein offenes Lager mit allerlei Gebrauchtgegenständen auf einer Fläche von etwa 50 Quadratmetern lichterloh in Flammen. "Aber der erste Angriff galt dem Haus", erzählt Schulz. Denn die Flammen drohen überzuschlagen. Die ersten Fenster bersten schon. Die Firstbalken beginnen zu glimmen. "Wir sind gerade noch rechtzeitig gekommen."

Wie es später im Polizeibericht heißt, kann die Feuerwehr, die insgesamt mit 40 Mann vor Ort war, durch ihr rasches Eingreifen das Wohnhaus retten. Auch der Lagerplatz ist schnell gelöscht. Die Polizei spricht am Dienstagnachmittag von einem Sachschaden in Höhe von 10.000 Euro. Das Gebäude sei lediglich leicht in Mitleidenschaft gezogen worden. Neue Fenster und ein frischer Anstrich sind aber auf jeden Fall nötig.

Zwischen September 2016 und dem gestrigen Dienstag hat es bei Herchenhahn nun bereits das viert Mal gebrannt. Am  20. Juli 2017  fackelte jemand gegen 22.30 Uhr auf dem Grundstück ein Korbsessel ab. Ein Nachbarkind hatte den Feuerschein bemerkt und Alarm ausgelöst. Am 13. September 2016 musste die Feuerwehr um 6.05 Uhr ausrücken, am  4. Oktober 2016  um 23.17 Uhr. Beidemale entsteht erheblicher Sachschaden.

Wer die mutmaßlichen Brandstifter sein könnten? Erich Herchenhahn zuckt am Dienstagnachmittag nur mit den Schultern. "Die wollen mir schaden." Auf der mit einer Zeltkonstruktion überdachten Lagerfläche hätte er erst vor Kurzem neue Weinkisten aufgestellt. Übrig ist jetzt nur noch ein Häufchen Asche.

Von dem Brand bekommt der Trödler erst gegen 6 Uhr etwas mit, als die Feuerwehr schon im Einsatz ist. Zu diesem Zeitpunkt ist nichts mehr zu retten von den Dingen, die er dort gelagert hatte.

"Der Verdacht der Brandstiftung liegt natürlich nahe", sagt Alexander Czech, Pressesprecher beim Polizeipräsidium Oberfranken. "Allerdings können wir uns nicht in Spekulationen ergehen. Die Spurensicherung war bereits vor Ort. Ermittelt wird in alle Richtungen."

Ahorns Bürgermeister Martin Finzel ist am Dienstagnachmittag nicht zu erreichen. Im Nachrichtendienst seiner Gemeinde dankt er der Feuerwehr, die durch ihr schnellen Eingreifen "wieder einmal Schlimmeres verhindert" habe.

Die Kriminalpolizei Coburg hat mittlerweile die Ermittlungen aufgenommen und bittet um Hinweise: Wer hat am Dienstagmorgen, gegen 5 Uhr, im Bereich der Ringstraße Wahrnehmungen gemacht, die mit dem Brand in Verbindung stehen könnten? Wer kann Angaben zu dem Feuer machen? Zeugen werden gebeten, sich bei der Kriminalpolizei unter 09561/6450 zu melden.

 

Veröffentlicht am:
20. 08. 2019
14:28 Uhr

Aktualisiert am:
20. 08. 2019
17:29 Uhr

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Autor

Norbert Klüglein

Volker Friedrich

Kontakt zu den Autoren

Veröffentlicht am:
20. 08. 2019
14:28 Uhr

Aktualisiert am:
20. 08. 2019
17:29 Uhr



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