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Coburg

Schwere Vorwürfe: Mutter soll Kind mit Gürtel verprügelt haben

Eine junge Mutter steht vor Gericht. Sie soll ihre Tochter grün und blau geschlagen haben. Die Frau bestreitet die Vorwürfe.



Auffälliges Verhalten bei Kindern
Sind beim Kind Schlafstörungen, aggressives Verhalten oder Rückzug zu beobachten, sollten Eltern Missbrauchserfahrungen als Ursache nicht ausschließen.   Foto: Patrick Pleul

Coburg - Ein Fall von Kindesmisshandlung wird derzeit vor dem Amtsgericht Coburg verhandelt. Eine 28-jährige Frau aus Coburg soll ihre zehnjährige Tochter mit der Gürtelschnalle malträtiert und dabei schwer verletzt haben. Aufgefallen waren die Verletzungen bei einem Schwimmbadbesuch des Kindes. Es kam zur Anzeige. Die Mutter streitet die Tat ab und macht ihre Großmutter, also die Uroma des Mädchens, für die Verletzungen verantwortlich.

Die 80-jährige Rentnerin aus Coburg belastete während des Prozesses ihre 28-jährige Enkelin schwer. Sie beschrieb Situationen, in denen ihre Enkeltochter regelrecht ausgerastet sei und etwa Geschirr aus dem Schrank geworfen habe. Den Kontakt zu den Urenkeln habe ihr die 28-Jährige verboten. Die Rentnerin hatte die Kinder regelmäßig aus einem Kinderhort abgeholt. Dort habe ihr eine Betreuerin Fotos mit den Verletzungen des Kindes gezeigt. "Als sie aus der Kabine im Schwimmbad kam, haben alle gesehen, wie sie zugerichtet war", so die Rentnerin.

Darauf habe sie ihre zehnjährige Urenkelin gefragt, wer ihr das angetan habe. Diese habe geantwortet, das dürfe sie nicht sagen, so die 80-Jährige. Die jüngere Schwester des Opfers habe aber gesagt: "Die Mama hat sie mit dem Gürtel gehauen." Ihre Enkeltochter habe das Mädchen immer "wie abseits" behandelt. "Sie mochte ihr Kind nicht so richtig", sagte die Rentnerin. Am Körper ihrer Urenkelin habe sie öfters blaue Flecken festgestellt, die das Kind mit Stürzen erklärt habe.

Eine Psychologin sagte aus, dass die Zehnjährige zunächst wegen des Verdachts auf einen sexuellen Übergriff vorgestellt worden war. Später sei es darum gegangen, das Mutter-Tochter-Verhältnis zu verbessern, da wohl eine Bindungsstörung zwischen Mutter und Tochter bestehe. Diagnostiziert worden seien bei dem Kind Anpassungsstörungen und eine posttraumatische Belastungsstörung. Auch die Psychologin gab an, an den Beinen des Kindes öfters blaue Flecken gesehen zu haben, die aber auch so hätten entstanden sein können. Die Zehnjährige erzähle wenig und sei sehr verschlossen.

Rechtsanwalt Martin Jensch wollte geprüft haben, ob die Flecken aufgrund einer Bindegewebsschwäche entstanden sein könnten. Diese Theorie bezeichnete die Jugendrichterin als hanebüchen. Ein Sachverständiger habe bereits erklärt, die viereckigen dunklen Ergüsse auf dem Körper des Kindes rührten von Hieben her. Die Gürtelschnalle sei zu erkennen; das Kind war demnach übersät mit Blutergüssen. Jensch betonte, seine Mandantin habe ihn abermals kontaktiert. "Sie hat gesagt, dass ihre Tochter jetzt wieder blaue Flecken habe, sie habe jetzt Angst, dass es wieder heiße, sie sei das gewesen", so der Anwalt. Er beantragte, die Kinder erneut zu vernehmen. Die Richterin musste dem - wenn auch ungern - zustimmen. "Ich habe nicht vor, die Kinder hierher zu zerren. Die sind traumatisiert und befinden sich in einem Loyalitätskonflikt. Und wir wissen, was die Kinder sagen werden", so die Richterin. Aber auch die Mutter will ihren Kindern einen Auftritt vor Gericht nicht ersparen und schloss sich dem Verteidiger an. Die Verhandlung wurde daraufhin ausgesetzt. Wann es weiter geht, ist unklar. Vorher müssen die Kinder erneut psychologisch begutachtet werden.

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Gabi Arnold
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Veröffentlicht am:
15. 07. 2019
17:26 Uhr

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Gabi Arnold

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Veröffentlicht am:
15. 07. 2019
17:26 Uhr



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