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Coburg

Söder sorgt sich um die Zukunft Europas

Der Ministerpräsident unterstreicht in Frohnlach die Wichtigkeit der Europawahl. Zugleich wirbt er für Sebastian Straubel.



Ministerpräsident Markus Söder trägt sich ins Goldene Buch der Gemeinde Ebersdorf ein. Von Links: Staatssekretär a. D. Jürgen Heike, Bundestagsabgeordneter Hans Michelbach, Landratskandidat Sebastian Straubel, Bürgermeister Bernd Reisenweber, Wolfgang Pfister und Landtagsabgeordneter Martin Mittag.	Foto: hro
Ministerpräsident Markus Söder trägt sich ins Goldene Buch der Gemeinde Ebersdorf ein. Von Links: Staatssekretär a. D. Jürgen Heike, Bundestagsabgeordneter Hans Michelbach, Landratskandidat Sebastian Straubel, Bürgermeister Bernd Reisenweber, Wolfgang Pfister und Landtagsabgeordneter Martin Mittag. Foto: hro  

Frohnlach - Am Mittag veröffentlicht der BR ein Umfrageergebnis. Danach ist die CSU nach der Landtagswahl in der Wählergunst um zwei auf 35 Prozent gesunken. Doch darauf geht der Ministerpräsident und designierte CSU-Chef Markus Söder am Mittwochabend während seiner 45-minütigen Rede in der Frohnlacher Kultur- und Sporthalle nicht explizit ein. Nur so viel: Starke Volksparteien - und dazu gehöre nach wie vor die SPD - seien ein wichtiges und tragendes Element der Demokratie (NP vom 10. Januar).

Die Halle ist proppenvoll. Söder versteht es, seine Zuhörer mit kleinen Frotzeleien ("Danke für das Lob. Es war angemessen"), zum Lachen zu bringen und sie bei "ernsten" Themen nachdenklich zu stimmen. Der Landesvater gibt sich locker, bedankt sich brav für die Einladung und preist sodann die Vorzüge Bayerns, an denen die Staatsregierung einen großen Anteil habe. "In den letzten Jahren hat sich viel getan. Oberfranken ist anders als wie vor 30 Jahren", lobt Söder die mit Schützenhilfe aus München forcierte Aufwärtsentwicklung des Regierungsbezirks.

Friede, Freude, Eierkuchen? Mitnichten! "Im Moment geht´s uns gut. Trotzdem sind viele verunsichert, weil die Welt sich anders dreht als wir es gewohnt sind." Besonders um Europa sorge er sich, weshalb die Wahl im Mai von großer Bedeutung sei, sagt Söder. US-Präsident Trump stelle wie die nationalistische-populistische italienische Regierung Europa infrage und vor große Herausforderungen. Im Mai gehe es also darum, dass "Demokraten auch künftig die Mehrheit im EU-Parlament haben". Nur so könne der "Geist der Spaltung, der über der Welt und ein stückweit auch über unserem Land liegt", wirksam vertrieben werden.

Die CSU stehe zu Europa, weil "wir keinen Brexit mitten in Europa haben wollen", legt der künftige Parteichef ein klares Bekenntnis ab, wenngleich sich der Kontinent bei der Flüchtlingskrise nicht mit Ruhm bekleckert habe. Anders Bayern: "Wir haben uns von der menschlichen Seite gezeigt", leitet Söder geschickt über zu einem Thema, das in der Vergangenheit das Verhältnis der Schwesternparteien CDU und CSU auf eine harte Geduldsprobe stellte - und den Christsozialen viele Sympathien kostete. Der Freistaat erachte Migration als wichtiges Thema, habe aber unter anderem mit der Bildung der Bayerischen Grenzpolizei und den Ankerzentren Maßnahmen für eine "sichere Balance zwischen Humanität und Sicherheit" getroffen. Beide Maßnahmen "bestehen den Praxistest", sagt der Ministerpräsident.

Vor seiner Rede trägt sich Markus Söder auf der Bühne in das Goldene Buch der Gemeinde Ebersdorf ein. Bürgermeister Bernd Reisenweber erinnert daran, dass Coburg sich vor 100 Jahren per Volksabstimmung Bayern angeschlossen hat. "Die Leute haben richtig entschieden, auch wenn wir die Neustadter mitnehmen mussten", hat das Gemeindeoberhaupt die Lacher in der Kultur- und Sporthalle auf seiner Seite. Nur aus der Neustadter Ecke kommen vereinzelte Unmutsbekundungen.

Neben dem Landesvater steht am Mittwochabend Sebastian Straubel im Fokus. Der 35-jährige Bürgermeister von Lautertal will am 27. Januar die Landratswahl für sich entscheiden und damit einen Schlusspunkt unter die 70-jährige Ära sozialdemokratischer Landkreischefs setzen. Söder lobt Straubels kommunalpolitisches und ehrenamtliches Engagement und sichert ihm seine "ausdrückliche Unterstützung" zu.

Straubel selbst lässt keinen Zweifel daran, an die "Erfolge der CSU bei der Landtags- und Bezirkstagswahl" anknüpfen und ein "neues Kapitel für und mit den Menschen im Landkreis aufschlagen" zu wollen. Er kündigt eine "Frischzellenkur" an und will "Bewegung in den Landkreis bringen". Klinikum, Hausärzte, ÖPNV: Kurz geht der CSU-Kandidat auf einige Schwerpunkte seines Wahlprogramms ein, macht aber auch deutlich, dass man den Schuldenabbau nicht aus dem Blick verlieren dürfe. Sollte er künftig an der Spitze des Landkreises stehen, will er sein Amt parteiübergreifend ausüben und sich der Sorgen und Nöte der Bürger intensiv annehmen.

 

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Christoph Scheppe

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Veröffentlicht am:
10. 01. 2019
16:56 Uhr

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Christoph Scheppe

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10. 01. 2019
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