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Coburg

Sogar der Himmel weinte Freudentränen

Auf geschichtsträchtigem Grund feiern Bürger von Meilschnitz und Mürschnitz 30 Jahre Grenzöffnung. Auch in Zukunft soll das Gedenken lebendig gehalten werden.



Heiko Voigt und Elke Protzmann ließen sich auf geschichtsträchtigem Grund auch die Bratwürste schmecken, die Claus Fechter (von links) gekonnt grillte. Foto: Tischer
Heiko Voigt und Elke Protzmann ließen sich auf geschichtsträchtigem Grund auch die Bratwürste schmecken, die Claus Fechter (von links) gekonnt grillte. Foto: Tischer  

Meilschnitz/Mürschnitz - Es war ein Samstag, der 27. Januar 1990, als sich die Grenze öffnete. Doch anders als vor 30 Jahren feierten rund 100 Bürger aus Meilschnitz und Mürschnitz am Samstag nun ganz entspannt ein Ereignis, das sie wohl nie vergessen werden. Doch die Freude stand den Bürgern genau so wie damals ins Gesicht geschrieben. Die Feuerwehren der beiden Stadtteile hatten zu dieser Veranstaltung geladen und rund 100 Bürger ließen es sich nicht nehmen, auf geschichtsträchtigem Boden direkt auf dem ehemaligen Grenzverlauf die Öffnung der Ortsverbindung zwischen Meilschnitz und Mürschnitz zu feiern. Erinnerungen zahlreicher Zeitzeugen machten dementsprechend die Runde, doch auch die Jugend war präsent und lauschte gerne den Erzählungen.

Horst Sommermann, stellvertretender Vorsitzender der Feuerwehr Meilschnitz, blickte zurück auf das letzte Treffen an dieser Stelle vor fünf Jahren und würdigte den Austausch zwischen den Feuerwehren Mürschnitz und Meilschnitz mit einem Erinnerungsgeschenk. Andreas Sperschneider von der Mürschnitzer Feuerwehr revanchierte sich mit einem Erinnerungsteller. Helmut Fechter war Meilschnitzer Kommandant als die Grenze fiel. Er hatte mit seinen Kameraden den Sperrgraben zugeschüttet und Split aufgetragen, dann konnte die Straße befahren werden. Zahlreiche Verbindungen sind in den vergangenen 30 Jahren eingegangen worden, Freundschaften werden gepflegt.

Umso unverständlicher war es für viele Teilnehmer der Feier, dass Großbritannien sich aus der EU gelöst hat. "Wir sind zusammengekommen, andere verstehen es nicht, dass es eben nur gemeinsam geht", so Bürger aus Meilschnitz und Mürschnitz. Dr. Heiko Voigt, Bürgermeister der Stadt Sonneberg brachte es ob des Dauerregens auf den Punkt: "Der Himmel weint, aber es können nur Freudentränen sein." Er dankte beiden Feuerwehren, deren Verdienst diese Feiern seien. "Wer seine Geschichte nicht kennt, ist verdammt, sie zu wiederholen", blickte Voigt zurück auf die besondere Situation seinerzeit, als die Meilschnitzer Feuerwehr, der Sportverein und die Bürgerschaft zum vorher vereinbarten Zeitpunkt an der Grenze standen, alles vorbereitet war, jedoch von Mürschnitzer Seite kein Mensch zu sehen war und dadurch schon fast Verunsicherung auf Meilschnitzer Seite aufkam. "Nach einiger Zeit erschien im hügeligen Gelände zunächst ein Transparent, dahinter dann die Mürschnitzer Bevölkerung. Ein kleines Mädchen aus Meilschnitz habe damals gemeinsam mit einem Mädchen aus Mürschnitz das symbolisch trennende Band durchschnitten", erzählte Fredy Hellmann. Die Verantwortlichen blickten noch einmal zurück: Drei Tage lang wurde die Grenzöffnung gefeiert, weiß Andreas Sperschneider, Vorsitzender des Feuerwehrvereins Mürschnitz, noch: "Unter anderem in der Gaststätte ‚Sachs‘ bei uns in Mürschnitz und in der alten Schule in Meilschnitz."

Elke Protzmann. 2. Bürgermeisterin der Stadt Neustadt, ging auf die Euphorie und Begeisterung von damals ein. "Es ist doch klar, dass große Begriffe, dass Werte und mit ihnen das Reden der großen Politik nicht einmal entfernt das leisten können, was hier vor Ort deutlich wird: Dass es immer Menschen sind, dass wir es sind, die Zusammenleben, die Zusammenarbeit und das gemeinsame Gestalten in den Alltag bringen." Protzmann stellte heraus: "All denen, die diesen Mut hatten und damals aufgestanden sind, müssen wir ebenso dankbar sein, wie wir all denen dankbar sein müssen, die in der Zeit danach angefangen und dann fortgesetzt haben, was an Gemeinsamen zu schaffen war."

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Peter Tischer
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Veröffentlicht am:
02. 02. 2020
17:28 Uhr

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Autor

Peter Tischer

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Veröffentlicht am:
02. 02. 2020
17:28 Uhr



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