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Coburg

Sozialer Wohnungsbau rechnet sich kaum

Wohnraum ist in Coburg teuer. Wer nicht genug verdient, hat oft Probleme, ein Dach über dem Kopf zu finden. Ein Projekt der Wohnbau soll zukünftig Abhilfe schaffen.



Die Laubengänge und Balkone verleihen dem neuen Wohnungskomplex in der Fröbelstraße ein sehr markantes Erscheinungsbild.	Fotos: Andreas Wolfger
Die Laubengänge und Balkone verleihen dem neuen Wohnungskomplex in der Fröbelstraße ein sehr markantes Erscheinungsbild. Fotos: Andreas Wolfger   » zu den Bildern

Coburg/Wüstenahorn - Das neue Gebäude der Wohnbau Stadt Coburg (WSCO) in Wüstenahorn wirkt beinahe, als wäre es einem amerikanischen Roadmovie entnommen. Insbesondere der markante Säulengang, mit dem die Apartments in der Fröbelstraße verbunden sind, verleiht dem Komplex den charakteristischen Charme eines Motels, welches genauso in Miami oder Los Angeles stehen könnte. Der spiegelglatte Boden und die klirrende Februarkälte bringen die Anwesenden jedoch wieder zurück ins Wohngebiet in Wüstenahorn.

Die Coburger Wohnbau hat geladen, um die Fortschritte in ihrem aktuellsten Sozialwohnungsbauprojekt zu präsentieren. Insgesamt hat sich die Wohnbau vor zwei Jahren vorgenommen, zwischen 250 und 300 neue Wohneinheiten für Geringverdiener in Coburg zu bauen. Mit der Fertigstellung des neuen Gebäudes in der Fröbelstraße kommen zum bisherigen Bestand an Sozialwohnungen bald 31 Einheiten dazu. Die ersten sind bereits seit dem 1. Februar bezugsfertig.

"Derzeit wird es immer schwieriger sozialen Wohnungsbau zu betreiben", betont der technische Leiter der Wohnbau, Ullrich Pfuhlmann. Knapp unter sechs Euro pro Quadratmeter sollen die Mieter hier in Zukunft zahlen. Damit lässt sich ein solches Projekt laut dem Architekten derzeit kaum refinanzieren. Insgesamt hat der Bau das städtische Unternehmen etwa 4,5 Millionen Euro gekostet. "Es sind die Kleinigkeiten, die das Bauen immer teurer werden lassen", erklärt er. Beispielsweise müsse jede Wohnung neuerdings über Brandmelder verfügen. Außerdem sei die Baubranche von der aktuellen Zinslage verwöhnt. "Überall wird derzeit in Immobilien investiert", sagt Pfuhlmann. Das mache es schwer, überhaupt Bauunternehmer zu finden, mit denen man ein solches Projekt realisieren kann. Umso stolzer sei die Wohnbau, dass die neuen Appartements in der Fröbelstraße diesen April nach dem aktuellen Planungsstand alle fertiggestellt werden können.

20 Zweizimmerwohnungen, acht Dreizimmerwohnungen und drei Vierzimmerwohnungen entstehen hier. Alle barrierefrei und mit einem Aufzug erreichbar. Zwei Appartements sind sogar mit niedrigen Lichtschaltern, Stromanschlüssen und Türgriffen ausgestattet. Extra für Rollstuhlfahrer. "Vom Ausstattungsstandard sind diese Wohnungen nicht schlechter als frei finanzierte Wohnungen", betont Pfuhlmann. Die verbauten Materialien seien genauso hochwertig wie bei anderen Projekten. Sparpotential bestünde eher bei der Wohnfläche. Die zukünftigen Bewohner der Zweizimmerwohnungen müssen beispielsweise mit weniger als 57 Quadratmetern auskommen. Die Vierzimmerwohnungen verfügen über etwas mehr als 87 Quadratmeter.

Weitere Möglichkeiten zum Sparen gäbe es bei den Abstellräumen der Mieter. "Wir müssen ihnen zwar Platz zur Verfügung stellen, um beispielsweise Fahrräder zu lagern", erklärt er. Ein eigenes Kellerabteil sei jedoch nicht Pflicht. Keller sind laut Pfuhlmann für Bauherren sehr teuer. "Bei zukünftigen Projekten müssen wir vielleicht auf andere Lageroptionen setzen", sagt der Architekt. Eine Option, falls die Preise für den Wohnungsbau weiterhin so hoch bleiben, seien beispielsweise Verschläge, die vor den Gebäuden aufgebaut werden. "Die würden aber alles, was man darin lagert, nicht so gut vor den Elementen schützen, wie ein Kellerabteil", wirft Pfuhlmann ein. Die Wohnungen in der Fröbelstraße verfügen zum Glück ihrer zukünftigen Bewohner ja noch über einen Kellerraum.

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Andreas Wolfger
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Veröffentlicht am:
08. 02. 2019
19:18 Uhr

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08. 02. 2019
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