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Standortfragen

Einmal mehr wird in Coburg über ein neues Hotel diskutiert. Michael Stoschek hätte es gerne im Rosengarten. Das stößt auf Widerspruch.



"Bislang fahren die Autos die Ketschendorfer Straße entlang und sehen einen Urwald." So sieht das Michael Stoschek. Foto: Henning Rosenbusch
"Bislang fahren die Autos die Ketschendorfer Straße entlang und sehen einen Urwald." So sieht das Michael Stoschek. Foto: Henning Rosenbusch   » zu den Bildern

Coburg - Die Frage, ob Coburg ein neues Hotel braucht und ob es im Rosengarten stehen soll, spaltet die Stadt. Das wurde während des Regionentalks "Auf den Punkt" der Sparkasse Coburg-Lichtenfels, von iTV, Radio Eins und Coburger Tageblatt einmal mehr klar. Michael Stoschek, Vorsitzender der Brose-Gesellschafterversammlung, hat dazu eine klare Meinung: Er will, dass ein Hotel in der Parkanlage entsteht, das direkt mit dem Kongresshaus verbunden ist (die Neue Presse berichtete mehrfach). Letzteres brauche allerdings eine Modernisierung, da war er sich mit den übrigen Diskutanten dem Coburger Tourismuschef Horst Graf, dem Inhaber der Dormero-Hotelgruppe, Marcus Wöhrl, und dem Gesellschafter der Welcome Hotel-Gruppe, Karl Schattmaier, einig.

Stoschek könne sich weiterhin vorstellen, als Investor für ein Hotel im Rosengarten zur Verfügung zu stehen - und stellte seine Pläne für diesen Fall vor. Danach soll das neue Gebäude 1300 Quadratmeter umfassen, das entspreche fünf Prozent der Gesamtfläche der Grünanlage. Der Unternehmer will zum Ausgleich den Standort der ehemaligen Angerhalle zu einem Park umgestalten lassen, mit viel Grün und Bäumen auf 5000 Quadratmetern. Auch der Rosengarten selbst solle schöner werden. In die Gestaltung werde das Palmenhaus einbezogen und eine Fläche für Open-Air-Konzerte erhalten. Diese neue Schönheit soll weithin sichtbar sein: "Bislang fahren die Autos die Ketschendorfer Straße entlang und sehen einen Urwald. Um ein attraktives Umfeld zu schaffen, muss man nicht um jeden Baum oder Busch kämpfen, der da wild in die Gegend gewachsen ist", kritisierte der Unternehmer. Die neue Sichtachse solle dem Vorbild in der Alexandrinenstraße folgen, in der die Bäume versetzt gepflanzt sind.

Dieser Vorschlag sorgte umgehend für Protest. "Kahlschlag im Rosengarten? In welcher Zeit leben wir denn?", warf Toni Münster von der Initiative "Rettet den Rosengarten" ein. Auch Anwalt Marten Beck, der in der Alexandrinenstraße lebt und arbeitet, konnte den Plänen nichts abgewinnen und verwies auf bestehende Bebauungspläne.

Stoschek und Schattmaier plädierten dafür, weitere Hotelbetten in Coburg zu schaffen. Als positives Beispiel führten sie Bamberg ins Feld. Das habe lediglich doppelt so viele Einwohner wie die Vestestadt, biete aber viermal so vielen Gästen Platz - mit Erfolg, so Schattmaier, der mehrere Häuser in der Domstadt betreibt, eines davon mit angeschlossener Kongresshalle. In Coburg, davon ist Stoschek überzeugt, könnte das ähnlich gut laufen, denn 5500 auswärtige Brose-Mitarbeiter übernachteten jährlich in Coburg. Das Unternehmen sei überdies mit 160 Buchungen der wichtigste Nutzer des Kongresshauses.

Einige Veranstaltungen müsse die Firma aber nach Bamberg verlegen, denn die Gäste vermissten "ein modernes, seriöses Vier-Sterne-Haus bezüglich Dimension und Ausstattung". Ein solches ist die Goldene Traube in seinen Augen nicht mehr. Auch, weil Aufkleber in jedem Zimmer die Gäste daran erinnern, unter anderem "Kondome und Ersatzschlüpfer" einzupacken. Für Stoschek passten derlei Dinge höchstens zu einer Jugendherberge. Betreiber Marcus Wöhrl dazu: "Wir sind eben ein liberales Haus."

Das Kongresshaus lasse sich gewinnbringend betreiben. Damit das möglich ist, müsse es modernisiert werden. Der Brose-Gesellschafter brachte auch einen Abriss inklusive Neubau ins Spiel. Er habe 2. Bürgermeisterin Dr. Birgit Weber Angebote für entsprechende Gutachten zukommen lassen.

Marcus Wöhrl bezeichnete eine Sanierung des Kongresshauses als vollkommen ausreichend. Seine Dormero-Kette betreibt die Goldene Traube, die zu 68 Prozent ausgelastet sei. "Hinter den Appellen von Michael Stoschek steckt ein realer Bedarf", konstatierte der junge Unternehmer. Er wisse allerdings nicht, ob es Sinn ergebe, ein neues Hotel zu bauen. Bei der derzeitigen Niedrigzinspolitik sei es leicht, einen Investor für ein solches Gebäude zu finden. Er wisse allerdings nicht, ob sich der Betrieb lohnt und mahnte zur Vorsicht. Schließlich wolle niemand eine Bauruine an so exponierter Stelle.

Neutral in der Standortfrage verhielt sich Coburgs Tourismuschef Horst Graf. Aus Datenschutzgründen habe er keine Auslastungszahlen für die einzelnen Häuser. Aus einer Umfrage aber wisse er, dass die Betreiber zufrieden sind. Insgesamt verfügt Coburg derzeit über 986 Betten und verzeichnet 73 000 Ankünfte sowie rund 140 000 Übernachtungen. Ob es ein neues Hotel in Coburg braucht oder nicht, ließ Graf offen. Es fehle aber an Wellness-Angeboten. Derzeit sei die Goldene Traube auf diesem Gebiet allein.

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Katja Diedler

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Veröffentlicht am:
12. 11. 2019
18:36 Uhr

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12. 11. 2019
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