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Coburg

Startschuss für Sanierung

Jetzt will die Stadt die nördliche Innenstadt aufpolieren. Das Areal um Steinweg, Lohgraben und Hindenburgstraße rücken in den Fokus.



Reiner Wessels, bei der Wohnbau Coburg zuständig für die Innenstadtsanierung, und Oberbürgermeister Norbert Kastner (von links) erläuterten unter anderem, wie der Lohgraben attraktiver werden könnte. Foto: Mathias Mathes
Reiner Wessels, bei der Wohnbau Coburg zuständig für die Innenstadtsanierung, und Oberbürgermeister Norbert Kastner (von links) erläuterten unter anderem, wie der Lohgraben attraktiver werden könnte. Foto: Mathias Mathes  

Coburg - Den Startschuss für Sanierungsmaßnahmen in der nördlichen Innenstadt um Steinweg, Lohgraben und Hindenburgstraße gab Oberbürgermeister Norbert Tessmer anlässlich des jährlich in ganz Deutschland stattfindenden Tags der Städtebauförderung am Samstag. Fördermittel aus der staatlichen Städtebauförderung sind nach Tessmers Worten eine wesentliche Grundlage für die nach dem Vorbild der Ketschenvorstadt geplante Sanierung des Viertels.

"Bei der nördlichen Innenstadt gehen wir von einem Investitionspotenzial von rund 60 Millionen Euro aus", sagte Baubürgermeisterin Dr. Birgit Weber. Von den darin enthaltenen Fördermitteln könnten sowohl die Stadt als auch Privatpersonen, die den Ausbau ihres Anwesens anstrebten, profitieren. "Die Steinwegvorstadt ist etwas ganz Besonderes", meinte Weber. Ziel der Sanierung sei es, das Quartier als "begehrtes Wohn- und Ausgehviertel" zu positionieren. Oberbürgermeister Tessmer ist sich freilich bewusst, dass die Hausbesitzer ins Boot zu holen sind. Alles allein könne die von der Stadt mit der Sanierung beauftragte Wohnbau Coburg unter der Federführung von Reiner Wessels nicht leisten. Mit Blick auf das private Engagement rund um den Alberstplatz gab sich der OB optimistisch. Klar sei indes: "Wir brauchen Geduld und Ausdauer."

Grundsätzlich soll das Viertel an Attraktivität gewinnen, um gute Voraussetzungen für Geschäfte, Gastronomie und andere Betriebe zu schaffen, wie Reiner Wessels erläuterte. Dazu gehörten bessere Wohnverhältnisse ebenso wie eine verbesserte Verkehrsinfrastruktur, die Aufwertung öffentlicher Räume und der Erhalt historischer Bausubstanz einschließlich deren Anpassung an eine zeitgemäße Nutzung.

Potenzial zur Belebung des Viertels sieht Wohnbaugeschäftsführer Christian Meyer im Mehrgenerationenwohnen, das im Areal von Post und Lohgraben etabliert werden könnte. Im Lohgraben selbst können sich die Planer eine Aufwertung der ehemaligen Gerberhäuser, mehr Grün sowie Gestaltung mit Wasser als Hinweis auf den ehemaligen Hahnfluss vorstellen. Angestrebt wird zudem, die nördlich an den Steinweg angrenzenden Wohngebiete um das Kino "Utopolis" sichtbar mit einem besseren Zugang für Fußgänger und Radfahrer an die Steinwegvorstadt anzubinden.

So manches ändern soll sich auch am Gemüsemarkt. Um dort Wohnen attraktiver zu machen, sollen die Autos vom Platz verschwinden. Neue Parkplätze könnten in einer Tiefgarage entstehen (die Neue Presse berichtete). Erhaltenswert ist für die Planer die denkmalgeschützte Scheune in der Schenkgasse. Sie könnte nach einer Umgestaltung als Fahrradstation genutzt werden. "Eine Abstellmöglichkeit für Fahrräder ist ein wichtiger Baustein zur Belebung des Viertels", so Wessels. Weiter erhofft sich die Stadt von der Sanierung denkmalgeschützter Bausubstanz als Pilotprojekt einen Impuls für private Investitionen im Quartier. Mehr Anziehungskraft für den Steinweg erwarten sich die Planer nicht zuletzt von Lichtinstallationen oder speziellen Möbeln an markanten Punkten.

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Mathias Mathes
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Veröffentlicht am:
06. 05. 2018
15:36 Uhr

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Mathias Mathes

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06. 05. 2018
15:36 Uhr



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