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Coburg

Stoschek liest CSU die Leviten

Globe, Kongresszentrum, Hotelstandort - die aktuellen Themen der Stadt bestimmen die Kreisversammlung der CSU Coburg. Die Vorstandswahlen treten dabei in den Hintergrund.



Bedröppelte Mienen angesichts Michael Stoscheks (rechts) flammender Kritik an der aktuellen Politik seiner politischen Heimat, der CSU Coburg: Auf dem Podium von links Hans Michelbach, Petra Heginger, Christina Vatke, René Boldt, Dr. Birgit Weber und Hans Herbert Hartan. Foto: Katrin Lyda
Bedröppelte Mienen angesichts Michael Stoscheks (rechts) flammender Kritik an der aktuellen Politik seiner politischen Heimat, der CSU Coburg: Auf dem Podium von links Hans Michelbach, Petra Heginger, Christina Vatke, René Boldt, Dr. Birgit Weber und Hans Herbert Hartan. Foto: Katrin Lyda  

Coburg - Eigentlich verlief bei der Kreishauptversammlung der CSU am Dienstag alles so, wie eine solche Versammlung eben abläuft: Die Tagesordnungspunkte wurden der Reihe nach abgearbeitet, die anwesenden Mitglieder stimmten über die Neubesetzung des Vorstands ab. Die Zeit während der Auszählung überbrückten Hans Michelbach und Dr. Birgit Weber mit Grußworten. Doch dann kam der Tagesordnungspunkt "Verschiedenes". Und Michael Stoschek erklomm das Podium.

"Mir hat es die Sprache verschlagen bei der Rede von René Boldt", ging der Vorsitzende der Brose-Gesellschafterversammlung gleich in die Vollen. Regelrecht abgewatscht hat der Unternehmer die Führungsriege seiner Partei, allen voran den amtierenden und soeben wieder einhellig bestätigten Kreisvorstand. Vor allem hatte Stoschek dabei die aktuellen Projekte Globe und Kongresshalle mit Hotel im Visier. Mit Nachhaltigkeit habe dies alles nichts zu tun, kritisierte Stoschek die Position der CSU, die eine "Wegwerfhalle" am Anger beschlossen habe. Stoschek erinnerte an das Innenstadtkonzept, das die CSU seinerzeit "einstimmig" befürwortet habe. Jetzt rücke man davon ab, und Stoschek fragte: "Wo ist da die Langfristigkeit?"

Vorher hatte CSU-Kreisvorsitzender René Boldt in seiner Rede noch anerkennende Worte in Richtung anwesender Coburger Unternehmer gesandt: "Wenn die etwas zur Chefsache machen, dann wird das auch was", trug Boldt vor. Denn "dann gibt es klare Zeitvorgaben, klare Regeln, klare Nutzungsvorgaben und belastbare Zahlen". Und ihm fehle eine klare und ordnende Hand in der Stadtspitze, bekannte Boldt. Er ging auf Landestheater und Globe ein, deren Konzepte die CSU "trotz Bedenken" mitgetragen habe. Die Kosten von rund 70 Millionen Euro würden die Stadtkasse belasten. Den Standort am Güterbahnhof hält er für ungeeignet: "Dort unten platziert, wird das Globe keinerlei positiven Effekt für die Coburger Innenstadt haben. Das Globe als zweite herausragende Kulturstätte der Stadt droht wirtschaftlich zu scheitern, weil der derzeitige Standort einfach der falsche ist", sagte Boldt. Für ihn gehört das Globe näher an die Stadt heran, auf den Anger.

Auch zum Thema Hotelstandort am Anger oder am Rosengarten bezog Boldt Stellung: "So wie es vom Oberbürgermeister angegangen wurde, ist es nicht sauber gewesen und nicht zum Wohle der Stadt." Zudem kritisierte er den Ton aus der Wirtschaft.

Da kam er bei Michael Stoschek gerade an den Richtigen. Der beschwerte sich über genau die nicht erfolgte Kommunikation und Geschlossenheit, die Boldt zuvor in seiner Rede beschworen hatte. Er zählte kurz das Engagement seiner Firma und anderer großer Unternehmen der Stadt auf, die sich bei zahlreichen Projekten über Jahrzehnte engagiert hätten. Als Mäzen und als CSU-Mitglied hätte er sich gewünscht, dass man mit ihm das Gespräch suche. Er verstehe seine eigene Partei nicht mehr, sagte der Unternehmer und fragte: "Ist das jetzt Trotz oder Dummheit? Und selbst wenn es heißt: ‚Stoschek mischt sich ein!‘ - Ja und?"

Stoschek kritisierte das von der CSU initiierte Ratsbegehren zum Hotelstandort für die Stadtratssitzung als ein "Drücken vor der Verantwortung" des Stadtrats. Dem widersprach Baubürgermeisterin Dr. Birgit Weber: Um das Hotel woanders zu platzieren, müsste der Bebauungsplan aufgehoben oder geändert werden. Der Stadtrat habe lediglich Vorgaben umgesetzt. Weber hält es für "eine logische Konsequenz, die Bürger zu befragen". Auch Max Beyersdorf ergriff das Wort und dankte zunächst Birgit Weber für die "Versachlichung" der Diskussion. Der Stadtrat habe nichts falsch gemacht. "Wir wollen es ja gut machen", betonte der Baufachmann, da müsse man Entscheidungen auch mal hinterfragen. In puncto Standort des NIK seien sich alle einig gewesen, zum Globe meinte er, es müsse erlaubt sein, den Prozess kritisch zu begleiten.

Das Schlusswort ergriff Hans Michelbach, um erkennbar Schadensbegrenzung zu betreiben und die erhitzten Gemüter zu beruhigen. Er dankte Michael Stoschek für seinen kämpferischen Einsatz und sein "offenes Visier". Michelbach verteidigte die Entscheidung des Stadtrats, sei aber natürlich davon ausgegangen, dass diese mit der Wirtschaft abgesprochen gewesen sei. Er mahnte, sich besser gemeinsam für die Projekte einzusetzen.

Bei den Wahlen folgten die 62 anwesenden Mitglieder den jeweiligen Vorschlägen. Neue Schriftführerin des CSU-Kreisverbands Coburg ist Winni Hannusch. Ansonsten wurden alle Positionen bestätigt.

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Katrin Lyda
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Veröffentlicht am:
22. 05. 2019
16:20 Uhr

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Autor

Katrin Lyda

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Veröffentlicht am:
22. 05. 2019
16:20 Uhr



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