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Coburg

Straubel will Landrat in Coburg werden

CSU und Landvolk nominieren den Lautertaler für die Wahl am 27. Januar 2019. Als zentrale Arbeitsfelder bezeichnet er Klinikum, Bildung, Wirtschaftsförderung, den Kampf gegen neue Stromleitungen und den Öffentlichen Personennahverkehr.



CSU und Landvolk haben am Dienstagabend in Großheirath mit Sebastian Straubel ihren Kandidaten für die Wahl des Coburger Landrats nominiert. CSU-Kreisvorsitzender Martin Mittag sprach von einer historischen Chance, dass seine Partei mit Straubel erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg den Landrat in Coburg stellen könne (von links): Staatssekretär und Landtagsabgeordneter a. D. Jürgen W. Heike, CSU-Kreisvorsitzender und Landtagsabgeordneter Martin Mittag, Sebastian Straubel und die Sprecherin des Landvolks, Christine Heider.	Foto Braunschmidt
CSU und Landvolk haben am Dienstagabend in Großheirath mit Sebastian Straubel ihren Kandidaten für die Wahl des Coburger Landrats nominiert. CSU-Kreisvorsitzender Martin Mittag sprach von einer historischen Chance, dass seine Partei mit Straubel erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg den Landrat in Coburg stellen könne (von links): Staatssekretär und Landtagsabgeordneter a. D. Jürgen W. Heike, CSU-Kreisvorsitzender und Landtagsabgeordneter Martin Mittag, Sebastian Straubel und die Sprecherin des Landvolks, Christine Heider. Foto Braunschmidt  

Großheirath - "Ja, ich möchte Landrat des Landkreises Coburg werden." Diese umjubelte und mit großem Beifall der Delegierten bedachte Aussage stand gleich am Beginn der Bewerbungsrede von Sebastian Straubel für die Landratskandidatur des CSU-Kreisverbands und der Wählergemeinschaft Landvolk. Damit zerstreute der 35-jährige Bürgermeister der Gemeinde Lautertal am Dienstagabend im Landhotel Steiner in Großheirath die letzten Zweifel, dass er sich nur zögerlich um die Nachfolge von Michael Busch (SPD) bewerben wolle. Die Wahl findet am 27. Januar statt.

Sebastian Straubel

Sebastian Straubel ist 35 Jahre alt. 2014 ist er als Bürgermeister an die Spitze der Gemeinde Lautertal gewählt worden. Er gehört seit 20 Jahren der Verkehrswacht Coburg an und ist in dieser Organisation auch auf Bundesebene tätig. Er war Mitglied im Vorstand des Stadtjugendrings Coburg. Der Jungen Union gehört er seit dem Jahr 2000 an, der CSU seit 2001. Für den HSC 2000 Coburg ist er als Hallensprecher und in der Vorstandschaft aktiv. Straubel hat eine Ausbildung zum Rundfunkjournalisten absolviert und war vor seiner Wahl zum Bürgermeister von Lautertal Nachrichtenchef von RadioEins in Coburg.

Die Delegierten aus den CSU-Ortsverbänden im Landkreis Coburg und des Landvolks dankten Sebastian Straubel für dieses unmissverständliche Bekenntnis mit einem eindeutigen Vertrauensbeweis: Alle 95 Delegierte gaben ihm ihre Stimme.

 

Straubel sagte, ihn habe der Zuspruch aus der CSU und der Bevölkerung in den vergangenen Wochen sehr bewegt und überwältigt. Erst am 14. Oktober hatte er für die CSU das Bezirkstags-Direktmandat für die Stadt und den Landkreis Coburg gewonnen. Gerne nehme er jetzt die Herausforderung an, die Nachfolge von Michael Busch anzustreben. Der Sozialdemokrat ist nach zehn Jahren im Amt des Landrats als Abgeordneter in den Bayerischen Landtag gewechselt. Deshalb wird die Neuwahl notwendig.

Sebastian Straubel bezeichnete es als sein Ziel, "die Klammer zwischen den jungen und den älteren Menschen unseres Landkreises" zu werden, zwischen denen, die in der Stadt leben und jenen, die auf dem Land zu Hause sind. Er stehe nicht für leere Versprechungen, sondern wolle "glaubwürdig und unabhängig Chancen schaffen".

In seiner Rede sprach sich Straubel, der sich selbst als "Kommunalpolitiker mit Leib und Seele" bezeichnete, für den Erhalt des Krankenhauses Coburg in der Trägerschaft von Landkreis und Stadt aus. "Über unsere Gesundheitsversorgung wollen wir ein Stück weit selbst bestimmen", so Straubel. Nicht festlegen wollte er sich, ob das Klinikum am Ketschendorfer Hang unter laufendem Betrieb saniert oder ein Neubau auf dem ehemaligen Bundesgrenzschutz-Gelände im Coburger Norden errichtet werden soll. Eine endgültige Entscheidung darüber könne erst getroffen werden, "wenn belastbares Zahlenmaterial vorliegt": zu den Kosten ebenso wie zur Bauzeit.

Allerdings ließ Straubel durchblicken, dass er zu einem Neubau tendiert. Eine Modernisierung des bestehenden Krankenhauses würde zehn Jahre dauern, und da müsse man die Frage stellen, ob dies zielführend sei. Außerdem könne das BGS-Gelände kostengünstig erworben werden. Grundsätzlich müsse im Mittelpunkt eine fachgerechte, moderne, starke Gesundheitsvorsorge für die Bürgerinnen und Bürger stehen, "ohne dass die Rentabilität leidet". Außerdem habe die Politik Verantwortung für die Belegschaft des Coburger Krankenhauses.

Ausdrücklich sprach sich der CSU/LV-Landratskandidat für den Erhalt des Krankenhauses in Neustadt aus. Straubel: "Wir sehen, nach aktuellem Stand, kein Argument, warum Neustadt als Einrichtung geschlossen werden sollte."

Fortführen will der 35-Jährige im Falle seiner Wahl den Ausbau des Bildungswesens im Landkreis. Hier sei die Digitalisierung ein Schlüsselthema. Das Arnoldgymnasium in Neustadt sowie die vom Landkreis getragenen Realschulen in Coburg und Neustadt sollen, so Straubel, "Leuchttürme in der digitalen Bildung sein". Damit werde seiner Überzeugung nach der ländliche Raum gestärkt.

Sebastian Straubel stehe für Wirtschaftsförderung ein, die für Industrieunternehmen genauso wichtig sei wie für Handwerksbetriebe, den Handel und die Landwirtschaft. Gemeinsam mit ihnen und den "tüchtigen Menschen in unserem Landkreis" sowie den Vereinen, Feuerwehren, Kirchen und Wohlfahrtsverbänden wolle er den Landkreis Coburg als Chancenregion weiterentwickeln. Im "Gesamtpaket", so die Überzeugung des Landratskandidaten, "müssen wir den Landkreis attraktiv halten", um junge Menschen zum Bleiben oder zur Rückkehr in ihre alte Heimat zu bewegen.

Intensiv setzte sich der Lautertaler mit der Landwirtschaft auseinander. Im Landkreis Coburg gebe es noch 800 Bauernhöfe, und auf die sei er sehr stolz. Sie seien "Kompetenzzentren für den Erhalt unserer Kulturlandschaft und für gute Lebensmittel". Zudem sei wenig bekannt, dass jeder siebte Arbeitsplatz im Landkreis an der Landwirtschaft hängt.

Um das Coburger Land attraktiv zu halten, sei eine gute Mischung aus Wirtschaft und Ökologie im Einklang notwendig. Straubel: "Dafür werde ich mich einsetzen."

Der 35-Jährige kündigte zudem an, den Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs zur Chefsache zu erklären, sich für den Ausbau des ICE-Halts in Coburg einzusetzen, gegen den Bau weiterer Stromtrassen zu kämpfen und die Verschuldung des Landkreises abzubauen. Er wolle ein "Landrat zum Anfassen" sein, "zuhören, analysieren, anpacken und Probleme lösen", wie er es als Bürgermeister in Lautertal tue.

Rainer Mattern, Vorsitzender der CSU/LV-Kreistagsfraktion, hatte Sebastian Straubel als Landratskandidat vorgeschlagen. Er sei ein Kommunalpolitiker, "der kompetent und dynamisch einen kurzen und knackigen Wahlkampf angehen kann". Er habe in der Vereins- und Verbandsarbeit sowie als Bürgermeister von Lautertal unter Beweis gestellt, "dass er die komplette Klaviatur der Kommunalpolitik beherrscht".

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Wolfgang Braunschmidt

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Veröffentlicht am:
06. 11. 2018
21:24 Uhr

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Wolfgang Braunschmidt

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06. 11. 2018
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