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Coburg

Suche nach verlorenen Orten

Jugendliche sind dazu aufgerufen, ihre Lieblingsplätze in einem kurzen Film zu zeigen. Ziel ist es, für die Jugend in der Stadt mehr Freiräume zu schaffen.



Nils Anders (links) und Mark Ritschel vom Jugendzentrum Domino hoffen, dass sich viele Kinder und Jugendliche an dem Projekt beteiligen. Foto: Frank Wunderatsch
Nils Anders (links) und Mark Ritschel vom Jugendzentrum Domino hoffen, dass sich viele Kinder und Jugendliche an dem Projekt beteiligen. Foto: Frank Wunderatsch  

Coburg - In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Räume, in denen sich Jugendliche frei und selbstbestimmt bewegen können, gesunken. Um herauszufinden, welche Flächen es noch gibt und welche Orte Jugendliche vermissen, starten die Jugendeinrichtungen in Coburg gemeinsam ein Filmprojekt. Kinder und Jugendliche sind aufgerufen, in kurzen Videos ihre Lieblingsorte zu zeigen, oder solche, die sie nicht mehr nutzen können. "Skater vermissen zum Beispiel den Skatepark an der Coje, auch im Hofgarten können sich Jugendliche nicht mehr wie früher aufhalten", weiß Mark Ritschel. Er ist Sozialarbeiter im Jugendzentrum Domino und hat gemeinsam mit seinem Kollegen Nils Anders das Projekt organisiert.

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Die Organisatoren sind unter Telefon 0152/24852462 erreichbar. Fertige Filme können per Whatsapp eingeschickt werden. Sie können auch auf einem USB-Stick im Jugendzentrum Domino abgegeben oder über die Facebook-Seite eingereicht werden. Einsendeschluss ist der 30. November.


Den Startschuss dafür gab ein Gespräch zwischen Oberbürgermeister Norbert Tessmer und Jugendlichen im Frühling, bei dem das Problem der schwindenden Freiräume aufgezeigt wurden. Ziel ist es, in kleinem Rahmen eine Sozialraumanalyse durchzuführen und Jugendliche aus allen Stadtteilen direkt daran zu beteiligen. Teilnehmen können 10- bis 27-Jährige. Eingereicht werden sollen etwa einminütige Handy-Videos, die einen Rundumblick über den Ort zeigen. Dazu einen kurzen erklärenden Kommentar. Wer nicht möchte, muss nicht selbst ins Bild, unterstreichen die beiden Organisatoren. Es reiche, wenn im Hintergrund die Erklärung gesprochen werde. Einsendeschluss für die Videos ist der 30. November. Die besten Filme werden mit einem Preis ausgezeichnet.

"Für die Stadt ist es wichtig, Coburg für Jugendliche interessant zu machen, um sie hier zu halten", erklärt Nils Anders. Daher habe die Stadt zugesichert, das Projekt finanziell zu unterstützen. Zudem sollen die fertigen Filme präsentiert und gemeinsam nach Möglichkeiten gesucht werden, einige Ideen umzusetzen. Aus den eingereichten Videos werden die besten ausgewählt und von einem professionellen Filmteam am 15. Dezember nochmals in Szene gesetzt. Zudem werden die für den jeweiligen Ort Verantwortlichen eingeladen, um interviewt zu werden. Die Stadt habe die Teilnahme daran bereits zugesagt, sagen die Organisatoren. "Wir merken, dass sich Jugendliche in den privaten Raum zurückziehen oder in digitale Räume, es gibt nur noch wenige Orte für sie", hat Mark Ritschel bei seiner Arbeit beobachtet. Das berge ein hohes Konfliktpotenzial. Es werde mitunter getrunken und laute Musik gespielt, "da beschweren sich dann die Nachbarn". Die eingereichten Filme sollen im Internet hochgeladen und so immer wieder abrufbar sein. Dieser Kanal soll auch nach Abschluss des Projektes gepflegt werden, um Veränderungen aufzuzeigen und neue Orte aufnehmen zu können. Ulrich Schmerbeck, verantwortlich für die kommunale Jugendarbeit bei der Stadt Coburg, begrüßt das Projekt. "Wir wollen die Jugendlichen anhören und ernst nehmen", sagt er. Optimal wäre es, wenn Ideen tatsächlich umgesetzt werden könnten. Schmerbeck: "Das ist gelebte Demokratie. Auch die, die hier leben, aber noch nicht wählen dürfen, sollen gehört werden."

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Christiane Schult

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Veröffentlicht am:
14. 11. 2017
15:36 Uhr

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Christiane Schult

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Veröffentlicht am:
14. 11. 2017
15:36 Uhr



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