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Coburg

Tag der Mahnung und Versöhnung

Am Volkstrauertag gedenken Politiker und Vertreter von Kriegsopfer-Organisationen gemeinsam. Die Regierungspräsidentin an aktuelle Konfliktherde.



Gedenken: Am Ehrenmal auf dem Schlossplatz und an mehreren Stationen auf dem Coburger Friedhof gedachten am Sonntag Vertreter von Kriegsopferorganisationen, der Bundeswehr und der Stadtspitze der Menschen, die durch Krieg und Gewalt ums Leben kamen.	Foto: Koch
Gedenken: Am Ehrenmal auf dem Schlossplatz und an mehreren Stationen auf dem Coburger Friedhof gedachten am Sonntag Vertreter von Kriegsopferorganisationen, der Bundeswehr und der Stadtspitze der Menschen, die durch Krieg und Gewalt ums Leben kamen. Foto: Koch  

Coburg - Die Stadt Coburg und der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge haben am Sonntag in einer gemeinsamen Feierstunde der Toten von Krieg und Gewaltherrschaft gedacht. "Der Volkstrauertag ist Tag der Mahnung zu Versöhnung, Verständigung und Frieden", sagte Oberfrankens Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz, die auch oberfränkische Bezirksvorsitzende des Volksbundes ist, in ihrer Rede am Schlossplatz.

"Angesichts der Krisen in Syrien, der Ukraine und in Palästina wird uns wieder ganz aktuell bewusst, wie wichtig das Eintreten für einen Frieden ist, der Freiheit und Unabhängigkeit sichert, und dass dafür Solidarität gefordert ist", meinte die Regierungspräsidentin. Piwernetz erinnerte weiter an die Gründung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge vor 100 Jahren am 16. Dezember 1919. Sie wies dabei aber auch auf andere Jahreszahlen hin. Etwa den Beginn des Zweiten Weltkrieges vor 80 Jahren (1939) und dem Fall der Berliner Mauer vor 30 Jahren (1989). "Solche Gedenktage machen uns erneut bewusst, welche Geschichte uns geprägt hat", fuhr die Regierungspräsidentin fort. "Sie lassen uns die Gegenwart und die Herausforderungen der Zukunft klarer erkennen."

Sie erinnerte daran, dass es bald kaum noch Zeugen oder unmittelbar Betroffene aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs geben werde. Deshalb sei es umso wichtiger, die Erinnerung wach zu halten.

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge führe deshalb seit 1953 junge Menschen aus ganz Europa zusammen. Allein in diesem Jahr seien es mehr als 15 000 gewesen. "Durch die gemeinsame Arbeit auf den Friedhöfen wird klar, dass es in dieser Welt keine vernünftige Alternative zum friedlichen Miteinander der Menschen gibt", betonte die Sprecherin. "Diese Jugendbegegnungen sind eine ganz konkrete Arbeit für die Zukunft Europas!"

Oberbürgermeister Norbert Tessmer, der auch Coburger Kreisvorsitzender des Volksbundes ist, erinnerte daran, dass der Zweite Weltkrieg über 120 Millionen Menschen das Leben gekostet habe. Er spannte aber auch einen Bogen in die Gegenwart. So seien seit 1992 in den Auslandseinsätzen der Bundeswehr 114 Bundeswehrler gestorben. Ebenso sagte der Oberbürgermeister: "Krieg ist kein Mittel der Konfliktlösung!"

Gleichzeitig erinnerte Tessmer auch an die Opfer von politisch motivierten Gewalttagen: Die Todesopfer, die nach dem Überfall auf die Synagoge von Halle zu beklagen waren und an den Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke. "Erst wenn die Macht der Liebe über die Liebe zur Macht siegt, wird die Welt Frieden finden", zitierte Tessmer den Rockmusiker Jimi Hendrix.

Den Kranzniederlegungen am Schlossplatz war ein ökumenischer Gottesdienst in der Schlosskapelle Ehrenburg vorangegangen. In der Predigt wies Dekan Stefan Kirchberger auf den Propheten Hiob hin, der mit Gott und der Welt gehadert habe. Gott erweise sich schließlich auch für Hiob als Lastenträger. "Seine Sorge und seine Fürsorge lässt uns nicht aus den Augen."

Nach den Kranzniederlegungen am Schlossplatz setzte sich die Feierstunde auf dem Glockenberg-Friedhof fort. Gedenkstationen waren dort der Jüdische Friedhof, Gemeinschaftsgrab der in den letzten Kriegstagen ermordeten Zwangsarbeiter, das Gedenkkreuz für die Toten in den ehemaligen deutschen Ostgebieten, das Grab von Oberst Georg Alexander Hansen und der Soldatenfriedhof.

Die Feierstunde wurde musikalisch umrahmt vom Musikverein Beiersdorf unter der Leitung von Frank Schindhelm und vom Posaunenchor St. Moritz unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Peter Stenglein, der auch die Orgel spielte. Beim ökumenischen Gottesdienst wirkte Pastoralreferent Ralph Walta mit.

Autor

Martin Koch
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Veröffentlicht am:
17. 11. 2019
18:06 Uhr

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Autor

Martin Koch

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
17. 11. 2019
18:06 Uhr



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