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Coburg

Theatersanierung wird abgespeckt

110 Millionen Euro an Kosten standen seit November für die Sanierung des Landestheaters im Raum. Die wird nun billiger und soll bis 2026 dauern.



Foto: Archiv Neue Presse
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Coburg - Die Theatersanierung wird günstiger: Jürgen König, Leiter des staatlichen Bauamtes Bamberg, sagte auf der Sondersitzung des Stadtrates am Mittwoch, dass 560 Quadratmeter weniger saniert würden als ursprünglich geplant. Das entspreche mehr als zehn Prozent der bisher vorgesehenen Fläche.

König nimmt eine klare Botschaft der Kommunalpolitiker mit nach Hause: Sie wünschen sich, dass seine Behörde die Planungen vorantreibt. Zumal das Landestheater und sein Verwaltungsdirektor Fritz Frömming ihre Hausaufgaben gemacht hätten. Die hatte ihnen das bayerische Ministerium für Wissenschaft und Kunst aufgegeben. Im November war dem Stadtrat eine Planung vorgestellt worden, in der von 110 Millionen Euro die Rede war. Darin enthalten auch Erweiterungsbauten in der Umgebung des historischen Theater-Gebäudes. Das war dem Ministerium zu teuer, das gemäß Staatsvertrag einen Großteil der Kosten tragen muss und der eigentliche Bauherr ist. Der Auftrag an die Coburger: eine Raumplanung, die für unter 100 Millionen Euro zu realisieren ist.

Das dazu passende Raumkonzept stellte Frömming am Mittwoch den Räten vor. Es sieht unter anderem vor, weitgehend auf Lager- beziehungsweise Werkstatträume in der Innenstadt zu verzichten und stattdessen die vorhandenen Flächen in Cortendorf zu überprüfen und gegebenenfalls auszubauen. Der Balletprobenraum im Hahnweg soll weiter angemietet werden und die Probenbühne in der Reithalle erhalten bleiben. Im Neubau in der Umgebung des Palais Kyrill soll dennoch die bislang geforderte Probenbühne entstehen. Außerdem werde das Theater zum Teil auf das bei der Firma Brose erprobte Konzept des "Desk-Sharing" setzen. Hier geht es darum, dass ein Arbeitsplatz von mehreren Mitarbeitern genutzt werden kann, da zumeist nicht alle gleichzeitig anwesend sind. Denkbar sei dieses Prinzip im Bereich der Verwaltung und der Umkleideräume. Frömming machte darauf aufmerksam, dass mit dem neuen Konzept Mehrkosten im Bereich Personal und andere Investitionen verbunden sind. Trotzdem nahm der Stadtrat all diese Vorschläge mit großer Mehrheit an.

Einen Punkt von Frömmings Liste lehnten die Kommunalpolitiker ab. Der Verwaltungsdirektor schlug vor, den Probenraum für das Orchester im Nebengebäude 3 am geplanten Globe einzurichten - dies sei für das Theater mit großen Nachteilen verbunden. Das sahen auch etliche Stadträte so, unter anderem Petra Schneider (SPD), Gerhard Amend (CSB), Martina Benzel-Weyh (parteilos), Hans-Herbert Hartan (CSU/JC). Einzig Hans Michelbach (CSU/JC) plädierte dezidiert für die dezentrale Lösung. Also beschlossen die Stadträte mit großer Mehrheit, einen Probenraum für das Orchester im geplanten Neubau einzurichten. Bislang proben die Musiker laut Frömming unter dem Dach des historischen Gebäudes oder, wenn es zu warm wird, im Hahnweg.

Bei dem Beschluss des Stadtrates handelt es sich lediglich um einen Vorschlag, der dem Ministerium zur Prüfung vorgelegt wird. Erst wenn dieser bewilligt wird, werden die bislang gestoppten Planungen wieder aufgenommen. Insofern konnte Jürgen König auch noch nicht sagen, wie teuer die Sanierung des Landestheaters genau wird, lediglich die Kosten für die Renovierung des historischen Gebäudes am Schlossplatz bezifferte er mit 52 bis 55 Millionen Euro. Davon habe die Stadt Coburg 25 Prozent, also 13 bis 14 Millionen Euro, zu zahlen. An den Kosten für die Errichtung der Nebengebäude muss sich die Stadt zu 50 Prozent beteiligen, hier nannte er keine konkrete Summe. Ihm zufolge werden pro saniertem Quadratmeter 20 000 Euro fällig, nach neuem Raumkonzept sind das rund 4110. Zum Zeitplan sagte König, dass er mit einer Bauzeit von 4,5 Jahren rechne. Würde mit der Sanierung Anfang des Jahres 2022 begonnen, sei mit einer Fertigstellung im Winter 2026 zu rechnen.

Zahlreiche Stadträte kritisierten, dass noch immer keine konkreten Zahlen vorliegen und forderten Fortschritte bei der Planung ein. "Wir müssen endlich in die Pötte kommen", sagte SPD-Fraktionsvorsitzende Petra Schneider.

 

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Katja Diedler
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Veröffentlicht am:
03. 07. 2019
18:01 Uhr

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Katja Diedler

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Veröffentlicht am:
03. 07. 2019
18:01 Uhr



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