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Theaterzelt wieder im Rennen

Im Coburger Rathaus sind die Angebote zum Bau der Übergangsspielstätte für die Zeit der Generalsanierung des Landestheaters eingegangen. Sie liegen, wenn dazu die alte Dreifachsporthalle am Ketschenanger genutzt werden soll, bei rund zwölf Millionen Euro.



Thalia im Zelt in der Hafencity
  Foto: Markus Scholz

Nach Auffassung der Stadtratsfraktionen von CSU/JC, Pro Coburg und SBC ist das zu viel Geld. Deshalb beantragen sie zur nächsten Stadtratssitzung am Donnerstag, 14. Dezember, als Übergangsspielstätte für das Landestheater ein Theaterzelt zu nutzen. Es soll „im Rosengarten oder einem anderen geeigneten Alternativstandort“ aufgestellt werden, heißt es in dem Antrag.

 

Begründet wird er damit, dass der Betrag für eine „feste“ Spielstätte am Anger doppelt so hoch sei wie die Kosten für die Anmietung eines Theaterzelts. Diese sind von der Stadtverwaltung im September dieses Jahres mit 5,5 bis sechs Millionen Euro angegeben worden. Hiervon würde die Stadt Coburg nach der derzeit gültigen Finanzierungsvereinbarung mit dem Freistaat Bayern 25 Prozent tragen müssen. Dies entspricht etwa 1,375 bis 1,5 Millionen Euro. Bei einer festen Spielstätte am Ketschenanger, die eine Stadtratsmehrheit bisher favorisiert, würden sich die Kosten für die Stadt zunächst verdoppeln und insgesamt einen zweistelligen Millionenbetrag „deutlich überschreiten“, rechnen CSU/JC, Pro Coburg und SBC vor.  Angesichts der Notwendigkeit, Geld zu sparen, seien so hohe Kosten für eine Übergangsspielstätte für das Theater „nicht mehr verantwortbar und in der Coburger Bevölkerung nicht vermittelbar“, heißt es in dem Antrag.

 

Es sei nicht nachvollziehbar, „weshalb in vielen anderen deutschen Städten Theaterzelte während der Dauer von Theatersanierungen genutzt und von der Bevölkerung nach Presseberichten teilweise sehr gut angenommen wurden“, dies in der Vestestadt aber angeblich nicht der Fall sein solle, erläutern die drei Fraktionen. Die Nachteile eines Theaterzeltes seien nicht so gravierend, „als dass man sie den Theaterbesuchern in Coburg übergangsweise nicht zumuten könnte“. Der Lärm, der von einem Theaterzelt im Rosengarten ausgeht, „dürfte sich in Grenzen halten“, zumal keine Vorstellung später als 22 Uhr ende. Zudem könnte darüber nachgedacht werden, die Darbietungen schon um 19 Uhr beginnen zu lassen. Die Ketschendorfer Straße könnte während der Dauer der Vorstellungen gesperrt werden, um Verkehrslärm zu vermeiden. Auch die Temperaturregelung und Klimatisierung im Zelt sei in den Griff zu bekommen.

 

Bei der Aufstellung des Zeltes im Rosengarten könnte das Kongresshaus angebunden und teilweise genutzt werden, beispielsweise für Konzerte. Zudem stünden in der Dreifachturnhalle für Proben „oder wie auch immer nutzbare Räume nach wie vor zur Verfügung“. Technisch möglich wäre „auch die Aufstellung von Bürocontainern in der Angerturnhalle“. Es gebe,  heißt es in dem Antrag an den Stadtrat zusammenfassend, „kein wirkliches Ausschlusskriterium, (...) außer, dass die von den drei Fraktionen favorisierte Lösung eines Theaterzeltes nicht gewollt ist“.

 

Das 1840 eingeweihte Landestheater, das als historisches Gebäude zum Schlossplatzensemble gehört,  wurde zuletzt in den 1970er-Jahren saniert. Nach einem Wasserschaden im Jahr 2013 wurden die Sanierungspläne beschleunigt. Das Gebäude darf aus Sicherheitsgründen nur noch bis 2019 genutzt werden. Rund drei Viertel der geschätzten Sanierungskosten von rund 60 Millionen Euro übernimmt der Freistaat Bayern, weil das Haus mit dem Inkrafttreten des Staatsvertrags 1920 in sein Eigentum übergegangen ist. Den Rest muss die Stadt Coburg schultern.

Für die Zeit der Generalsanierung wird eine Übergangsspielstätte benötigt. Der dafür vorgesehene Kostenrahmen lag ursprünglich bei fünf Millionen Euro. Dieser Betrag kann nicht eingehalten werden. Für die Übergangsspielstätte sind mehrere Varianten geprüft worden: von einem Globe-Theater nach englischem Vorbild über die Teilnutzung der alten Dreifachsporthalle am Anger mit einem modularen Anbau bis hin zu einem Theaterzelt. Der Stadtrat soll in seiner Sitzung am 14. Dezember entscheiden, welche Variante verwirklicht wird. Im Rennen sind nur noch die Sporthalle und, nach dem Antrag der Fraktionen von CSU/JC, Pro Coburg und SBC das Zelt.

 

Das Landestheater hat über 250 Mitarbeiter. Es ist ein Drei-Sparten-Haus mit Musiktheater, Schauspiel und Ballett. Zum Ensemble gehören zudem ein Orchester und ein Chor.

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Wolfgang Braunschmidt

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Veröffentlicht am:
06. 12. 2017
11:34 Uhr

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Wolfgang Braunschmidt

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06. 12. 2017
11:34 Uhr



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