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Coburg

Tierarzt rät zur Staupe-Impfung

Die Infektion wurde bei zwei Füchsen im Landkreis Kronach nachgewiesen. Sie ist auf Hunde übertragbar und endet meist tödlich. Dennoch besteht kein Grund zur Panik.



Grundsätzlich sollte jeder Tierhalter regelmäßig den Impfkalender seines Schützlings kontrollieren und bei Bedarf abgelaufene Impfungen auffrischen lassen, findet der Kronacher Amtstierarzt Markus Heckel. So viel Verantwortung müsse man zeigen.	Foto: dpa/Inga Kjer
Grundsätzlich sollte jeder Tierhalter regelmäßig den Impfkalender seines Schützlings kontrollieren und bei Bedarf abgelaufene Impfungen auffrischen lassen, findet der Kronacher Amtstierarzt Markus Heckel. So viel Verantwortung müsse man zeigen. Foto: dpa/Inga Kjer  

Kronach - Staupe ist eine für Hunde gefährliche Krankheit. Meist endet sie tödlich - wenn nicht, bleiben laut dem Kronacher Amtstierarzt Markus Heckel dauerhaft neurologische Schäden zurück. Wie das Landratsamt in einer Pressemitteilung am Donnerstagvormittag informiert, wurde nun sicher nachgewiesen, dass es das Virus auch im Landkreis Kronach gibt. Hundebesitzern wird daher dringend geraten, ihre Tiere impfen zu lassen.

Die Krankheit

Die Staupe war vor Einführung der Impfung die gefährlichste Virusinfektion des Hundes. Aber auch heute noch kann es bei ungenügendem Impfschutz oder mangelhaftem Immunisierungsgrad der Hundepopulation zu Epidemien mit zahlreichen Todesopfern kommen. Staupe führt zu einer Entzündung der Lunge, des Darmes und des Gehirns. In den vergangenen Jahren sind auch in Deutschland wieder vermehrt Staupe-Fälle aufgetreten. Als Ursachen werden eine gewisse Impfmüdigkeit der Besitzer sowie ein zunehmender Import von Hunden ohne ausreichenden Impfschutz vermutet. Generell sind Tiere jeden Alters gefährdet. Besonders häufig erkranken jedoch junge, ungeimpfte Hunde im Alter von drei bis sechs Monaten. Eine spezifische Behandlung gibt es nicht, die Erkrankung endet meist tödlich. Auch nach überstandener Erkrankung leiden die Hunde häufig an zentralnervösen Spätfolgen. Die Krankheit kann auf verschiedene Arten verlaufen. Nach einer ersten Virusvermehrung, die durch einen Anstieg der Körpertemperatur für ein bis zwei Tage auf 40 Grad Celsius sowie Appetitlosigkeit, Erbrechen, Durchfall, klaren Augen- und Nasenausfluss gekennzeichnet ist, kommt es zum Organbefall. Der weitere Verlauf hängt in erster Linie von der individuellen Immunabwehr des Tieres ab.


"Im Landkreis Kronach wurden in letzter Zeit mehrere verhaltensauffällige Füchse festgestellt und aus Tierschutzgründen erlegt. Im Rahmen von anschließend beauftragten pathologischen Untersuchungen konnte bei zwei Tieren eine Infektion mit dem Staupe-Virus nachgewiesen werden", heißt es in der Mitteilung. Für Menschen sei die Infektionskrankheit völlig ungefährlich. Gefährdet seien vor allem Hunde, die viel mit Wildtieren in Berührung kommen, etwa im Rahmen einer Jagd. Die Infektion erfolge hauptsächlich durch Kontakt zu infizierten Tieren oder deren Ausscheidungen, zum Beispiel Nasen- oder Augensekret, Urin und Speichel.

"Das Staupe-Virus ist in der Umwelt nicht sonderlich stabil, sodass außerhalb des Organismus das Virus nur wenige Tage infektiös bleibt, insbesondere bei warmen Temperaturen", heißt es weiter. Dennoch solle man seinen Hund sicherheitshalber impfen lassen. Der Impfschutz sei sehr effektiv und halte, in Abhängigkeit vom verwendeten Impfstoff, zwischen einem und drei Jahren.

Wie Markus Heckel auf Nachfrage gegenüber der NP betont, wolle das Landratsamt mit dieser Meldung keinesfalls Panik unter Hundebesitzern verbreiten - das sei auch überhaupt nicht angezeigt. "Wir wollen einfach nur sensibilisieren und darauf hinweisen, dass so eine Impfung wirklich sinnvoll ist", sagt er. Generell mache es Sinn, den Impfkalender seines Haustieres regelmäßig zu kontrollieren. "Früher war die Impfdisziplin höher. Heutzutage lassen das viele ein wenig schleifen", bedauert er.

Staupe sei eine für Hunde typische Erkrankung, die außerdem auch Füchse und marderartige Tiere befalle. "Es gibt eine Vorgabe, dass verhaltensauffällige Wildtiere, die erlegt werden, auf Tollwut getestet werden müssen", führt Markus Heckel aus. Zusätzlich gebe es die Möglichkeit, sie auch auf andere Krankheiten untersuchen zu lassen. So geschehen auch mit den vier Füchsen aus dem Landkreis Kronach: "Da ich wusste, dass Staupe andernorts ein Problem ist, habe ich sie darauf testen lassen." Bei zwei der vier Tiere sei das Ergebnis positiv gewesen. Bei einer so geringen Anzahl lasse sich daraus freilich nicht automatisch ableiten, dass die Hälfte aller Füchse im Landkreis das Staupe-Virus in sich trage - sehr wohl aber, dass es existent ist. Dieser Nachweis sei im Frankenwald zum ersten Mal erbracht worden.

Neben Wildtieren, seien auch Welpen aus illegalen Billig-Importen aus dem Ausland nicht selten mit der Krankheit infiziert, warnt Markus Heckel. "Die sind nämlich meistens nicht geimpft", erklärt er.

Autor
Julia Knauer

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Veröffentlicht am:
14. 06. 2019
20:16 Uhr

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Julia Knauer

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14. 06. 2019
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