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Tor des Monats

Die Baustelle in der Ketschengasse verschwindet am 20. Dezember. Die Straße hat eine Allee bekommen und breitere Gehsteige. Das ist aber noch nicht das Ende der Sanierungsarbeiten.



Die Ketschengasse einst und jetzt: Stadtplaner Rainer Wessels (rechts) und Wohnbau-Geschäftsführer Ullrich Pfuhlmann zeigen, wie es in der Nachkriegszeit rund um das Ketschentor ausgesehen hat. Am 20. Dezember wird die sanierte Straße wieder eröffnet.	Fotos: Norbert Klüglein
Die Ketschengasse einst und jetzt: Stadtplaner Rainer Wessels (rechts) und Wohnbau-Geschäftsführer Ullrich Pfuhlmann zeigen, wie es in der Nachkriegszeit rund um das Ketschentor ausgesehen hat. Am 20. Dezember wird die sanierte Straße wieder eröffnet. Fotos: Norbert Klüglein   » zu den Bildern

Coburg - Sieben Mal werden die Coburger noch wach, dann ist Freudentag für alle, die in den letzten Monaten über die diversen Baustellen rund um das Ketschentor gestöhnt haben. "Wir wollen am 20. Dezember Passanten, Anlieger und Geschäftsleute zu einem Frühstück in die Ketschengasse einladen", kündigt Anette Vogel von der Coburger Wohnbau an. Von diesem Tag an verspricht das kommunale Wohnungsbauunternehmen, das auch für die Stadtsanierung zuständig ist, freie Fahrt in der Ketschenvorstadt. Feiern will man das mit einem kleinen Imbiss für alle, die ab 8.30 Uhr in der "neuen" Ketschengasse vorbei schauen.

Busse fahren wieder

Am 20. Dezember wird die Ketschengasse wieder für den Verkehr frei gegeben. Dann rollen auch die Busse wieder durch die Altstadt. Der Linienverkehr soll im Laufe des Tages umgestellt werden. Die Haltestelle Goethestraße entfällt.

 

Noch verstellen Baufahrzeuge, Warnbaken und Paletten mit Pflastersteinen den Blick auf die geänderte Straßenführung. "Man muss es sich so wie am Albertsplatz und rund um den Säumarkt vorstellen", erklärt Stadtplaner Rainer Wessels. "Unser Ziel war es, eine gestalterische Einheit zu schaffen und den Coburgern sowie den Gästen zu signalisieren, hier betritt man die Innenstadt."

 

Deshalb sind die Bürgersteige zu beiden Seiten der Ketschengasse wesentlich breiter geworden, der Fahrstreifen zentriert sich wieder auf das Ketschentor, und eine kleine Allee aus acht Säuleneichen setzt Akzente in dem Stadtviertel. Die Bäume, die den unteren Teil der Ketschengasse flankieren, holen die Besucher quasi an der Ecke Ketschengasse/Schützenstraße/Berliner Platz ab und geleiten sie zum Ketschentor. Es stellte bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts die südliche Begrenzung der Stadt dar. Dahinter begann die freie Landschaft. Ketschenanger und Rosengarten waren Grünflächen, die zum Bleichen der Wäsche oder zum Weiden des Viehs genutzt wurden.

Das "Entree zur Innenstadt", wie Rainer Wessels die untere Ketschengasse nennt, erinnert jetzt wieder an die Zeit, in der in Coburg ein Herzog regierte und der englische Botschafter dort residierte, wo das Landgericht heute seinen Sitz hat. Die mittlerweile renovierten Häuser auf der westlichen Seite der Straße - allen voran die Villa Viktoria - haben nach Umgestaltung der Vorgärten und dem Bau niedriger Sandstein-Einfriedungen mit schmiedeeisernen Gittern durchaus den Charakter eines Straßenzugs im viktorianischen Stil.

Auch am Ketschentor hat sich etwas geändert. Der westliche Torbogen, der in der Nachkriegszeit in die Häuserzeile des Säumarkts gebrochen wurde um Platz für die Bundesstraße 4 zu schaffen, wird in Zukunft für Fahrzeuge unpassierbar sein. Autos und Busse rollen lediglich durch den Durchlass, den das Ketschentor bietet.

Bei der Umgestaltung, die auch als dritter Bauabschnitt im Sanierungsgebiet Ketschenvorstadt bekannt ist, haben die Planer Wert darauf gelegt, sich an die Gestaltung von Albertsplatz und Säumarkt anzulehnen, aber mit günstigeren Materialien zu arbeiten. Deshalb wurde Beton- statt Granitpflaster auf den Gehwegen verlegt, und die Fahrspur in der Mitte der Straße erhielt eine Asphaltdecke. Rund 1,7 Millionen Euro hat die Umgestaltung des Straßenzugs gekostet. Die meisten Dinge, die für dieses Geld erkauft wurden, sieht man allerdings nicht. "Wir haben alle Leitungen, Kanäle und Hausanschlüsse erneuert, damit wir in den nächsten Jahren da nicht mehr ran müssen", erklärt Ullrich Pfuhlmann, der Geschäftsführer der Wohnbau. So erklärt sich auch die Bauzeit von elf Monaten. Der Leitungsbau hat den größten Brocken im Zeitkonto verschlungen.

Abgerundet wird die Gestaltung durch ein Lichtkonzept. Natürlich steht das Ketschentor im Mittelpunkt der nächtlichen Inszenierung. Aber auch die Fassaden an der Westseite der Straße und markante Bäume in der Grünanlage vor dem Landgericht, werden in Zukunft durch Lichtpunkte akzentuiert. Verschwunden sind die großen Peitschenleuchten, die noch aus der B 4-Zeit stammten.

Sind mit der Verkehrsfreigabe in der unteren Ketschengasse die Sanierungsarbeiten abgeschlossen? Nein, sagt Rainer Wessels. Zwar werde es im kommenden Jahr nicht schon wieder so eine große Baustelle geben. Aber der gestalterische Lückenschluss zwischen Albertsplatz und Marktplatz fehle noch. Ferner stünde die Umgestaltung des Ernstplatzes an, was in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Bau des Bildungshauses stehe. Und dann wären natürlich noch die Nebenstraßen. Ahorner Straße, Casimirstraße, der Umgriff des Salvatorfriedhofs, Rosengasse oder Viktoriabrunnen warteten auf die Umgestaltung. Dafür bedürfe es freilich erst weiterer Beschlüsse des Stadtrats.

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Norbert Klüglein

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Veröffentlicht am:
12. 12. 2018
22:02 Uhr

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Norbert Klüglein

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12. 12. 2018
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