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Coburg

Tragödie in den Morgenstunden

Auf dem Weg zur Arbeit nutzt ein 18-Jähriger den Fußgängerbahnübergang in Creidlitz. Den herannahenden ICE bemerkt er zu spät. Nicht zum ersten Mal wird dieser Übergang zur tödlichen Falle.



  Foto: Frank Wunderatsch

Coburg / Creidlitz - Es ist Dienstagmorgen kurz nach sieben Uhr als der ICE 1503 auf Gleis 2 den Coburger Bahnhof verlässt. 140 Passagiere sitzen in dem Intercity Express Richtung München, der eigentlich um 7.10 Uhr den Bahnhof Creidlitz passieren sollte. Doch so weit kommt es nicht. Nur wenige Minuten nach der Abfahrt vom Coburger Bahnhof erfasst der Zug einen Fußgänger in Creidlitz.

07.08.2018 - Tödlicher Unfall in Creidlitz: 18-Jähriger von ICE erfasst - Foto: Frank Wunderatsch

Tödlicher Unfall in Creidlitz: 18-Jähriger von ICE erfasst Creidlitz
Tödlicher Unfall in Creidlitz: 18-Jähriger von ICE erfasst Creidlitz
Tödlicher Unfall in Creidlitz: 18-Jähriger von ICE erfasst Creidlitz
Tödlicher Unfall in Creidlitz: 18-Jähriger von ICE erfasst Creidlitz
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Tödlicher Unfall in Creidlitz: 18-Jähriger von ICE erfasst Creidlitz
Tödlicher Unfall in Creidlitz: 18-Jähriger von ICE erfasst Creidlitz

Ein 18-Jähriger wollte am unbeschrankten Fußgängerbahnübergang im Oberen Bahnweg die zweigleisige Strecke überqueren. Er war auf dem Weg zu seiner Ausbildungsstelle. Warum er den herannahenden Zug, der in diesem Teil der Strecke bis zu 90 km/h fahren darf, übersieht, ist unklar. Fest steht: Der Zug erfasst den jungen Mann, als er die Gleise schon fast überquert hat. Trotzdem sind seine Verletzungen so schwer, dass der alarmierte Notarzt nichts mehr für ihn tun kann.

Die 140 Passagiere im Zug bleiben unverletzt. Ein Notfallmanager der Deutschen Bahn eilt zum Unfallort. Er organisiert den Weitertransport der Fahrgäste, die mit Bussen nach Bamberg gebracht werden. Während der Wartezeit ist auch die Bundespolizeiinspektion Würzburg vor Ort, die sich um die Sicherheit der Fahrgäste kümmert. Denn diese müssen den Zug auf freier Strecke verlassen. Gegen 9.30 Uhr ist dann ein Großteil des ICEs geräumt. "Es gab keinerlei Zwischenfälle", betont ein Sprecher der Bundespolizei.

Die Coburger Staatsanwaltschaft, die sich ein Bild der Situation macht, ordnet an, dass ein Sachverständiger hinzugezogen werden muss. Er soll klären, wie sich der Unfall konkret ereignet hat. Nach NP -Informationen gibt es außerdem einen Zeugen, der die Tragödie am unbeschrankten Übergang gesehen hat. Um 10.32 Uhr gibt die Kriminalpolizei die Strecke zwischen Coburg und Ebersdorf wieder frei. Der Lokführer wird abgelöst, ein Ersatzfahrer bringt den Unfall-ICE dann nach Nürnberg.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich am Fußgängerübergang vom "Oberen Bahnweg" zur Hahnwiese in Creidlitz ein tödlicher Unfall ereignet. "Bereits 2008 wurde dort ein Radfahrer von einem Regionalzug erfasst", weiß Stefan Probst, der Sprecher der Polizeiinspektion Coburg. Damals sei ein 50-jähriger Mann beim Überqueren der Gleise getötet worden. Er hatte zuvor einen aus Lichtenfels kommenden Regionalexpress abgewartet und die Gleise betreten. Einen unmittelbar folgenden Zug aus der Gegenrichtung hatte er jedoch offenbar übersehen und überhört.

Die Bahn hatte danach angekündigt zu prüfen, ob an dieser Stelle "weitergehende Sicherungsmaßnahmen notwendig sind", erklärte damals ein Sprecher. Eine Aussage, die man wenige Stunden nach der erneuten Tragödie so nun noch nicht wiederholen will. "Wir bitten um Verständnis, dass wir uns zu laufenden Ermittlungen der Behörden nicht öffentlich äußern", heißt es von Seiten der Deutschen Bahn. Man bestätige jedoch, dass es sich um eine zweigleisige Bestandsstrecke handelt. "Hier verkehren Züge des Regional- und Güterverkehrs und einzelne ICE mit Halt in Coburg. Die Anlage entspricht den gesetzlichen Vorgaben", betont ein Bahnsprecher.

Laut PI-Sprecher Stefan Probst gibt es in Coburg und im Landkreis noch einige dieser unbeschrankten Fußgängerüberwege. Sie sind mit Gegenlaufgittern ausgestattet. "Diese sollen verhindern, dass man geradeaus über die Schienen laufen kann", erklärt Probst. Den gut frequentierten Übergang in Creidlitz, der die Straße Oberer Bahnweg mit der Hahnwiese verbindet, stuft er als Unfallgefahrenpunkt ein. "Weil Fußgänger zwei Gleise überqueren müssen und die Züge dort mit bis zu 90 Kilometern pro Stunde unterwegs sind." Eine Handhabe, den Übergang zu ändern, hätte die Polizei jedoch nicht. "So etwas müssen Bahn und Stadt in die Wege leiten", erklärt der Sprecher.

Zuständigkeiten, die auch die Bahn bestätigt. "Bahnübergänge sind eine Gemeinschaftsaufgabe der beteiligten Kreuzungspartner. Eine Auflassung eines Bahnüberganges ist nur in Verbindung mit den Kreuzungspartnern möglich", erklärt ein Bahn-Sprecher auf NP- Anfrage. Nach dem tödlichen Unfall 2008 hatte die Bahn dort Warnschilder aufbauen lassen.

Dass in Creidlitz überhaupt noch Fußgänger und Radfahrer einen unbeschrankten Übergang queren, auf dessen Schienen mittlerweile sogar ICEs fahren, liegt auch in einem Rechtsstreit begründet. Seit Jahrenzehnten soll Creidlitz eine Unterführung bekommen. Doch erst im März 2018 hatte der Bayerische Verwaltungsgerichtshof den Bebauungsplan für unwirksam erklärt. Hintergrund ist die Klage einer Anwohnerin, wonach keine Alternativen zur Unterführung geprüft wurden.

Der tragische Unfall sorgte gestern auch in der Stadt Coburg für Betroffenheit. "Wir müssen die Ermittlungen abwarten, um dann eine Entscheidung zu fällen, wie es am Fußgängerbahnübergang in Creidlitz weiter geht", erklärte Stadtsprecher David Schmitt.

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Steffi Wolf

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Veröffentlicht am:
07. 08. 2018
09:20 Uhr

Aktualisiert am:
07. 08. 2018
12:56 Uhr

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Steffi Wolf

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