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Coburg

Turm steht, Wetterhahn gerettet

Es war knifflig. Doch die Wehren aus Bergdorf, Ebersdorf, Meilschnitz, Wildenheid und Neustadt behielten bei der Schauübung an der Kirche den Überblick. Somit lief alles wie am Schnürchen.



Die Löscharbeiten mittels Drehleiter verliefen planmäßig. Foto: Tischer
Die Löscharbeiten mittels Drehleiter verliefen planmäßig. Foto: Tischer  

Höhn - "Einen Kirchenbrand im Glockenturm zu löschen, ist keine einfache Sache und schon gar nicht alltäglich", weiß Stadtbrandinspektor Stefan Köhler. Doch genau deshalb hatte er diese Katastrophe auf die Agenda der Feuerwehr-Aktionswoche gestellt. Die Bergkirche, idyllisch zwischen Höhn und Brüx gelegen, musste als Übungsobjekt herhalten. "Wir haben bei solchen Bränden Probleme, weil das die Rettungshöhe unserer Drehleiter von 23 Metern übersteigt", zeigt Köhler die Komplexität dieses Übungseinsatzes auf. Doch der Turm der Bergkirche "genügt" den Anforderungen gerade noch so, der vergoldete Wetterhahn thront in 25 Metern Höhe.

Sei’s drum: Die Wehren aus Bergdorf, Ebersdorf, Meilschnitz, Wildenheid und der Kernstadt rückten an und bekämpften das angenommene Feuer. "Wir fahren über die Drehleiter den Außenangriff und erkunden mit Atemschutz das Gebäude nach Verletzten", erläuterte Kreisbrandmeister Andreas Steller, der das Vorgehen genau beobachtete. "Wir wollen durch die Aktionswoche natürlich Werbung in eigener Sache machen und haben deshalb auch die Bevölkerung eingeladen, sich ein Bild von der Schlagkraft der Feuerwehren zu machen", so Steller.

Und so durften dieses Mal die Handykameras filmen, was das Zeug hält. Die zahlreichen Kiebitze beobachteten dann auch ganz aus der Nähe, wie sich die Atemschutzgeräteträger in ihre schwere Montur zwängten. "Die Wehren mussten beispielsweise eine rund 500 Meter lange Schlauchleitung zum Teich in Höhn legen, damit es ‚Wasser marsch‘ heißen konnte und der Glockenturm von der Drehleiter gelöscht werden konnte", erläutert Steller die Schauübung. Neben der Werbung sieht er noch einen zweiten Grund, um solche Übungen durchzuführen: "Natürlich dienen sie auch der Überprüfung der Einsatzfähigkeit und der korrekten Ablauffolge, die im Ernstfall wie aus dem Effeff sitzen muss." Er hat als Kreisbrandmeister 18 Wehren zu betreuen und weiß, dass er sich auf seine Männer und Frauen verlassen kann: "Wie wichtig explizit kleine Wehren sind, sieht man immer wieder, wenn es um die Ortskenntnisse geht", betont er. So sieht das auch der Kommandant der Bergdorfer Wehr, Jörg Pachale, der diesmal Einsatzleiter war. Auf seinen Befehl hin lief die Maschinerie nach wenigen Minuten an. Rund 60 Feuerwehrleute waren an der Übung in Höhn beteiligt, "insgesamt sind allerdings 200 Feuerwehrleute innerhalb der Feuerwehr-Aktionswoche involviert", betont Kreisbrandmeister Andreas Steller.

Weiter ging es nämlich am Dienstag mit der Schauübung im Stadtteil Fürth am Berg. Um 18.30 Uhr wurde zu einem angenommenen Brand im Schützenhaus, gerufen. Hier zeigten die Feuerwehren Unter-/Mittelwasungen/Plesten, Fechheim/Aicha, Fürth am Berg/Horb und Neustadt ihre Leistungsstärke. Den Abschluss der Feuerwehraktionswoche bildet im Neustadter Kessel am 28. September um 18 Uhr die Schauübung im Stadtteil Haarbrücken: Hier gilt es einen Brand im Nebengebäude des Anwesens Haarbrücker Straße 42 mit den Feuerwehren Wellmersdorf, Haarbrücken, Thann und Boderndorf/Kemmaten zu bekämpfen. "Natürlich kann man bei so einer Übung auch trainieren und das eine oder andere verbessern", wissen die Führungskräfte ob der Wichtigkeit solcher Schauübungen. Nach der Übung ist für die Einsatzkräfte noch lange nicht Schluss: Beispielsweise müssen die Schläuche nach jedem Einsatz geprüft werden.

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Peter Tischer
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Veröffentlicht am:
24. 09. 2019
17:02 Uhr

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Autor

Peter Tischer

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Veröffentlicht am:
24. 09. 2019
17:02 Uhr



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