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Coburg

Versorgungszentren sollen Lücken stopfen

Auf dem Land fehlt es an Hausärzten. Weil junge Mediziner nicht allein praktizieren wollen, macht sich CSU-Abgeordneter Martin Mittag für zentrale Lösungen stark.



Coburg - Angesichts des zunehmenden Hausärztemangels muss die medizinische Versorgung im ländlichen Raum neu gedacht werden. Davon ist der CSU-Landtagsabgeordnete Martin Mittag überzeugt. Das Bild vom Landarzt, der sieben Tage in der Woche rund um die Uhr ständig für seine Patienten bereitstehe, gehöre schon länger der Vergangenheit an, sagte er am Donnerstag im Gespräch mit Journalisten. Vielmehr habe dieses Klischee junge Mediziner davon abgehalten, sich auf dem Land niederzulassen und alleine eine Praxis zu führen. Die Folge sei, dass in vielen Fällen eine Praxisübernahme scheiterte.

Herausforderung Regiomed

In der Neustrukturierung des in Schieflage geraten bayerisch-thüringischen Krankenhausverbunds Regiomed sieht CSU-Landtagsabgeordneter Martin Mittag eine große Herausforderung. Gleiches gelte für die Entscheidung, ob das baulich nicht mehr den Anforderungen entsprechende Klinikum Coburg saniert oder durch einen Neubau ersetzt werden solle. Mittag kündigte am Donnerstag an, dass sich der gesundheitspolitische Arbeitskreis der CSU-Landtagsfraktion im September vor Ort ein Bild machen werde. Dazu sei am Rande der CSU-Klausurtagung auf Kloster Banz ein Gespräch mit dem neuen Regiomed-Hauptgeschäftsführer Alexander Schmidtke vorgesehen.

Dieses Problem habe man in Stadt und Landkreis frühzeitig erkannt und arbeite innerhalb des Konzepts "Gesundheitsregion Plus" intensiv an Lösungen, sagte Mittag. Er verwies auf Überlegungen, dem Ärztemangel durch den Aufbau von Medizinischen Versorgungszentren und Gemeinschaftspraxen zu begegnen. Nun gelte es, diese Pläne mit Landkreis, Kommunen und den gesundheitsrelevanten Verbänden abzustimmen und zeitnah in Angriff zu nehmen.

Die Kombination Hausarzt, Physiotherapeut und Apotheke in einem Praxenkomplex sei zwar ideal und wünschenswert, aber nicht von heute auf morgen umzusetzen. "Nicht jede Gemeinde oder Stadt im Landkreis hat das Glück, wie Seßlach einen Investor zu haben", gab Mittag zu bedenken. Denkbar sei, die landkreiseigene Wohnungsbaugesellschaft mit ins Boot zu holen.

Mittag zufolge führe kein Weg daran vorbei, die "medizinische Versorgung zentral hinzukriegen". Gleichzeitig stellte er klar: "Mit diesem Zentren wollen wir nicht in Konkurrenz zu bestehenden Praxen treten." Ziel müsse es sein, dass am "Ende der Arzt mehr Zeit für den Patienten als für Bürokratie" habe.

Handlungsbedarf sieht der CSU-Landtagsabgeordnete auch bei der flächendeckenden Ausstattung mit Defibrillatoren. Voraussichtlich werde der Landtag bei der Verabschiedung des Doppelhaushalts 500 000 Euro bayernweit zusätzlich bereitstellen, um auch außerhalb der Großstädte mehr solcher Systeme zur Verfügung zu haben. Zugleich plädierte er für den Aufbau eines Katasters, das eine gezielte Versorgung erleichtere.

Für seinen Vorschlag, in Kindergärten und Schulen verpflichtend Unterrichtseinheiten in Erster Hilfe stattfinden zu lassen, habe er innerhalb seiner Fraktion große Zustimmung erfahren, teilte Mittag mit. In anderen Ländern sei das längst üblich. "Ich bin auch davon überzeugt, dass sich auf diesem Wege Synergien für die von Nachwuchsproblemen geplagten Retter ergeben."

Autor
Christoph Scheppe

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Veröffentlicht am:
04. 04. 2019
20:54 Uhr

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Christoph Scheppe

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04. 04. 2019
20:54 Uhr



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