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Coburg

Vogelkot entfernt, Auto zerkratzt: Mann verklagt Tankstellen-Pächter

Ein Mann zerkratzt sich mit einem Wischer die Motorhaube. Weil dieser von der Tankstelle bereit gestellt wurde, klagt er auf Schadenersatz.



Coburg - Schön sauber sollte das Fahrzeug des Klägers sein. Deshalb entfernte ein Mann, bevor er in die Waschanlage fuhr, den Vogelkot von der Motorhaube. Dazu benutzte er den Wischer, den der Pächter der Tankstelle zur Reinigung der Scheiben bereitgestellt hatte - und zerkratzte sich so den Lack. Er reichte infolge dessen Klage beim Amtsgericht Coburg ein. Laut dessen Pressesprecher, Daniel Kolk, forderte der Kläger 1000 Euro als Schadenersatz und zur Begleichung seiner Anwaltskosten.

Vor dem Amtsgericht Coburg behauptete der Kläger, der Schwamm des Wischers habe sich von der Metallhalterung gelöst und so die Kratzspuren verursacht. Der beklagte Tankstellenbetreiber habe diesen mangelhaften Wischer bereitgestellt und müsse deshalb auch für den Schaden aufkommen. Der wiederum verwies unter anderem darauf, dass der Schwammwischer zum Reinigen der Windschutzscheibe dienen sollte und vom Kläger zweckentfremdet worden war. Die Richter wiesen den Kläger auf den Hochdruckreiniger hin, der frei zugänglich an der Einfahrt zu Waschanlage steht. Mit ihm könnten feste Verschmutzung, wie Vogelkot, für 50 Cent entfernt werden.

Außerdem sei es nach den Angaben von Kläger und Beklagten so gewesen, dass sich der Schwamm des Wischers bereits offensichtlich von der Metallschiene gelöst hatte. Dies hätte der Kläger sehen können, bevor er den Gegenstand benutzte. Ein Sachverständiger hatte laut Kolk bestätigt, dass der Kläger den Wischer zu einem zweckentfremdet hatte. Zum anderen habe er das Gerät in einem unüblichen Winkel von 45 Grad mit starkem Druck über den Lack gezogen. "Wenn der Kläger den Schwamm wie vorgesehen flach über die Motorhaube geführt hätte, wäre es zu den Kratzern gar nicht erst gekommen", heißt es in einer Pressemitteilung des Amtsgerichts vom Freitag.

Der Kläger wollte laut Kolk die Entscheidung des Coburger Amtsgerichts nicht akzeptieren und legte Berufung ein. Im Verfahren vor dem Landgericht Coburg habe er behauptet, dass der Schwamm zunächst noch intakt gewesen sei und sich erst beim Wischen völlig überraschend von der Metallschiene gelöst habe. Der Kläger habe den Schwamm au-ßerdem nur waagerecht auf die Motorhaube aufgesetzt und nicht in einem 45 Grad Winkel.

Auch bei der Berufungskammer des Landgerichts Coburg hatte der Kläger dem Pressesprecher zufolge keinen Erfolg. Selbst wenn der Wischer, wie behauptet, in optisch einwandfreiem Zustand gewesen sei, habe der Pächter der Tankstelle seine Pflicht zur Verkehrssicherung nicht verletzt. Im Rahmen dieser Pflicht sei er zwar angehalten, den Wischer regelmäßig zu kontrollieren. Allerdings müsse er ihn nur einer Sichtprüfung unterziehen - und nicht testen, wie fest der Schwamm noch auf dem Gerät sitzt. Das Urteil ist rechtskräftig.

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Veröffentlicht am:
28. 06. 2019
17:26 Uhr

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28. 06. 2019
17:26 Uhr



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