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Coburg

Vom Samba-Virus infiziert

Sie sind zwischen 19 und 73 Jahren jung und lieben es, auf die Pauke zu hauen. Als neu gegründete Gruppe freuen sich die "Feuervögel", beim Festival in Coburg dabei zu sein.



"Samba-Festival ,wir kommen", freut sich die erst in diesem Jahr neu gegründete Samba Bateria "Pássaro de fogo". Fotos: Zitzmann
"Samba-Festival ,wir kommen", freut sich die erst in diesem Jahr neu gegründete Samba Bateria "Pássaro de fogo". Fotos: Zitzmann  

Untersiemau - Die Spielfreude sieht man ihnen an und als Chris das Kommando gibt, legen die Ersten los. Nach und nach steigen die anderen mit ein und schon herrscht beste Samba-Stimmung im Probenraum in der Max-Winzer-Polstermöbelfabrik.

Heute im Prinzengarten

Live zu hören und zu sehen sind "Pássaro de fogo" am Freitag, 12. Juli, um 19 Uhr im Prinzengarten und um 22.30 Uhr am Wein Oertel. Am Samstag sind sie ab 19.30 Uhr an der Mauer. Beim Umzug sind sie an Position 6 dabei.

 

Gerne spielen "Pássaro de fogo" auch zu Familienfeiern oder anderen Festlichkeiten auf. Melden kann man sich per E-Mail unter info@passaro-de-fogo.com.

 

Die 18 Frauen und Männer sind in Sachen Samba nicht unbedarft. Manch einer war schon als ganz kleines Kind bei den Samba-Festen in Coburg dabei. "Unsere Eltern haben uns schon immer mitgenommen", erzählen Alisa und Chris. Das hat geprägt, denn seitdem lassen sie diese einmaligen Trommelklänge nicht mehr los. Andere, wie beispielsweise Anke und Thorsten aus Neustadt, entdeckten erst später ihr musikalisches Talent. Schon oft beim Samba in Coburg, entschied sich Anke dann doch zu einem Workshop und ist seitdem mit Herzblut dabei. Ihren Mann Thorsten, der anfangs ihre Trommel trug, hat die Trommelei mit der Zeit ebenfalls so infiziert, dass er einfach mitspielen musste.

 

Kennengelernt haben sich alle in ihrer vorherigen Gruppe. Doch mit der Zeit machte es dort keinen Spaß mehr. Einige überlegten sogar, ganz aufzuhören. Aber einmal ein Sambista, fällt es sehr schwer, das wieder zu lassen. Zum Glück kam dann die Idee auf, eine neue Gruppe zu gründen. "Und das haben wir dann auch gemacht", erzählt Chris, der zusammen mit Victoria die musikalische Leitung übernommen hat. Zusammen mit Alisa kümmert er sich um alles, was dafür notwendig ist. "Wir haben im Herbst letzten Jahres erstmals darüber gesprochen und zu Beginn des neuen Jahres schon unseren Verein gegründet", erzählen sie stolz. Sobald man die Gemeinnützigkeit anerkannt bekommt, möchte man das Geld, das am Ende übrig bleibt, spenden. "Und zwar nach Brasilien", steht für alle fest.

Die 18 Mitglieder zwischen 19 und 73 Jahren kommen aus verschiedenen Orten. Hauptsächlich aus dem Landkreis Coburg. Einer reist sogar regelmäßig aus Nürnberg an. "Wir kommen aus allen Schichten und Berufen", ergänzt Chris. "Hauptsächlich Familie", fügt Alisa hinzu. Anke und Thorsten sind als Ehepaar genauso mit dabei wie Vicky und Alisa mit ihrem Vater Jochen.

Nicht ganz einfach war es, einen geeigneten Probenraum zu finden. "Wir sind nun einmal sehr laut", wissen die Trommler. Es musste also etwas sein, wo man niemanden stört. Doch man wurde schnell fündig. Markus Winzer, der über Alisas Vater wohnt, stellte der jungen Truppe Räumlichkeiten in seiner Firma in Untersiemau zur Verfügung. Hier treffen sich die Frauen und Männer nun einmal in der Woche für drei Stunden und dann noch einmal an einem Sonntag im Monat, um fünf Stunden zu üben.

Für Markus Winzer hatte diese gute Tat noch eine kleine "Nebenwirkung". Sohn Benedikt ist so begeistert, dass er das unbedingt auch mal ausprobieren wollte. Also kaufte man ihm auf dem Flohmarkt eine Trommel und seitdem legt der Zweijährige jeden Morgen um kurz nach 6 Uhr los. Außerdem muss er immer wieder mal bei den Trommlern vorbeischauen, wenn diese zum Proben kommen. Die große Trommel selbst zu spielen, traut er sich allerdings noch nicht.

Schwieriger als gedacht gestaltete sich die Namenssuche. "Wir hatten einige Ideen, die uns Vicky, die ursprünglich aus Brasilien kommt, ins Portugiesische übersetzte", erinnern sie. Doch manches konnte man einfach als Deutscher nicht aussprechen. Dass es aber irgendetwas mit Phönix aus der Asche zu tun haben sollte, war jedem klar. "Das entspricht so ein bisschen unserer Entstehung", begründen sie, denn am Boden zerstört, wollten sie wieder aufstehen und musizieren. "Genau wie der Feuervogel" fiel es schließlich von den Augen. "Pássaro de fogo" heißt das übersetzt und steht jetzt bei jedem auf dem T-Shirt. Jetzt mussten nur noch die einzelnen Trommeln passend gestaltet werden, schließlich soll alles stimmig sein. Zur jüngsten Probe sind alle begeistert. Schwarz lackiert mit gelbrotem Aufkleber verziert, sehen die Instrumente richtig toll aus. Dazu noch die passende Bemalung der Gesichter, um die sich Alisa kümmert, und alles ist perfekt.

"Wir wollen das spielen, was uns Spaß macht", sind die "Feuervögel" einig und sind stolz, auch schon fünf neue Stücke im Repertoire zu haben. Von Chris komponiert, war es von großem Vorteil, dass jeder schon mal in einer Gruppe gespielt hat. "Aber man muss keine großen Voraussetzungen mitbringen, um mitzumachen", erzählen sie. Ein bisschen Rhythmusgefühl und schon kann es losgehen. Wer mitmachen möchte, ist willkommen. "Allerdings erst nach dem Samba-Fest, denn jetzt haben wir in dieser Formation alles abgestimmt", schränken sie ein. Froh sind die Sambistas, dass sie es noch zum Festival geschafft haben. "Eigentlich war die Anmeldefrist schon vorbei, aber Sambaco hat uns noch aufgenommen", freuen sie sich.

 

Lesen Sie dazu auch: Schlüsselübergabe in Coburg

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Cathrin Nicolai
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Veröffentlicht am:
11. 07. 2019
18:44 Uhr

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Cathrin Nicolai

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11. 07. 2019
18:44 Uhr



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