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Coburg

Vorsicht beim Grillen!

Im Coburger Land herrscht derzeit Waldbrandgefahr. Und wenn es bei dem schönen Wetter auch noch so schwer fällt: An manchen Orten müssen Feiern abgesagt werden.



Derzeit scheint bestes Grillwetter im Landkreis Coburg zu herrschen. Mitunter kann jedoch mehr von den Flammen verbrannt werden als die Steaks.	Foto: Lukas Gojda - stock.adobe.com
Derzeit scheint bestes Grillwetter im Landkreis Coburg zu herrschen. Mitunter kann jedoch mehr von den Flammen verbrannt werden als die Steaks. Foto: Lukas Gojda - stock.adobe.com  

Weitramsdorf - Seit 37 Jahren findet jedes Jahr am ersten Donnerstag im Juli an den Hoffmannsteichen in Weitramsdorf das traditionelle Bratwurstgrillen des Coburger ADAC statt. Heuer muss das Fest jedoch erstmals ausfallen. "Eine Grillfeier ist derzeit aus Brandschutzgründen nicht möglich", berichtet Dr. Thomas Kunze vom ADAC. Das hätten die Naturfreunde Coburg, denen das Anwesen gehöre, den ADAC-Vorständen kurzfristig mitgeteilt. Der Grund hierfür sei offenbar ein Schreiben der Gemeinde Weitramsdorf, das derartige Veranstaltungen rund um das Naturfreundehaus an den Hoffmannsteichen untersagt.

Tipps vom Kreisbrandrat

Wer trotz Trockenheit Grillen will, sollte folgende Regeln beachten:

 

Grill auf einen festen Untergrund und fern von trockenem Gras aufstellen

 

Nur mit Abstand zu trockenen Bäumen und Büschen grillen

 

Stets Wasser, Sand oder andere Löschmittel bereithalten

 

Nach dem Grillen die Glut ablöschen - nicht ausglühen lassen

 

"Das ist auch richtig so", sagt Thomas Schellhorn, der Kommandant der Weitramsdorfer Feuerwehr. Die Hoffmannsteiche und das Naturfreundehaus lägen nämlich mitten im Weitramsdorfer Wald. "Es gibt im Landkreis Coburg eine Regelung, dass offene Feuer und Grillfeiern im Umkreis von hundert Metern um den Wald zu unterlassen sind, wenn die Waldbrandgefahr zu hoch ist", berichtet Schellhorn. Aus diesem Grund seien auch in der Vergangenheit bereits Feste abgesagt worden.

 

"Am 26. Juni erhielt die Gemeinde Weitramsdorf vom Kreisbrandrat die Warnung, dass die Region Coburg auf Gefahrenstufe vier gestuft worden sei", erklärt Weitramsdorfs Bürgermeister Wolfgang Bauersachs. Diese Warnung habe die Gemeinde an die Naturfreunde weitergeleitet. "Wir haben sie gebeten, bis zum kommenden Wochenende auf offene Feuer zu verzichten", sagt er. Dazu zählten leider auch Grillfeuer. "Ich wüsste nicht, wie wir darauf reagieren sollten, wenn in Weitramsdorf ein Waldbrand ausbrechen würde", betont Bauersachs. Daher reagiere die Gemeinde mit äußerster Vorsicht auf solche Warnungen.

"Im Landkreis Coburg herrscht derzeit noch nicht die höchstmögliche Waldbrandstufe", erklärt Manfred Lorenz, der Kreisbrandrat für den Landkreis Coburg. Dennoch besteht eine erhebliche Gefahr, dass es zu Feuern kommt. Welche Gefahrenstufe gilt, legt der Deutsche Wetterdienst (DWD) fest. "Da gibt es unterschiedliche Faktoren", sagt Lorenz. Etwa die Trockenheit der Pflanzen und des Untergrunds, die Temperatur, die Luftfeuchtigkeit sowie den Wind. Am Dienstagmorgen veröffentlichte der DWD seine jüngste Einschätzung. In dieser heißt es: "Besonders im Norden Bayerns weiterhin hohe bis sehr hohe Waldbrandgefahr."

"Es sind oftmals Kleinigkeiten, die plötzlich eine große Wirkung entfalten", betont der Kreisbrandrat. Solche Geschichten bekäme man ja regelmäßig aus dem US-Bundesstaat Kalifornien mit. Oder wenn man derzeit nach Mecklenburg-Vorpommern schaue. Dort brennt es nach aktuellen Informationen des Landratsamts Ludwigslust-Parchim auf einer Fläche von etwa 600 Hektar. Dies entspricht etwa einem Fünftel der Fläche des gesamten Gemeindegebiets von Weitramsdorf.

"Die Auslöser für solche Unglücke sind auch heute oft weithin bekannte Gründe, von denen eigentlich jedes Kind weiß", berichtet Lorenz. Neben klassischen Grillunfällen könnten etwa Glasscherben oder bei einem Waldspaziergang weggeschnippte Zigaretten zu solch einem Inferno führen. Aber auch falsch geparkte Autos könnten leicht zur Ursache eines verheerenden Brandes werden. Etwa, wenn sie nach einer längeren Fahrt im hohen Gras abgestellt würden. "Da läuft dann der Katalysator heiß", erklärt der Experte. Und wenn dieser dann mit den trockenen Grashalmen in Berührung käme, entzünde sich binnen Kürze mitunter die ganze Wiese. "Daran denken viele Leute einfach nicht, wenn sie so etwas machen", sagt Lorenz. Und das, obwohl die Medien regelmäßig über solche Unglücke berichten würden.

"Nur, weil die Temperaturen abfallen, bedeutet das übrigens nicht, dass Entwarnung angesagt ist", betont der Kreisbrandrat und verweist damit auf den Wetterbericht, demzufolge es bis zum Ende der Woche nicht mehr wärmer als 30 Grad werden soll. "Wir brauchen dringend wieder einen ordentlichen Regenschauer. Sonst steigt die Waldbrandgefahr immer weiter an - ganz gleich wie warm oder kalt es ist", erklärt der Weitramsdorfer Feuerwehrkommandant Thomas Schellhorn. Am besten müsse es mehrere Tage hintereinander schütten. Solange es weiterhin trocken bleibe, brauche es hingegen lediglich einen Funken, um das Gras zu entzünden. "Wir können da nur wieder und wieder an die Eigenverantwortung der Menschen appellieren", betont der Kreisbrandrat: "Auch, wenn ich zu einer Grillfeier eingeladen habe, heißt das nicht, dass ich um jeden Preis auch Grillen muss." Im Zweifelsfall könne man Steaks und Würstchen genauso in der Pfanne anbraten und einfach gemeinsam mit seinen Gästen draußen essen. Wer trotzdem nicht aufs offene Feuer verzichten kann, solle besondere Vorsicht walten lassen.

"Es ist schade, dass wir heuer mit einer so liebgewonnenen Tradition brechen müssen", erklärt Dr. Thomas Kunze vom ADAC. Er verstehe aber, dass die Sicherheit des Weitramsdorfer Waldes Vorrang gegenüber dem Bratwurstgrillen habe. "Wir hoffen jedoch, dass wir unsere Veranstaltung nächstes Jahr wieder aufleben lassen können", betont er.

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Andreas Wolfger
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Veröffentlicht am:
02. 07. 2019
17:34 Uhr

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Andreas Wolfger

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Veröffentlicht am:
02. 07. 2019
17:34 Uhr



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