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Coburg

Wegweiser für Alltag und Freizeit

Neue Schilder zeigen Radlern die Richtung. Sie ernten viel Lob. Aber: Die gewählten Strecken werden auch kritisiert - aus verschiedenen Gründen.



Coburg - Seit einiger Zeit stehen in Stadt und Landkreis Coburg neue weiß-grüne Schilder. Sie sind für Radfahrer gedacht und weisen ihnen den Weg. "Die neuen Schilder wurden im Rahmen des Programms ‚fahrradfreundliche Kommune‘ gefördert", sagte die Nahverkehrsbeauftragte Marita Nehring vor Kurzem auf der Sitzung des ÖPNV-Beirates.

Mit der App zum Ziel

Radfahrer, die sich nicht alleine auf die Schilder verlassen wollen, können inzwischen auch auf die Hilfe ihres Smartphones bauen. Apps wie Komoot und auch die vorinstallierten Programme Apple-Karten sowie Google Maps verstehen sich auf die Fahrradnavigation. Laut Nehring greifen die Programmierer auf Daten der Open Street Map zurück. Diese werden von den Nutzern ständig weiterentwickelt. Für die Fahrradnavigation gelten in den Apps ähnliche Kriterien wie für die Aufstellung der neuen Wegweiser in Coburg. Wenn möglich wird der Radler also über einen ausgewiesenen Radweg und Nebenstraßen geführt.


Bislang standen zwar schon ähnliche Wegweiser in und um Coburg, die haben laut Nehring aber nicht mehr alle den Vorschriften des Programms entsprochen. "Die Beschilderung im Landkreis ist schon ganz gut gewesen, die in der Stadt hatte aber große Mängel", erklärte sie. Mängel habe es vor allem bei den ausgewiesenen Zielen gegeben, denn: "Die Schilder richten sich vor allem an Alltagspendler und nicht so sehr an Freizeitfahrer." Um also den Forderungen des Programms "fahrradfreundliche Kommune" weiter zu entsprechen, haben Stadt- und Landkreis neue Wegweiser in Auftrag gegeben.

Mithilfe eines sogenannten Katasters habe eine Firma Standorte, Ziele und Angaben zu Entfernungen bestimmt - und dabei auch das Freizeitvergnügen nicht vergessen. Nehring erklärte das im Gespräch mit der Neuen Presse anhand eines Beispiels: "In Scheuerfeld steht ein Schild, das verschiedene Wege nach Seßlach weist. Einmal den direkten Weg für Pendler und einen längeren, der durch die schöne Landschaft führt. Er ist mit einem Baum gekennzeichnet." Wegweiser wie dieser finden sich ihr zufolge an einigen Stellen rund um Coburg.

Aber über welche Strecken werden die Radfahrer nun geführt? "Da es vor allem um Pendler geht, haben wir zumeist den direkten Weg ausgewiesen", antwortet Nehring. So weit möglich schicken die weiß-grünen Schilder Zweiradfahrer über Radwege und Nebenstraßen, manchmal aber auch an Landstraßen entlang. Die neuen Schilder haben aber nicht nur die Stadt Coburg und ihre direkte Umgebung im Blick. Sie führen die Radler auch auf überregionale Wege - und weisen zum Beispiel auch eine Strecke nach Bamberg aus.

Allerdings finden die neuen Streckenführungen nicht nur Freunde. Dr. Thomas Kreisler kritisierte noch auf der Sitzung des ÖPNV-Beirates den ausgewiesenen Weg von Bad Rodach nach Coburg. Er hatte ihn selbst ausprobiert, als er in den Baumschulenweg unterwegs war. "Die Schilder verbessern die Situation nicht. Noch immer werden Radler nicht über den direkten Weg geführt", sagte er. Er hätte auf seinem Weg mit dem E-Bike zahlreiche Umwege in Kauf nehmen müssen. Seine Argumente wollte allerdings weder Nehring noch Oberbürgermeister Norbert Tessmer stehen lassen. Geklärt werden konnte der Fall nicht, Kreisler blieb aber bei seiner Kritik, dass Radfahrer oft Umwege fahren müssen - und Autofahrer direkte, kürzere Strecken nutzen können.

Allerdings führen diese direkten Wege bisweilen über Hügel, das wiederum kritisierte Gerd Weibelzahl, der, Vorsitzende der Coburger Kreisgruppe des VCD. "Grundsätzlich sehe ich die Schilder aber sehr positiv", sagte er im Gespräch mit der Neuen Presse. Schließlich sorgten die Wegweiser für Orientierung, wovon sowohl Touristen als auch Einheimische profitierten. Ihm ist es wichtig zu betonen, dass er nicht alle Schilder in Stadt und Landkreis kenne. Weibelzahl hat sich aber selbst bereits von den weiß-grünen Wegweisern leiten lassen. Er fuhr mit einem herkömmlichen Rad von Roth am Forst nach Zeickhorn. "Die Schilder weisen wohl den direkten Weg, der über eine heftige Steigung und durch Haarnadelkurven führt", erklärte
er. Weibelzahl kennt aber eine Strecke über Grub am Forst, die einfacher zu fahren ist. "Es ist wohl bei der Planung der Strecken nicht so sehr
darauf geachtet worden, dass Radler keine steilen Steigungen überwinden müssen", mutmaßte Weibelzahl.
Er nennt noch weitere Beispiele für Radwege, die über steile Hügel führen.

Insgesamt kritisierte auch er, dass Radler im Gegensatz zu Autofahrern zahlreiche Umwege und Steigungen in Kauf nehmen müssen. Weibelzahl plädierte dafür, dass beim Bau von Bundesstraßen auch Trassen entstehen, die für Radfahrer geeignet sind - also möglichst direkt zum Ziel führen und eben verlaufen.

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Katja Diedler

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Veröffentlicht am:
22. 04. 2019
18:50 Uhr

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Katja Diedler

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22. 04. 2019
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